Vereinschronik

 

 

CHRONIK

 

des Schachklubs Starnberg

 

 

B A N D I

 

Text für 1.9.1920

bis 31.8.1954

 

 

 


Inhaltsverzeichnis

 

Vorwort 3

1. Vereinsjahr: 1.9.1920 – 31.8.1921. 7

2. Vereinsjahr: 1.9.1921 – 31.8.1922. 9

3. Vereinsjahr: 1.9.1922 – 31.8.1923. 11

4. Vereinsjahr: 1.9.1923 – 31.8.1924. 13

5. Vereinsjahr: 1.9.1924 – 31.8.1925. 15

6. Vereinsjahr: 1.9.1925 – 31.8.1926. 17

7. Vereinsjahr: 1.9.1926 – 31.8.1927. 19

8. Vereinsjahr: 1.9.1927 – 31.8.1928. 21

9. Vereinsjahr: 1.9.1928 – 31.8.1929. 23

10. Vereinsjahr: 1.9.1929 – 31.8.1930. 27

11. Vereinsjahr: 1.9.1930 – 31.8.1931. 31

12. Vereinsjahr: 1.9.1931 – 31.8.1932. 35

13. Vereinsjahr: 1.9.1932 – 31.8.1933. 37

14. Vereinsjahr: 1.9.1933 – 31.8.1934. 41

15. Vereinsjahr: 1.9.1934 – 31.8.1935. 45

16. Vereinsjahr: 1.9.1935 – 31.8.1936. 47

17. Vereinsjahr: 1.9.1936 – 31.8.1937. 51

18. Vereinsjahr: 1.9.1937 – 31.8.1938. 53

19. Vereinsjahr: 1.9.1938 – 31.8.1939. 59

20. Vereinsjahr: 1.9.1939 – 31.8.1940. 61

21. Vereinsjahr: 1.9.1940 – 31.8.1941. 65

22. Vereinsjahr: 1.9.1941 – 31.8.1942. 69

23. Vereinsjahr: 1.9.1942 – 31.8.1943. 73

24. Vereinsjahr: 1.9.1943 – 31.8.1944. 75

25. Vereinsjahr: 1.9.1944 – Ende April 1945. 77

29. Vereinsjahr: Januar 1949 – 31.8.1949. 79

30. Vereinsjahr: 1.9.1949 – 31.8.1950. 85

31. Vereinsjahr: 1.9.1950 – 31.8 1951. 91

32. Vereinsjahr: 1.9.1951 – 31.8.1952. 99

33. Vereinsjahr: 1.9.1952 – 31.8.1953. 107

34. Vereinsjahr: 1.9.1953 – 31.8.1954. 115

35. Vereinsjahr: 1.9.1954 – 31.8.1955. 123

36. Vereinsjahr: 1.9.1955 – 31.8.1956. 131

37. Vereinsjahr: 1.9.1956 – 31.8.1957. 139

– Anlage 1 a Nr. 142 – 139

– Anlage 1 Nr. 9 – 140

– Anlage 1 a Nr. 143 – 140

– Anlage 1 a Nr. 144 – 140

– Anlage 1 a Nr. 145 – 141

 


1

 

Chronik des Schachklub Starnberg



Vorwort


Ich habe mir die Aufgabe gestellt, dem Schachklub Starnberg, dessen

 

Gründungsmitglied ich bin, zu seinem 40=jährigen Jubiläum eine um-

 

fassende Darstellung seiner Geschichte zu widmen. Nicht persönliches Geltungs-

 

bedürfnis oder andere eigensüchtige Gründe sind das Motiv hierfür. Ich will

 

vielmehr versuchen, eine große Lücke zu schließen:


„Der Schachklub Starnberg hat für die Zeit von 1925 bis 1945


keine offiziellen Protokolle und Niederschriften über General-


versammlungs- und andere Versammlungsbeschlüsse mehr in sei-


nem Besitz.“

 

Nicht, daß solche Unterlagen nicht angefertigt worden wären. Sie gingen

 

dem Klub verloren, weil der letzte langjährige Schriftführer des Klubs –

 

Hermann Binner – am 10. 1.1943 gefallen ist und für ihn kein Nachfol-

 

ger mehr gewählt wurde. Die in seiner Privatwohnung lagernden Unter-

 

lagen wurden von mir als dem damaligen 1.Klubvorsitzenden nicht

 

rechtzeitig an mich genommen und später waren sie nicht mehr vorhanden.

 

Ich habe also eine eigene Schuld zu sühnen.

 

Für meine Aufgabe standen mir außer dem Protokollbuch für 1920 – 1924

 

nur die bei mir aufbewahrten Notizen und entwurfmäßigen Auf-

 

zeichnungen, sowie ein umfangreicher Schriftwechsel zur Verfügung. Leider aber kann

 

ich für die absolute Vollständigkeit dieses Materials keine Bürgschaft über-

 

nehmen, zumal auch „die Deutschen Schachblätter“, das offizielle Organ des


 

 

Deutschen Schachbundes und seiner Landesverbände dem Klub ebenfalls

 

verloren gingen. Das vollständig vorhandene Kassenbuch, sowie meine eige-

 

nen persönlichen Partie=Notationen bildeten weitere wertvolle Hilfs-

 

quellen für meine Arbeit. Darüber hinaus aber war ich nur auf mein

 

eigenes Erinnerungsvermögen angewiesen. Meine Bemühungen, von früheren

 

Mitarbeitern in der Klubvorstandschaft ergänzendes Material oder Auskünf-

 

te zu erhalten, hatten nur geringen Erfolg. Sogar die spielerischen Ergebnisse

 

verschiedener Veranstaltungen in den Anfangsjahren des Klubs und seltsamer-

 

weise auch im Jahr 1938 sind nur mangelhaft festgehalten worden.

 

Es besteht daher durchaus die Wahrscheinlichkeit, mindestens aber die große

 

Möglichkeit, daß meine Darstellung in Bezug auf Vollständigkeit und

 

vielleicht auch auf ihre Richtigkeit zu wünschen übrig läßt.

 

Im Wesentlichen aber glaube ich alles gebracht zu haben.

 

Der vorliegende Text der Chronik bringt möglichst in zeitlicher

 

Reihenfolge das Klubgeschehen und Hinweise auf das Spielgeschehen

 

in den einzelnen Vereinsjahren, die jeweils vom 1. September

 

eines Kalenderjahres bis zum 31. August des folgenden Kalen-

 

derjahres laufen.

 

Im Text enthaltene „Vermerke in Rot“ bedeuten die Hinweise

 

auf die Anlagen und Sonderakten zur Chronik.

 

Der Chronik sind für die 40 Vereinsjahre von

 

1920/1921 bis 1959/1960


die folgenden Anlagen und Sonderakten beigefügt:


2

 

Anlage 1: Generalversammlungs-Protokolle 1 Band

und Mitgliederverzeichnisse

ab 1949 ;

 

Anlage 1a: Schriftstücke, den Klub betreffend; 3 Bände

 

Anlage 1b: „ , den Bezirk „ ; 2 „

 

Anlage 1c: „ , „ Oberbayr.Verband “ ; 2 „

 

Anlage 1d: „ , „ Bayr.Schachbund „ ; 2 „

 

Anlage 1e: „ , „ Großdeutschen “ “ ; 1 Band

 

 

Anlage 2:Mitgliederbewegung ;1“

 

Anlage 3: Klubturniere ; 2 Bände

 

Anlage 4: Mannschaftskämpfe ; 3 Bände

 

Anlage 5:

a)besondere Veranstaltungen1 Band

spielerischer Art ;

 

b)besondere Veranstaltungen1“

anderer Art ;

 

 

Sonderakte Nr. 1:Simultanspiel Bogoljubow .1927 – ;1“

 

“ Nr. 2: Wanderpokal 1927 – 1935 ; 1 “

 

“ Nr. 3: Starnbergersee-Woche .1929 – 1 “

Simultanvorst. Spielmann;

 

“ Nr. 4: Starnbergersee-Meisterschaft .1930 – ; 1 “

 

“ Nr. 5: 10=jähriges Stiftungsfest .1931 – ; 1 “

 

“ Nr. 6:Schach – Werbewoche .1933 -;1“

 

“ Nr. 7: Bezirks-Mannschaftsmeister- 1 “

schaft 1935 -1937;

 

“ Nr.8: Schach-Olympiade 1936 in 1 “

München

 

“ Nr.9: Bayerische Schachkongresse 1 “

1938 und 1941 in

Starnberg


 

 

Sonderakte Nr. 10: 30=jähriges Stiftungsfest .1950/51 1 Band

 

“ Nr. 11:Heinrich-Wieland-Wanderpreis1“

.1951 – 1958

 

“ Nr.12: Max Niedermaier-Wanderpreis 1 “

1952 – 1959

 

“ Nr. 13: Schach-Olympiade 1958 in 1 “

München

 

“ Nr. 14: 40=jähriges Stiftungsfest 1 “

 

 

Möge der Klub, der eine so reiche Tradition sein eigen

 

nennen darf, in aller Zukunft leben und wachsen und

 

immer wieder frischen Mut zu großem schachlichen Tun

 

schöpfen.

 

 

Starnberg am 8. Juni 1960.

 

Christian Gerstetter .

 


3

 

1. Vereinsjahr: 1.9.1920 – 31.8.1921

 

 

„Wir gründeten am 1. September 1920 im Café Groll

den Schachklub Starnberg

 

 

Die Vorstandschaft: Gründungsmitglieder:

 

Benedikt Dempf Adam Gerstetter

Kurt Miedaner Benker Hans Lustig

Friedrich Mörtl Biberthaler sen. Karl Mörtl

Biberthaler jr.Vollmann „

 

 

So lautet die von Herrn Miedaner angefertigte und

uns erhalten gebliebene Gründungs-Urkunde.

Insgesamt 11 Herren haben die Gründung des Schachklub

Starnberg vollzogen und damit dem Schachspiel erst-

malig in Starnberg eine Organisation zur Pflege und

Förderung geschaffen. Die erste Vorstandschaft bildete

ein Volksschullehrer-Kollegium. Alle drei Herren waren als

Lehrkräfte an der Volksschule in Starnberg tätig. Die übrigen

Gründungsmitglieder waren:

 

2 Gewerbetreibende: Mörtl Karl, Vollmann

5 Beamte: Adam, Benker, Biberthaler sen., Gerstetter, Lustig

1 Jugendlicher: Biberthaler Gg. jun.

 

Bericht über die Gründungsversammlung: Anlage 1a Protokollbuch S. 2/3

danach:

1. VorsitzenderMidaner

2.„u. Schachwart:Dempf

3„u. Kassenwart: Mörtl Fr.; ab 27.4.21: Kassier Bräu

 

Die von Herrn Miedaner bereits vorbereiteten Satzungen wurden

einstimmig angenommen. Die Vorstandschaft wurde ermächtigt

die Geschäftsordnung festzulegen.

 

Als Klublokal wurde das Gründungslokal: Café Groll,

als Klubabend der Mittwoch bestimmt.

 

Es entwickelte sich sofort ein reger Betrieb im jungen

Verein. In Vorstandssitzungen (23.9. und 27.9.20) in Mitglieder-

Monatsversammlungen (29.9.20; 26.1.21

27.10.20;23.2.21

24.11.20;27.4.21

5.1.21;

wurden alle sich ergebenden Regelungen getroffen.

Ich darf, da ja alle Versammlungsberichte vorliegen auf

diese verweisen – Anlage 1a Protokollbuch S. 4 – 22

Schriftstücke Nr. 1 – 7a –


 

 

Insbesondere wurde die Geschäftsordnung beraten und genehmigt;

der Spielplan für 1920/21 wurde aufgestellt, der Anschluß an den

Bayer. Schachbund beschlossen. Spielmaterial wurde beschafft, lau-

fend über Neuaufnahmen abgestimmt. Mit der Presse wurde Verbindung

aufgenommen – der Verteinskalender wurde abonniert.

Am 27.10.20 wurde ein Antrag auf Lokalwechsel abgelehnt, aber

am 26.1.21 dann doch einstimmig beschlossen.

Neues Lokal: Fischer-Stüberl im Hotel Bayr. Hof –

Die Durchführung eines Klubtourniers wurde beschlossen, hierfür

ein Spielausschuß bestehend bestehend aus den Herren Miedaner, Gerstetter,

Vonwerden eingesetzt und eine Tournierordnung aufgesetzt und

genehmigt.

Ferner wurde am 27.4.21 beschlossen, künftig über Neuaufnah-

men nicht mehr durch Kugeln abzustimmen.

Am 8.12.1920 trat der Klub mit einer Werbeveranstaltung an die Öffent-

lichkeit. Dr.Wellisch, der 1. Vorsitzende des Bayr. Schachbundes gab

im Hotel Seehof eine große Simultanvorstellung. Leider ist der Teil-

nehmerkreis und das Spielergebnis des Meisters nicht mehr feststellbar.

Ich erinnere mich aber noch, daß es eine sehr flotte, eindrucksvolle

Veranstaltung war, die ihren Werbezweck voll erfüllte.– Anlage 5a Nr. ½ –

 

In der Zeit des Klubaufbaus wurde überaus eifrig Schach gespielt. Soweit

das klubeigene Spielmaterial nicht ausreichte, brachte jeder Spieler sein

eigenes Schachspiel mit.

 

Am 12.1.21 begann das erste Klubtournier. 24 Teilnehmer spielten in

3 Gruppen doppelrundig um die Plazierung. Die ersten drei Sieger jeder

Gruppe spielten den Klubmeister aus. Gustav Meyrink wurde der 1.Klub-

meister des jungen Vereins. Fürwahr ein würdiger Meister. Anlage 3 Nr.1

Das Tournier dauerte vom Januar bis Juni 1921. Die Preisverteilung

konnte erst in der generalversammlung am 14.9.21 vorgenommen

werden.

Der neue Klubmeister gab im Anschluß an das Tournier oder noch

kurz vor seinem Abschluß eine klubinterne Simultanveranstaltung

gegen 12 Spieler. Aufzeichnungen darüber sind leider nicht mehr

feststellbar.

 

Beschafft wurde außerdem ein Demonstrationsbrett mit Figuren.

 

Brett: Benker: Schreinerarbeit

Käser: Malerarbeit, berechnete nur das Material

Figuren: Miedaner

 

Der Mitgliederstand erhöhte sich von 11 auf 32 – Anlage 2 Nr. 1 –

 

Im Juli und August 21 große Sommerpause. Eine Reihe Spieler

huldigten auch in dieser zeit dem königlichen Spiel.

 

Der Klub ist im Vereinsregister nicht eingetragen.


4

 

2. Vereinsjahr: 1.9.1921 – 31.8.1922

 

Das Spieljahr begann mit der Ausschußsitzung zur Vorbereitung der Generalver-

sammlung vom 6.9.21. Der Termin der Ge.Versammlung wurde auf 14.9.21

festgelegt; es wurde die tagesordnung aufgestellt und eine Satzungsänderung

vorbereitet. – Anlage 1a Schriftstücke 8 – 10 –

 

Die Generalversammlung fand am 14.9.21 in Anwesenheit von 20 Mitgliedern

statt. Aus dem Tätigkeitsbericht des 1. Vorsitzenden Nidauer – Anlage 1a Schriftstück Nr.11

gilt für das 2. Vereinsjahr nur, dass sich Herr Meyrink zu Vortragen am Demon-

strationsbrettbereit erklärt hat. Er hat solche Vorträge auch wiederholt

abgehalten

Der Protokollbericht über die Generalversammlung enthält u.a.:

die Behandlung der vorgeschlagenen Satzungsänderung:

sie wurde mit einer Änderung gegenüber dem Vorschlag Punkt für

Punkt angenommen,

die Neuwahl der Vorstandschaft: 1. Vors. Midaner

2.„Gräfenhain

Schriftf.Dempf

KassierBräu

SchachwartSalcher

– Anlage 1a Protokollbuch S. 22 – 24

Ein Spielausschuß wurde trotz der vorher beschlossenen Satzungs-

änderung nicht gewählt.

 

Aus den weiteren Protokollberichten über die Monatsversammlungen vom

26.10. und 30.11.1921 ist besonders zu erwähnen:

1. Die Vorstandschaft wird beauftragt, einen Tournierplan für 1921/22 aufzustellen

2. Ein Antrag auf Lokalwechsel wurde eingebracht, weil der Hoteldirektor

des Bayr. Hof erklärt hatte, daß er kein Interesse daran habe, den Schach-

klub weiter zu beherbergen. Motto: lange sitzen, wenig verzehren.

Das Verhalten des Hoteldirektors wird verständlich, wenn man berück-

sichtigt, daß er als Angestellter der Hotel-Betriebs GmbH mit der Abwim-

melung des Schachklubs keine (keine) wirtschaftlichen Nachteile erleiden

mußte. Die immer stärker fühlbaren nachteiligen Wirkungen der Inflation

können sogar die Haltung des Hoteldirektors, vom Standpunkt des Unterneh-

mers aus gesehen, rechtfertigen.

Eine Aussprache mit Hoteldirektor Wecker führte am 30.11.1921 zum

Umzug des Klubs in das Nebenzimmer des Tutzinger Hof.

3. Gleichzeitig wurde der Spieltag vom Mittwoch auf Donnerstag ver-

legt.

4. Der von der Vorstandschaft ausgearbeitete Tournierplan auf Grund des ihr

erteilten Auftrags, der bereits schriftlich am 23.11.21 den Klubmitgliedern

zugeleitet worden war, wurde am 23.11.21 mit unwesentlichen Ergänzun-

gen einstimmig angenommen.

5. Monatsversammlungen nur mehr nach Bedarf.

Anlage 1a Protokollbuch

S. 26 – 31

Schriftstücke 12 – 13 –

 

Am 4.12.1921 fand als Werbeveranstaltung eine Simultan-

Veranstaltung des Herrn Dr.Dyckhoff, 1.Vors. des Bayr. Schachbundes


 

 

im Speisesaal des Tutzinger Hof statt. Auch für diese zweite

öffentliche Veranstaltung ist weder der Teilnehmerkreis noch das

Spielergebnis des Meisters nachträglich feststellbar. Als selbst betei-

ligter Spieler ist mir noch bekannt, daß diese Veranstaltung damals

ein großes Schachereignis für Starnberg war. Der erwartete Wer-

beerfolg wurde allerdings wegen der sich nachhaltig verschlechtern-

den Inflationsverhältnisse nicht erzielt. – Anlage 8a (?) Nr. 3 – 4-

 

Der Mitgliederstand stieg zwar von 32 auf 38, nicht aber die Be-

teiligung am Tournier. – Anlage 2 Nr. 2 –

 

Am 7.12.1921 begann im neuen Vereinslokal das Klubtournier 1921/22.

Insgesamt 24 Teilnehmer, doppelrundig, jeder gegen jeden =

46 Partien für jeden Teilnehmer. Wahrlich ein unglücklicher

Beschluß vom 30.11.1921 Das Tournier wurde nicht zu Ende ge-

spielt und konnte wohl gar nicht zu Ende gespielt werden.

Tournierdauer 7.12.21 – 18.5.22. Meyrink blieb Klubmeister.

– Anlage 3, Nr. 2; Anlage 1a Schriftstück Nr. 14 –


5

 

3. Vereinsjahr: 1.9.1922 – 31.8.1923


Die Generalversammlung fand erst am 23. 11.1922. Die Schwierigkeiten

wegen der immer rascher fortschreitenden Inflation waren so groß ge-

worden, daß der Klub in eine schwere Krise um Sein oder Nichtsein ge-

raten war, die sich zunehmend verschärfte. Bemerkenswert sind die

Sätze in der Einladung zur Gen.Vers. am 14. 11.1922:

 

„Das Erscheinen der Mitglieder zur Versammlung wird zur

Pflicht gemacht, da voraussichtlich die Auflösung des Klubs

in Frage gestellt wird. Unentschuldigtes Nichterscheinen

wird als Austrittserklärung aus dem Klub gedeutet.“

– Anlage 1a Schriftstück Nr. 15 –

 

Der Bericht über die Generalversammlung am 23. 11. siehe

– Anlage 1a Protokollbuch S. 31 – 36 –

 

Trotz der unmißverständlichen Einladung waren nur 16 Mitglieder

anwesend. In der Versammlung wurde nicht über die Klubauflösung

diskutiert. Auch wurden die Nichterschienenen nicht als ausgeschie-

den behandelt; sie sollten lediglich gemahnt und wieder herange-

zogen werden. Im übrigen wurde eingehend über die Frage

debattiert, ob ein Tournier stattfinden solle oder nicht. Es wurde

schließlich die Durchführung eines Tourniers beschlossen und dessen

Ausrichtung der Vorstandschaft überlassen.

Die Vorstandschaft wurde (wurde) wie folgt neugewählt:

 

1. Vors. Miedaner

2.“Gräfenhain

Schriftf.Gerstetter

KassierGeißelbrecht

SchachwartLöchle; später Eisenreich – Anl 1a Protokollbuch S. 38 –

 

Der Mitgliederstand ging von 38 auf 32 zurück. Selbst 4 Gründungs-

mitglieder schieden aus. – Anlage 2 Nr. 3 –

In dem verbliebenen Mitgliederbestand war aber noch eine Reihe

Mitglieder enthalten, die sich am Klubleben und Spielbetrieb nicht

mehr beteiligten. Trotzdem konnte sich der Klub immer noch auf

einen treuen Stamm von ca 20 – 24 Mitglieder stützen und sein Da-

sein weiter fristen.

 

Das Klubtournier wurde in der Zeit vom 8.2.23 – 26.4.23 mit

10 Teilnehmern doppelrundig durchgeführt. Jeder Teilnehmer stiftete

einen Strohpreis, so daß jeder wieder einen Preis gewann.

Meyrink spielte nicht mit. Klubmeister wurde Gerstetter vor

Miedaner und Kainzbauer. – Anlage 3 Nr. 3

“ 1a Protokollbuch S. 37 – 38 –

 

Veranstaltungen irgendwelcher Art konnten bei den gege-

benen Verhältnissen nicht durchgeführt werden; auch weitere

Versammlungen wurden im Berichtsjahr nicht durchgeführt

– Anlage 1a Protokollbuch S. 38 –



6

 

4. Vereinsjahr: 1.9.1923 – 31.8.1924

 

 

Die Generalversammlung fand am 18. 10.1923, also in der Zeit

statt, in der die Inflation ihre höchste vernichtende Wirkung er-

reicht hatte. Man näherte sich der „Billionmarknote“ die dann

Ende 1923 in eine Rentenmark umgestellt wurde.

 

Anwesend waren nur 13 Mitglieder

 

Wichtigster Punkt der tagesordnung war:

„Auflösung des Klubs“

 

Die Anwesenden waren aber am Weiterbestand interessiert. Die

Mehrzahl der nicht oder nicht mehr Interessierten fehlte –

„gottseidank“. Sie hätten bei Anwesenheit den Klub zu Fall

bringen können.

Von den Anwesenden aber konnte ein Beschluß zur Auflösung

nicht gefaßt und ein solcher Beschluß auch nicht erwartet werden.

Die Versammlung entschied sich vielmehr für den Weiterbestand

des Klubs und für das Weiterspielen; ev. sollte nur alle

14 Tage gespielt werden. Der II.Vors. Gräfenhain teilte in der

Debatte eine Äußerung des Mitglieds Thiele ihm gegenüber mit,

daß er bereit sei, dem Klub an Speiltagen seine (Schneider-)

Werkstätte zu überlassen.

Daraufhin wurde beschlossen (einstimmig):

 

„Nachdem der Weiterbestand des Klubs gesichert ist, wäre es zweck-

mäßig, an 2 Klubabenden (1. und 3. Donnerstag) im Klublokale

und an 2 Abenden ( 2. und 4. “ ) bei Herrn

Thiele zu spielen.“

 

Dieser Beschluß wurde auch längere Zeit (etwa bis Frühjahr

1924 durchgeführt – Anlage 1a Protokollbuch S. 39 – 43 –

Schriftstück Nr. 16 –

 

Weitere Beschlüsse u. a.:

 

Turnierbeginn: 1. Spieltag im Dezember

Jeder mit jedem 2 Partien ohne Gruppeneinteilung

 

Beiträge werden nicht laufend, sondern nur von Fall zu Fall

erhoben

 

Neuwahl der Voirstandschaft: 1. Vors. Miedaner

2.“Gräfenhain

Schriftf.: Gerstetter

Kassier: Geißelbrecht

Schachwart: Eisenreich

 

Bereinigung des Mitgliederbestands:

den Mitgliedern, die schon seit mehr als 1 Jahr im Klub

nicht mehr erschienen sind, ist in Verbindung mit einem


 

 

kurzen Versammlungsbericht mitzuteilen, daß sie aus der

Mitgliederliste gestrichen werden, wenn sie sich nicht bis 25.10.23

äußern oder an diesem Tag im Klublokal erscheinen

dies geschah mit Schrb vom 22.10. 23, den Beteiligten zuge-

stellt am 23.10.23 – Anlage 1a Schriftstück Nr. 16 –

 

Daraufhin wurden gestrichen: 2 Gründungsmitglieder

4 andere Mitglieder

Ende Nove,mber 1923 nahm die Inflation ihr Ende. Langsam

stabilisierten sich die allgemeinen Verhältnisse. Auch beim

Klub war mit dem Ende dieser unseligen Inflation der

Tiefstand errreicht. Allein er war durch die unermüdliche

Arbeit der Vorstandschaft, ganz besonders aber des 1. Vors.

Miedaner, unterstützt durch ein Häuflein Getreuer,

wenigstens gerettet.

Von Ende November an deuteten bestimmte Anzeichen

darauf hin, daß der Klub die Krisenjahre zwar klein aber

immerhin gesund überwunden habe und schon sich an-

schickte wieder zu wachsen. Den 6 Mitgliederstreichungen

und 2 anderen Abgängen standen aber bereits wieder

6 Neuzugänge gegenüber, so daß sich der

 

Mitgliederstand nur noch 32 auf 30 senkte – Anlage 2 Nr. 4 –

 

Am Klubtournier beteligten sich wieder 19 Spieler, von denen

allerdings 3 zurücktraten und 2, ohne zurückzutreten einen

großen Teil ihrer Spiele nicht erledigten. Leider mußte ich die

frühere Tourniertabelle, aus der ich als Klubmeister hervor-

ging, bei Anfertigung dieser Chronik berichtigen. Nach Berichtigung

wäre zur Ermittlung des Klubmeisters ein Stichkampf zwischen

Miedaner und mir erforderlich gewesen.

Klubmeister 1923/24: Miedaner. (Einzelheiten siehe Anlage 3 Nr. 4 –

Beginn des Tourniers: Anfang Dezember; Dauer bis Ende Mai 24.

 

Am 17.1.24: Simultanspiel Schmidt (Mchn-Ost) in Starnberg

auf 30 Brettern; Ergebnis: + 25; = 2; 0 -3.

– Anlage 5a Nr. 5 –

 

Am 17.2.24: fand in München ein Mannschaftswettkampf

der erste des Klubs überhaupt, gegen den

Schachklub München-Ost statt. Ergebnis: 4 .6

wohl infolge Unterschätzung des Gegners durch

Mchn-Ost.– Anlage 4 Nr. 1 –

 

Am 18.5.24: kam Mchn-Ost mit stärkster Besetzung zum

Mannschafts-Rückkampf nach Starnberg.

Auf 16 Brettern siegten die Münchner 14 ½ . 1 ½

und demonstrierten so ihre wahre Spielstärke

 

Nachmittags fand ein gemeinsamer Ausflug nach

nach Maising statt.– Anlage 4 Nr. 2 –


7

 

5. Vereinsjahr: 1.9.1924 – 31.8.1925

 

Die Generalversammlung wurde in einer Ausschußsitzung, die bereits

am 21.8.1924 stattfand, auf 11.9. 24 festgelegt.

Die in dieser Ausschußsitzung für die Generalversammlung aufgestellte

Tagesordnung ist in

Anlage 1a Protokollbuch S. 46 – 47,

Schriftstück Nr. 7

 

festgehalten.

Bemerkenswert ist hier, daß der Generalversammlung vorgeschlagen wurde

u.a.:

das Spieljahr beginnt regelmäßig mit der Generalversammlung;

das Tournier wird als Stärketournier auf Grund der letzten Tur-

nierergebnisse in Gruppen A und B, erforderlichenfalls C, durchgeführt

In Gruppe A: a) die ersten 6 des letzten Turniers

b) weitere anerkannt starke Spieler

Diese Tournier unter strengster Anwendung der allgemeinen

Tournierregeln mit Schachuhren durchführen

4 Schachuhren sollen beschafft werden.

 

In Gruppe B: der rest der Spieler, evt. Aufstellung einer weiteren

Gruppe C.

 

Die Einladung zur Generalversammlung erging am 28.8.1924

Anlage 1a Schriftstück 18

 

Die Generalversammlung fand am 11.9.1924 bei Anwesenheit von nur

11 Mitgliedern statt. Anlage 1a Schriftstück Nr.19

 

Bezüglich des am 2.10.24 beginnenden Tourniers wurde der

Vorschlag des Ausschußes in der Weise abgeändert, daß in

3 Gruppen: 1. Meisterschaftstournier

2. Haupttournier

3. Nebentournier

ohne Auf- und Abstieg gespielt wird. Die Gruppeneinteilung

nehmen die Teilnehmer durchn ihre meldung, in welcher Gruppe

sie spielen wollen, vor

Ein Antrag Kainzbauers, einen eigenen Spielausschuß einzu-

setzen, wurde bis nach der Neuwahl zurückgestellt.

 

Als Vorstandschaft wurden neu gewählt:

1. Vors.Miedaner

2.“Gräfenhain

Schriftf.Buchner Franz

Kassier: Geißelbrecht

Schachwart: Eisenreich

 

Gerstetter war als Schriftführer zurückgetreten, weil er sich

für 1924/25 dem Schachklub München-Ost anschloß um das

Klubleben und der Spielbetrieb in einem großen Klub


 

 

zu studieren und dort auch ein Tournier mitzuspielen. Der für

diesen Zweck erbetene Urlaub wurde ihm ohne weiteres gewährt.

 

Sodann wurde die Spielausschußfrage damit erledigt, daß

beschlossen wurde:

die Vorstandschaft ist gleichzeitig auch der Spielausschuß.

 

Da traf den Klub ein schwerer Schlag. Er verlor seinen 1. Vors.

Miedaner durch dessen Versetzung am 30. Oktober 1924 nach

Oberhummel bei Freising. Der 2. Vors. Gräfenhain übernahm

die Vereinsführung bis zur nächsten Generalversammlung. Ich selbst

konnte meinen Beitritt bei Mchn Ost nicht mehr rückgängig

machen.

Miedaner’s und mein Fehlen sind wohl die Hauptgründe dafür,

daß Tournierunterlagen für 1924/25 nicht mehr vorhanden sind.

Wieviel Spieler am Tournier teilnahmen und wie sie sich auf

Meisterschafts= Haupt= und Nebentournier verteilten. Sowie welche

Erfolge sie erzielten, kann deshalb auch in der Chronik des Vereins

nicht dargestellt werden. Bekannt ist nur noch, daß

Herr Kainzbauer den Titel: Klubmeister 1924/25 errang.

– Anlage 3 Nr.5 –

 

Vereinswettkämpfe und andere spielerische Veranstaltungen

fanden nicht statt.

 

Der Mitgliederstand erhöhte sich von 30 auf 37; er erreichte

damit fast wieder den Mitgliederstand des 2. Vereinsjahrs

( 1921/22 = 38 Mitgl.).

– Anlage 2 Nr. 5 –

 


8

 

6. Vereinsjahr: 1.9.1925 – 31.8.1926


Zwar wurde in der Generalversammlung vom 11.9.24 beschlossen,

daß das Spieljahr regelmäßig im Zeitpunkt der Generalversamm-

lung beginne, für die Chronik wird jedoch aus Gründen der

Übersichtlichkeit am 12monatigen Berichtszeitraum, begin-

nend am 1.9. jeden Kalenderjahres festgehalten.

 

Von jetzt an fehlen die Generalversammlungsniederschriften völlig.

(Hinweis auf Vorwort der Chronik). Wo vereinzelt persönliche Auf-

zeichnungen über General- und andere Versammlungen noch vorliegen,

habe ich sie als Belege zur Chronik in Anlage 1a Schriftstücke unter

entsprechender Bezifferung abgelegt.

 

Die Generalversammlung fand am 8.10.1925 statt. Ich hatte mein

Gastspiel beim SK Mchn-Ost im Sommer 1925 beendet und war

spielerisch wieder bei meinem Starnberger Klub tätig.

In der Generalversammlung wurde ich als Nachfolger Miedaner’s

zum 1. Vors. gewählt und habe angenommen. Ich war mir

dessen bewußt, wie schwer es sein würde einen so hervorragen-

den Vorgänger ersetzen zu müssen. Allein die Krisenjahre des

Klubs schienen vorüber und ich war auch willens mich nach besten

Kräften für den Weiterbestand des Vereins einzusetzen.

Die neue Vorstandschaft:

 

1. Vors. Gerstetter

2.“Gräfenhain

Schriftf. Buchner Franz

Kassier Geißelbrecht

SchachwartEisenreich

 

Der Beginn des Spielbetriebs war auf 15.10.1925, der Tournier-

beginn auf 5.11.25 festgelegt worden. (Anlage 1a Schriftstück Nr. 10).

 

Am 15.10.25 hatten es 4 Vorsteher Starnberger Behörden für richtig befunden

sich in unserem Spiellokal zum regelmäßigen Donnerstag-Schaffkopf

zu treffen. Eine sofortige Aussprache führte zu keinem Ergebnis. Der Gast-

wirt wollte keine Entscheidung treffen. Eine Aussprache zwischen meinem

Dienstvorgesetzten – er war einer der 4 Vorsteher – und mir führte

nur zu der Abmachung, daß am 22.10.25 in getrennten Versammlun-

gen und zwar

die 4 Herren im Tutzinger Hof

der Schachklub in der Starnberger Alm

die Lage beraten und das künftige Verhalten entschieden werden

sollte. – Anlage 1a Schrfitstück Nr. 21 –

In der Versammlung am 22.10.25 wurde das Verbleibendes Klubs

im Tutzinger Hof und die Beibehaltung des Donnerstag als Spiel-

abend beschlossen.

Nach einer zweiten Aussprache zwischen meinem Dienstvorgesetzten

und mir räumten die 4 Schaffkopffreunde das Feld.

 

In der Versammlung vom 22.10.25 wurde außer dem Punkt:

„Ungestörter Spielbetrieb“ auch die Ernennung Miedaner’s zum Ehrenmitglied


 

 

beschlossen.

Miedaner’s unermüdlicher Einsatz um die Gründung, insbesondere aber

um die Erhaltung des Klubs in den Inflationsjahren, sein Wirken in

allen Belangen des Klubs: Spielbetrieb, Materialbeschaffung und

Organisation des Klubs waren für diesen Beschluß eine eindeu-

tige, unwiderlegbare Begründung.

 

Außerdem wurden Einzelheiten für das am 5.11.25 beginnende Tournier und

die Tournierordnung festgelegt.

Als Spielausschuß wurde die Vorstandschaft und

der Klubmeister Kainzbauer

eingesetzt.

– Anlage 1a Schriftstück Nr. 22/23 –

 

Miedaner hat die Ernennung zum Ehrenmitglied angenommen

und seinen Klub am 12.1.1926 besucht; hierbei gab er eine

klubinterne Simultanvorstellung, für die Teilnehmerzahl und

Miedaners Spielergebnis nicht festgehalten worden ist. Wir alle

haben uns über Miedaner’s Besuch aufrichtig gefreut.

– Anlage 1a Schriftstück Nr. 24/25 –

 

Am 13.9.25 fand in Starnberg ein Mannschaftswettkampf

zwischen SK Starnberg und Laim kombiniert

und SK München Ost statt.

Gespielt wurde auf 18 Brettern.

Ergebnis: München Ost: 17 Partien = 11 Punkte

Starnberg: 10 Partien=4 ½“

Laim: 9Partien=2 ½“

– Anlage 4 Nr. 3 –

 

Das Tournier 1925/26 begann am 5.11.25 in zwei Gruppen:

Meisterschaftstournier: 9 Teilnehmer, davon 1 zurück-

getreten.

Sieger und Klubmeister: Gerstetter

Nebentournier: 13 Teilnehmer, von 6 Spielern

nicht ganz durchgespielt.

Sieger: Rucker Erich

Beide Tourniere wurden doppelrundig durchgeführt.

– Anlage 3 Nr. 6 –

 

Am 10.6.26 wurde ein Klub-Blitztournier mit 7 Teilnehmern

innerhalb von 2 Stunden durchgeführt.

Sieger: Schlicht mit 5 Punkten aus 6 Partien

– Anlage 3 Nr. 7 –

Am 4.7.26 fand in Schongau ein Mannschaftskampf

Starnberg gegen Schongau auf 15 Brettern statt.

Ergebnis: 10: 5 für Starnberg

– Anlage 4 Nr. 4 –

 

Der Mitgliederstand erhöhte sich von 37 auf 52

– Anlage 2 Nr. 6 –

 

 


9

 

7. Vereinsjahr: 1.9.1926 – 31.8.1927

 

Die Generalversammlung fand am 9.9.1926 statt. Anlage 1a Schriftstück 26,27 –

Besonders erwähnenswert ist eine Stiftung des 2. Vors. Käser im Vereinsjahr 25/26.

Er hat dem Klub zu Weihnachten 25 eine sehr schöne Wandtafel geschenkt. Die

Preisverteilung für das Tournier 25/26 konnte erstmals mit musikalischen

Darbietungen verschönt werden. Es verdient auch festgehalten zu werden, daß

der jeweilige Klubmeister seit 24/25 eine künstlerische Meisterurkunde er-

hielt, die vom Schriftführer Buchner jeweils selbst angefertigt wurde.

 

Beschlossen wurde eine Änderung der Satzungen und der Geschäftsordnung.

– Anlage 1a Schriftstück 28 –


Die neue Vorstandschaft:

1. Vors. Gerstetter

2.“Käser sen.; er war schon im Laufe des Vereinsjahres

25/26 für den nach München versetztenbis-

herigen 2. Vors. Gräfenhain kommisa-

risch tätig.

Schriftf: Buchner Franz

Kassier: Geißelbrecht

Schachwart: Eisenreich

 

Spielausschuß: Käser sen., Vorsitzender

Kainzbauer, Dichtl, X.Rucker als Beisitzer

Gerstetter als Klubmeister, später Frieß

 

Der Tournierbeginn wurde auf den 30.9.26 festgelegt. Vorgesehen waren

bei freiwilliger Einzeichnung der Teilnehmer 3 Gruppen. Kein Reugeld,

jedoch Verpflichtung jedes Teilnehmers einen Strohpreis im Mindestwert

von 1 RM zu stiften. Die Tournierordnung wurde ergänzt. Herr Miedaner

wohnte der Generalversammlung bei. – Anlage 1a Schriftstück Nr. 29 –

“ Nr. 23 erste Einlage –

Das Tournier 26/27 begann am 30.9.26 mit einer Rekordbeteiligung von

36 Mitgliedern und zwar: im Meisterschaftstournier: 12 Teilnehmer

“Haupttournier:13“

“Nebentournier:11“

In allen Gruppen wurde doppelrundig gespielt, was allerdings verschie-

dene Partieausfälle zur Folge hatte.

Klubmeister 26/27 wurde Herr Ferdinand Frieß. – Anlage 3 Nr.8 –

 

Die Preisverteilung war diesmal ein besonderes Ereignis. Jeder Spieler,

der das Tournier durchspielte, brachte seinen Strohpreis. Eine Kapelle von

4 Mann, darunter Kunkel mit Cello, sorgte den ganzen Abend bis weit

in den nächsten Tag hinein für Unterhaltung und Stimmung. Die Aus-

wahl der Preise, ihr Auspacken und die damit verbundenen Überraschun-

gen – es wurden durchwegs schöne Preise gestiftet – erhöhten die Stimmung

beträchtlich. Entgegen den sonstigen Gepflogenheiten der Schachspieler wurde

oft und manchmal auch zu tief ins Glas geschaut. Insbesondere der

neue Klubmeister Frieß hatte das getan. Ich erinnere mich des-

sen genau. Als es ans Zahlen ging – es war inzwischen etwa

3 Uhr morgens geworden, meinte er zu mir:

„Christian, wenn du sagst, daß die Rechnung (der Kassiererin) stimmt,

bezahle ich.“ Nachdem ich die Richtigkeit bestätigt hatte, zahlte er


 

 

anstandslos. Ich wollte dann seinen Preis und insbesondere seine schöne

Meisterurkunde an mich nehmen, um sie vor möglichem Schaden zu bewahren.

Dies ließ er jedoch nicht zu. „Du möchtest halt diese schöne Urkunde gern für

dich behalten“, sagte er lachend, klemmte sie unter seinen Arm und trug sie

mit seinem Preis heim. Die Urkunde hatte bei der nicht behutsamen Behand-

lung einige Knicke bekommen. Wenn Meister Frieß sie noch hat, müßten

sie heute noch erkennbar sein.

 

Am 10.10.1926 fand in Starnberg der Rückkampf: Starnberg – Schongau auf

15 Brettern statt. Starnberg siegte 12: 3. – Anlage 4 Nr. 5 –

 

Mit Rundschreiben vom April 1927 übersandte der Bayer. Schachbund seine

Satzungen. – Anlage 1 d Nr. 1,2 –

Mit einem weiteren Rundschreiben vom 27. 4. 27 an die oberbayr. Schachvereine

wurden diese zu einer Versammlung für den 8.5.27 nach Mchn Gasthaus

„Modern“ eingeladen. Zweck: Gründung eines Oberbayr. Schachverbandes.

Der Verband wurde am 8.5.27 gegründet. Starnberg war nicht vertreten.

– Anlage 1 c Nr. 1,2 –

Am 16.1.1927 fand in Starnberg ein außergewöhnliches Schachereignis statt.

Großmeister Bogoljubow spielte an diesem Tage im Hotel

Seehof simultan gegen

44 Spieler. Ergebnis: 41 Siege

1 Remis

2 Niederlagen, davon eine

gegen Frieß – Starnberg.

Dauer 4 ½ Stunden !!Wir haben den Großmeister als einen jeder-

zeit freundlichen und liebenswürdigen Menschen kennen gelernt.3 Tage war

er in Starnberg. Ich war immer bei ihm.. Er hat mir aus seinem Leben

und seiner Schach-Laufbahn viel erzählt u.a. auch wie schwer es ist, ein

Schach-Berufsspieler zu sein.– Anlage 5 a Nr. 6 und Sonderakte 1 –

 

Im März 1927 wurde dem Klub ein Wanderpreis – eine Fruchtschale – gestiftet.

Der Stifter wollte unbekannt bleiben. Die Tournierordnung wurde am 24.3.27 fest-

gelegt. Nach dem Willen des Stifters waren nur die Haupt- und Nebentournier=

spieler im Zeitpunkt der Stiftung spielberechtigt und blieben es auch dann, wenn

sie später im Meisterschaftstournier mitspielten. Neu eintretende Spieler waren

teilnahmeberechtigt. Die Meisterschaftstournierspieler im Zeitpunkt der Stif-

tung, also nach der Tabelle für 26/27, blieben für die ganze Tournierdauer von

der Teilnahme ausgeschlossen.

Erster Gewinner bei 10 Teilnehmern: Herr Adolf Gottwald.

– Anlage 3 Nr.9 und Sonderakte 2 –

 

Am 1.5.27 fand in Fürstenfeldbruck ein Mannschaftskampf:

Starnberg gegen F’Bruck auf 14 Brettern statt.

Starnberg verlor mit 5: 9 – Anlage 4 Nr. 7 –

 

Am 26.5.27 fand in Starnberg ein Mannschaftskampf

Starnberg gegen Weilheim auf 18 Brettern statt.

Starnberg gewann mit 11: 7 – Anlage 4 Nr. 7 –

 

Der Mitgliederstand verringerte sich von 52 auf 49 Mitglieder.

– Anlage 2 Nr. 7 –


10

 

8. Vereinsjahr: 1.9.1927 – 31.8.1928

 

Die Generalversammlung fand am 15.9.1927 statt.

– Anlage 1 a Schriftstücke Nr. 30, 31 –

 

Im Besonderen war Gegenstand der Beratung und Beschlußfassung:

 

a) Beitritt zum neugegründeten Oberbayrischen Schachverband.

Dieser Verband war bereits am 8.5.27 gegründet worden.

In der Generalversammlung wurde der Beitritt zum Verbande

zwar beschlossen, die Anmeldung des Beitritts bis zur weiteren

Klärung verschiedener Fragen zurückgestellt.

 

b) Neue Vorstandschaft:

1. Vors.Gerstetter

2.“Käser

Schriftf.Buchner

Kassier:Geißelbrecht

Schachwart:Eisenreich

 

Spielausschuß: Gerstetter

Kaser

Kainzbauer

Dichtl

+ jeweiliger Klubmeister

 

c) Der Spielplan 27/28.

Der Tournierbeginn wurde auf 29.9.27 festgelegt.

Nach dem Tournier soll ein Anfängerlehrgang durchge-

führt werden.Die Tournierordnung wurde ergänzt.

– Anlage 1 a Schriftstück Nr. 23 2 Einlagen –

 

Oberbayr. Schachverband.

Am 30.9.27 erging unter Übersendung der Verbandsatzungen

die Aufforderung an den Klub dem Verbande beizutreten.

– Anlage 1 c Schriftstück Nr. 3 –

Die Beitrittserklärung erfolgte im Oktober 1927.

– Anlage 1 c Schriftstück Nr. 4 –

Die erste Jahresversammlung des Verbandes fand am 1.7.28 in

Mchn Rest. Goetheburg statt. Organisationsfragen, Beitragserhöhung

Erfassung der noch ausstehenden Vereine, Neuwahl füllten die

Zeit aus. Der junge Verband erlebte keine stürmische Aufwärts-

entwicklung.

– Anlage 1 c Schriftstück Nr.8 – 10 –

 

Am 11. bayr. Kongress vom 15 – 25.8. 28 in Bad Kissingen nahm vom

Klub niemand teil.

– Anlage 1 d Schriftstück Nr. 3 –

 

Das Klubtournier wurde anders durchgeführt als bisher. Die

26 Teilnehmer wurden in 6 Gruppen A – F ausgelost. Die


 

 

Gruppen A und F mit je 5 Spielern, die Gruppen B, C, D, E mit je 4

Spielern besetzt. Gespielt wurde doppelrundig, begonnen wurde am

29.9.27.

Im zweiten Teil des Tourniers spielten die Gruppenersten, =zweiten,

=dritten, =vierten und =fünften unter sich den Sieger aus. Da am

zweiten Tournierteil nur mehr 22 Spieler beteiligt waren, rückten

jeweils die Gruppennächsten nach. In dem Tournier holte sich Herr

Geißelbrecht als Sieger unter den Gruppenersten den Klubmeister-

tittel 1928. Das Tournier verlief reizvoll und hatte den Vorteil,

daß es nicht übermäßig lange dauerte.

– Anlage 3 Nr. 10 –

Am 2. Wanderpreistournier beteiligten sich 12 Spieler.

Sieger wurde Josef Herrmann, der damit den Wander-

preis zum ersten Male gewann.

– Anlage 3 Nr. 11 –

und Sonderakte 2

Am 23.10.1927 fand in Weilheim der Rückkampf

Starnberg – Weilheim auf 14 Brettern statt

Ergebnis: 7: 7 unentschieden.

– Anlage 4 Nr.8 –

 

Aqm 6.11.1927 fand in Starnberg der Rückkampf

Starnberg – Fürstenfeldbruck auf 16 Brettern statt

Starnberg unterlag 7: 9 – Anlage 4 Nr.9 –

 

Am 14. 1.1928 fand im Hotel Seehof die Preisverteilung

für das Klubtournier 27/28 statt. Sie wurde im

„Seehof“ abgehalten, weil sie im Rahmen eines „maskier-

ten Kränzchens“ vor sich ging. Es war ein schöner, stim-

mungsfroher Abend, der sich denn auch bis einige Zeit

nach Mitternacht ausdehnte.

– Anlage 5 b Nr. 1, 2 –

 

Am 19.1. 28 begann im Klublokal ein

Anfänger-Lehrgang

zu dem 10 Teilnehmer sich meldeten, wovon

9 Teilnehmer sich dem Klub als Mitglieder anschlossen.

Der Lehrgang wurde von mir durchgeführt.

– Anlage 1 a Schriftstück Nr. 32 –

 

Im Berichtsjahr beteiligte sich erstmals eine Frau

– Frau Fink – an einem Tournier – Wanderpreistournier.

Weitere 3 Frauen traten dem Klub als Mitglieder bei.

 

Der Mitgliederstand erhöhte sich von 49 auf 61

– Anlage 2 Nr.8 –


11

 

9. Vereinsjahr: 1.9.1928 – 31.8.1929.


Die Generalversammlung fand am 27.9.1928 statt.

– Anlage 1 a Schriftstücke Nr. 33 – 35 –

Neben den üblichen unerläßlichen Punkten der Tagesordnung wurde

insbesondere beschlossen, an der geplanten „Starnberger See-Woche“ mit einer Schachver-

anstaltung teilzunehmen, falls man an den Klub diesbezüglich herantreten würde.

Beschlossen wurde außerdem, im kommenden Fasching ein „Schachkränzchen ab-

zuhalten. Endlich sollte der Klub im Hinblick auf die baldige Feier des 10=jäh-

rigen Bestehens mit einem schönen, ausreichenden Spielmaterial ausgestattet

werden.

Neue Vorstandschaft: 1. Vors. Gerstetter

2.“Käser

Schriftf: Buchner Franz

Kassier: Geißelbrecht

Schachwart: Oberndorfer [gestrichen] berichtigt: Binner Hermann

Spielausschuß: Vors. Käser Beisitzer: Gerstetter

Kainzbauer

 

Im Berichtsjahr hat der Klub sein Mitglied: Baron von Arwuld de la Periere

durch Tod verloren. v.Arwuld entstammte einer Emigrantenfamilie aus Frank-

reich. Er war aktiv ein hoher Offizier (Oberstleutnant) in Ostpreußen und

hat sich in Starnberg zur Ruhe gesetzt. Er war trotz seines hohen Alters ein

leidenschaftlicher Schachspieler. Wenn man ihn nach seinem Befinden be-

fragte, antwortete er konstant mit tiefer Baßstimme:

„Nur wenn ich Schachspielen kann, geht es mir gut.“

Jeden Samstag mittag, noch ehe ich vom Dienst heimkam, wartete

er bereits in meiner Wohnung auf mich. Jeden Samstag nachmittag

spielten wir im Tutzinger Hof stundenlang das ganze Jahr hindurch, oft

zum Leidwesen meiner Gattin. Ich wollte aber, daß es dem alten Herrn

„immer gut gehen“ sollte und konnte ihm seine Bitte nicht abschlagen, hof-

fend, daß ich auch einmal im hohen Alter noch Schachpartner finden möge !

Ich spielte mit ihm auch, weil er abends auf Grund seines Gesundheitszustandes

und seines Alters nicht mehr spielen konnte. Er hat dem Klub ein Elfenbein-Schachspiel

hinterlassen, das zwischenzeitlich zwar beschädigt wurde, aber immer noch

sich in unserem Schachschrank befindet.

 

Ende Dezember 1928 wurde lt. Kassebuch um 127,70 RM Spielmaterial erwor-

ben. Im Oktober 1928 war bereits um 30,35 RM Spielmaterial gekauft wor-

den.

 

Starnberger Seewoche: Bereits am 15.10.28 war der Klub vom Stadrat Starnberg

aufgefordert worden, an der für den Sommer 1929 geplanten „Starnberger

Seewoche“ entweder mit eigener Veranstaltung teilzunehmen oder

über Mitarbeiter bei anderen Veranstaltungen zur Vrfg zu stellen.

Der Klub stellte Herrn Hirt zum Ortsausschuß der Starnberger Seewoche ab;

im übrigen war eine eigene Veranstaltung in Aussicht genommen.

In Zusammenarbeit mit dem SK Tutzing gelang es, Großmeister

Spielmann zu zwei aufeinanderfolgenden Simultanspielen

und zwar am 29.7.29 in Tutzing,

am 30.7.29 in Starnberg zu gewinnen.

Das Programm der „Starnberger Seewoche“ erstreckte sich über 11 Tage

und sah verschiedenartige Veranstaltungen in den größeren Orten


 

 

am See oder auf dem See selbst vor. Die zeitliche Reihenfolge der

Veranstaltungen ist in der Sonderakte: Starnberger Seewoche auf

dem Brief Spielmanns an Geißelbrecht vom 29.5.29 von diesem

festgehalten worden. Sie füllten die Zeit vom 27.7. – 6.8.28 [sic !] aus.

Spielmann erledigte seine beiden Veranstaltungen mit folgenden

Ergebnissen:

 

29.7.29 in Tutzing am 30.7.29 in Starnberg:

30 Partien, davon 38 Partien, davon

für den Meister: für den Meister:

gewonnen 25 gewonnen 25

remis 3 remis 9

verloren 2 verloren 4

– Anlage 5 a Nr. 7

und Sonderakte 3

 

Im Januar 1928 wurde das geplante Schachkränzchen durchge-

führt. Es erwies sich als zugkräftiger als erwartet weniger

im Hinblick auf den Besuch, als auf die netten Stunden, die mit Tanz

und kleinen Einlagen ausgefüllt waren. Es entstand da bereits der

Plan im kommenden Jahr eine größere Veranstaltung auf-

zuziehen.

 

Oberbayrischer Schachverband:

Aus den Rundschreiben des Verbandes vom 7.5. und 8.5.29 ergibt sich

das Bemühen des Verbands-Vorsitzenden, dem Verbande Leben einzuhauchen

– Anlage 1 c Nr. 14 – 16 –

Am 1.7.29 erging Einladung mit Tagesordnung zur 2. Jahresversammlung

des Verbandes für den 21. 7.29 nach Mchn, Café-Restaurant „Goetheburg“

– Anlage 1 c Nr. 17-18 –

Am 8.7.29 forderte der Verband auf, für den bereits im Vorjahr beschlosse-

nen und vom 7 – 10.9.29 stattfindenden 1. Kongreß des Oberbayr.Schach-

verbandes zu melden. Unverbindlich wurde die Teilnahme von 3 Klub

mitgliedern gemeldet. – Anlage 1 c Nr.19, 20 –

 

Zur Information der Vertreter des Klubs bei der Jahresversammlung des

Oberbayr. Verbandes, ferner aber auch wegen dem unmittelbar bevor-

stehenden Beginn der „Starnberger Seewoche“ war für den 18.7.29 eine

Klubmitgliedert-Versammlung ins Klublokal einberufen worden, für die

zwar die Tagesordnung, nicht aber Beschlüssevorhanden sind.

– Anlage 1 a Schriftstück Nr. 36, 37 –

 

In der Jahresversammlung des Oberbayr. Schachverbandes am 21.7.29

in München – Goetheburg war der Klub durch

den 1. Vorsitzenden Gerstetter und

Gründungsmitglied Biberthaler vertreten.

Der Jahresbericht ergab folgendes traurige Bild:

 

dem Verband gehörten 10 Vereine an; 30 Vereine standen trotz

aller Bemühungen der Verbandsleitung nach wie vor abseits.

Von den 10 Verbandsvereinen hatten nur 3 Vereine ihre finan-

ziellen Verpflichtungen erfüllt. In der Versammlung waren nur

4 Verbandsvereine: Schongau, Garmisch, Pasing, Starnberg und


12

 

noch 9. Vereinsjahr: 1.9.28 – 31.8.1929

 

Kolbermoor als Gast vertreten. Daß unter solchen Umständen

ein Verbandsleben nicht blühen, wachsen und gedeihen kann, ist

klar.

Der Kongreß in Garmisch kam daher auch nicht zur Durchführung.

– Anlage 1 a Schriftstück Nr. 39 –

 

Die Klubtourniere 28/29 begannen am 4.10.1928. Gespielt wurden:

Meisterschaftstournier:8 Teilnehmer

Haupttournier:8“

Nebentournier:8“

Anfängertournier:6“

Alle Tourniere doppelrundig. Da streng auf Einhaltung der Spieldisziplin

geachtet wurde, mußten verschiedene Partien wegen Nichtantretens zum

Tournierspiel genullt werden. Von insgesamt 198 zu spielenden Tour-

nierpartien wurden aber doch 170 Partien tatsächlich gespielt.

Klubmeister 28/29: Gerstetter.

Die Preisverteilung, mit musikalischen Darbietungen umrahmt, füllte

einen Abend aus, der wie stets zuvor eine gerne hingenommene

Unterbrechung des sonst üblichen Schachspielens war.

– Anlage 3 Nr. 12 –

Am 7.3.29 begann das 3. Wanderpreistournier.

Anstelle des bisherigen gestifteten Wanderpreises – eine Fruchtschale –

der bereits beschädigt war, hat der Klub aus eigenen Mitteln einen

neuen Preis – Pokal – erworben, der nach den bisherigen Bestim-

mungen ausgetragen wurde; die bisherigen Gewinner galten

bereits als Gewinner des neuen „Ersatz“ Preises. Bei einer

Teilnehmerzahl von 20 gemeldeten Spielern mußte jedoch der Austragungs-

modus geändert werden. Eine Unterteilung in Gruppen sollte vermieden

werden; das Rundensystem – 19 Runden – war nicht durchführbar.

Es wurde daher ein System mit Zustimmung der Teilnehmer wie folgt

angewandt:

Es findet eine Auslosung statt. Die Spieler spielen 3 Runden nach der

Paarungstafel für 20 Teilnehmer durch und zwar zuerst die 19. Runde,

sodann die 18. und 17. Runde. Wer 3 Niederlagen hat, scheidet aus.

Remispartien zählen nicht als halbe Verlustpunkte. Nach jedem

Ausscheiden eines oder mehrerer Spieler findet eine Neupaarung

der im Rennen verbleibenden Spieler statt, jedoch so, daß immer an-

dere Gegner zusammenkommen, solange dies möglich ist.

 

Sieger ist, wer als einziger mit weniger als 3 Niederlagen

übrigbleibt.


Tourniersieger: Herr Adolf Hirt, gewinnt den Wanderpreis

zum ersten Male.

 

Der Tournierverlauf war sehr reizvoll. Die Spieler haben dieses

Tourniersystem mit großem Interesse gespielt. Die abgeschla-

genen Spieler brauchten nicht ein langes für sie aussichts-

loses Tournier durchzustehen.

– Anlage 3 Nr. 13 –

und Sonderakte 2


 

 

Während des Tourniers wurden von mir an den Spielabenden regelmäßig

Besprechungen am Wandbrett für Anfänger und Fortgeschrittene von

abends 8 Uhr bis 8.30 abgehalten. Das Tounierspiel begann um

8.30.

 

Am 8.12.1928 fand in Tutzing ein improvisierter Mannschaftskampf

Starnberg – Tutzing auf 7 Brettern statt. Starnberg spielte

mit 7 Spielern, die gerade greifbar waren.

Der Wettkampf endete unentschieden 3 ½: 3 ½

Hierbei wurden zwei offizielle Mannschaftskämpfe vereinbart.

– Anlage 4 Nr. 10 –

 

Am 6.1.1929 fand in Starnberg der Mannschaftskampf:

Starnberg – Tutzing auf 12 Brettern statt.

Starnberg siegte mit 7 ½: 4 ½ .

– Anlage 4 Nr. 11 –

 

Am 3.3.1929 fand in Schongau der Mannschaftskampf:

Starnberg – Schongau auf 15 Brettern statt.

Starnberg siegte mit 8 ½: 6 ½ .

– Anlage 4 Nr. 12 –

 

Am 6.4.1929 fand in Tutzing der Rückkampf:

Starnberg – Tutzing auf 11 Brettern statt.

Starnberg siegte mit 7: 4

– Anlage 4 Nr. 13 –

 

Am 23.6.1929 fand in Starnberg der Mannschaftskampf

Starnberg – Mchn-Anderssen auf 14 Brettern statt.

Starnberg verlor mit 2 ½: 11 ½ .

– Anlage 4 Nr. 14 –

 

Der Mitgliederstand erhöhte sich von 61 auf 62.

– Anlage 2 Nr.9 –

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30.7.29

 

Biberthaler jun. Gerstetter Schlicht Fritz


13

 

10. Vereinsjahr: 1.9.1929 – 31.8.1930

 

Die Generalversammlung fand am 19.9.1929 statt.

– Anlage 1 a Schriftstück Nr. 38/39 –

Aus der Tagesordnung ist im besonderen festzuhalten:

1. Neue Vorstandschaft:

1. Vors.Gerstetter

2.“Käser

1.Schriftf.Buchner Franz

2.“Biberthaler

Kassier:Oberndorfer

Schachwart:Binner

Spielausschuß: Vors. Käser Beisitzer: Gerstetter

Kainzbauer

 

Der bisherige Kassier: Hans Geißelbrecht mußte mit seiner Gattin aus

beruflichen Gründen seine Tätigkeit im Klub einstellen. Er übernahm

am 1.10.29 in Seefeld, Gemeinde Oberalting eine Filiale der Kreisspar-

kasse Starnberg als Leiter und konnte wegen der ungünstigen Verkehrs-

verbindungen nicht mehr die Klubabende regelmäßig besuchen und auch

die Kassengeschäfte des Klubs nicht mehr führen. Was er darüber hinaus dem

Klub bedeutete geht aus meinen Worten hervor, mit denen ich das Ehepaar

Geißelbrecht in der Generalversammlung verabschiedete. Ich sagte damals

wörtlich:

„Ich halte es für überflüssig mit Einzelheiten zu beweisen, was wir

an ihm und seiner Gattin verlieren. Wir alle wissen das ohnehin.

Unser lieber Fritz hat in jeder Frage, von seiner Gattin trefflich

unterstützt, Rat geschafft. Mein erster Gang in allen Dingen war

zu Fritz. Die Einführung unserer Faschingsunterhaltungen ist sein

ausschließlicher Verdienst. Seit 1.9.22, also 7 Jahre lang, verwaltete er

unsere Kasse aufs beste.“

Fritz Geißelbrecht und seine Gattin bleiben uns aber als Mitglieder er-

halten. Ich bedankte mich mit den Worten:

„Unser herzlichster Dank gilt heute besonders dir, mein lieber

Fritz und deiner Frau Gemahlin, für alles, was du deinem geliebten

Verein zu dessen Wohle geleistet hast.

 

2. Oberbayr. Schachverband:

 

Aufgrund der in der Jahresversammlung des Verbandes vom 21.7.29

gegebenen Verhältnisse ( vgl. Bericht über das 9. Vereinsjahr 28/29 )

schlug die Vorstandschaft der Generalversammlung vor, den folgenden

Beschluß zu fassen:

„Der Schachklub Starnberg erklärt seinen Austritt aus dem

Oberbayerischen Schachverband aufgrund der Eindrücke, die seine abgeord-

neten Vertreter bei der Jahresversammlung am 21.7.29 gewonnen haben.

Nach Lage der Verhältnisse, wie sie dort von dem berufenen Vertreter

des Verbandes geschildert wurden, können die abzuführenden Ver-

bandsbeiträge nicht als nutzbringende Werbeausgaben angesehen,

sondern müssen als unfruchtbare Belastung der Vereinskasse empfun-

den werden. Die Mitgliedschaft zum Bayer. und Deutschen Schachbund

wird durch diesen Beschluß nicht berührt.“

 

Dieser Beschluß wurde einstimmig gefaßt und dem Oberbayr. Verband

„eingeschrieben“ am 30.3.1930 mitgeteilt.


 

 

Von der Möglichkeit mit den Großmeistern Bogoljubow und Dr. Aljechin

Simultan-Veranstaltungen abzuschließen, wurde im Hinblick auf die

bevorstehende 10 jährige Bestehensfeier des Klubs kein Gebrauch

gemacht. – Anlage 1 c Nr. 21 –

Der Oberbayr. Schachverband hat den Austritt unseres Klubs mit

Schreiben vom 2.4.1930 bestätigt. – Anlage 1 c Nr. 22 –

 

Von den Plänen im Vereinsjahr entweder ein

Tournier um die Meisterschaft von Starnberg, offen für alle

in Starnberg wohnenden Spieler ohne Rücksicht auf Klub-

mitgliedschaft

oder ein

Tournier um die Starnbergersee (Würmsee) Meisterschaft zu veran-

stalten, entschied sich die Generalversammlung für die Durchführung

des letzteren Tourniers.

 

Das 10 jährige Gründungsfest soll erst im Vereinsjahr 1930/31

gefeiert werden.

 

Im Februar 1930 soll ein maskiertes Faschingskränzchen als eigene

Klubveranstaltung abgehalten werden. Herr und Frau Geißelbrecht

haben ihre Mitwirkung und Mitarbeit bei den Vorbereitungen

zugesagt.

Dieses Faschingskränzchen fand am 8.2.1930 im Hotel Seehof statt.

Es war schlechthin der Höhepunkt der gesellschaftlichen Veranstaltungen

des Klubs überhaupt. Der Besuch dieser Veranstaltung war über

alle Erwartungen gut. Masken waren reichlich vertreten. Viele

Damen erschienen in schachbrett-gemusterten Kleidern,

manche von ihnen ließ sich auf den Feldern Figuren aufnähen

sodaß regelrechte Probleme zu erkennen waren. Getanzt wurde

bis zum frühen morgen; kein Mißton trübte die Stimmung,

die von Anfang an gut war und sich zusehends steigerte. Jeder,

der diese Veranstaltung mitmachte, wird sich ihrer immer gerne

erinnern. – Anlage 5 b Nr. 3 –

 

Das Klubtournier 29/30 wurde in ganz anderer Form als bisher durch-

geführt. Angeregt durch das 3. Wanderpreistournier wurde beschlossen,

das Klubtournier wie folgt durchzuführen. Sämtliche Tournierteilnehmer

spielen ohne Gruppeneinteilung gegeneinander. Wer 5 Verlust-

punkte hat, scheidet aus. Die verbleibenden Spieler werden für jede

Runde neu gepaart, doch so daß immer andere Gegner zusammen-

kommen, so lange dies möglich ist. Remispartien zählen als halber

Verlustpunkt für jeden Beteiligten. Die nach 12 Runden noch im Ren-

nen befindl. Spieler tragen in einem Rundentournier den Klubmeister

aus. Haben Spieler dieses Endtourniers bereits innerhalb der ersten

12 Runden gegeneinander gespielt, so ist dies für das Endtournier

ohne Belang.

 

Dieses Tournier wurde von den 31 Teilnehmern mit großem Interesse

gespielt. Von den insgesamt 128 zu spielenden Tournierpartein

mußten nur 4 Partien genullt werden.

Klubmeister 29/30 wurde Herr Dr. Seibt in überlegener Manier.

– Anlage 3 Nr. 14 –


14

 

noch 10. Vereinsjahr: 1.9.29 – 31.8.1930

 

Anschließend an das Klubtournier wurde das 4. Wanderpreistournier

durchgeführt. 18 Teilnehmer kämpften in 3 Gruppen um den Pokalsieg.

Sieger wurde nach Stichkampf mit Herrn Hirt:

 

Herr Georg Oberndorfer, erstmaliger Gewinner des

Wanderpreises

– Anlage 3 Nr. 15

und Sonderakte 2

 

Starnbergersee (Würmsee) Meisterschaft 1930

 

Der Plan, die Schachspieler rund um den Starnbergersee in einem

Tournier zu vereinen, scheiterte leider an 2 Voraussetzungen:

1. die ungünstigen Verkehrsverhältnisse waren dem Spiel an

einem Wochentagabend unzuträglich;

2. es gab keine Preise. Herr Konsul Scharrer – Bernried, ob-

wohl als Schachfreund bekannt, hat dem Tournier lediglich ein

gutes Gelingen gewünscht.

Trotzdem kam ein Tournier zustande, an dem 2 Herren aus Tutzing

und 8 Herren aus Starnberg teilnahmen. Über dieses Tournier hat

Herr Helmut Scheidt Worte der Anerkennung gefunden. Er hat mir

ein Tournierbuch gewidmet, das ich gerne dieser Chronik als An-

lage beifüge, in der Überzeugung, daß es als Klubeigentum

länger ein Schachdokument von Wert ist, als es in meinem

Privatbesitz sein kann.

Überlegener Sieger dieses Toruniers:

 

Herr Gustav Meyrink

 

Anlage 3 Nr. 16, Sonderakte 4 mit

Tournierbuch –

 

Am 17.5.1930 wurde das Spieljahr mit

der Preisverteilung für das Klubtournier,

der Übergabe des Wanderpreises an den Sieger,

der Überreichung der Meister-Urkunde an den

Starnbergersee-Meister

abgeschlossen. Wie alle Jahre vorher, waren auch diese Ehrungen

durch musikalische Darbietungen umrahmt. Diesmal sorgte die

Kapelle Schlicht für gute und schöne Unterhaltung.

– Anlage 1 a Schriftstück Nr. 40, 41 –

 

Der Einladung des Pfarrers Roman Fink aus Biberwier bei Ehrwald

(Tirol) zur Teilnahme an einem Massenwettkampf:

 

SüdbayerngegenWesttirolin Ehrwald

 

leisteten von Starnberg die 4 Spieler:

Geißelbrecht, Gerstetter, Kainzbauer, Oberndorfer Folge.

Leider befinden sich in meinen Händen weder Aufzeichnungen


 

 

über die Gesamtveranstaltung, noch über unsere Starnberger Er-

gebnisse. Auch meine eigene Partie habe ich nicht mehr. Pressebe-

richte liegen leider auch nicht vor.

– Anlage 5 a Nr.8 – 10 –

 

Am 15.9.1929 fand in Starnberg der Mannschaftskampf:

Starnberg – SK Weiß[e] Dame Mchn auf 12 Brettern statt.

 

Starnberg verlor mit 5: 7.

– Anlage 4 Nr. 15 –

 

Am 1.12.29 fand in München der Rückkampf:

Starnberg – SK Weiße Dame, Mchn auf 11 Brettern statt

 

Starnberg verlor mit 2: 9.

– Anlage 4 Nr. 16 –

 

Der Mitgliederstand erhöhte sich von 62 auf 64 Mitglieder.

– Anlage 2 Nr. 10 –


15

 

11. Vereinsjahr: 1.9.1930 – 31.8.1931

 

 

Die Generalversammlung fand am 2.10.1930 statt.

– Anlage 1 a Schriftstück Nr. 42 –

Diesmal ist besonders folgendes festzustellen:

 

1.) Klublokalfrage: Nach den ersten Wanderjahren war der Klub seßhaft gewor-

den. Seit 30.11.1921 – also nahezu 9 Jahre war er im Nebenzimmer des

Tutzinger Hof gut untergebracht. Größere und besondere Veranstaltungen

fanden schon bisher im Hotel Seehof bei unserem Mitglied Hirt statt, weil

hierfür das Klublokal nicht ausreichte. Der Mitgliederstand des Klubs hat

sich seit 1.9.21 bis 1.9.30 von 32 auf 64 erhöht, also verdoppelt. Für

den entsprechend gewachsenen laufenden Spielbetrieb genügte unser Klub-

lokal nun nicht mehr. Auf der Suche nach einer Lösung bot Herr Hirt seinen

Kaffeeraum als Spiellokal an. Meines Hinweis, daß Schachspieler, wie er

ja selbst wisse, lange sitzen und wenig verzehren, beantwortete er la-

konisch: „Darüber wird überhaupt nicht geredet.“ So beschloß die Gene-

ralversammlung den Lokalwechsel ins Hotel Seehof. Der Umzug fand schon

in den nächsten Tagen statt. Erster Spieltag im neuen Lokal war

bereits der 9. 10.1930.

– Anlage 1 a Schriftstück Nr. 43, 44 –

 

2.) Neue Vorstandschaft: 1.Vors. Gerstetter

2.“Käser

1.Schriftf.: Binner

2“: Biberthaler

Kassier: Oberndorfer

Schachwart: Gastel

Spielausschuß: Vors. Käser Beisitzer: Kainzbauer

Gerstetter

und der jeweilige Klubmeister

Unser bisheriger Schriftführer, Herr Franz Buchner, konnte seine

Tätigkeit im Klub nicht mehr weiterführen. Seine politische Tätig-

keit nahm ihn immer mehr in Anspruch. Zudem war er Mitglied des

Reichstags geworden und viel abwesend. Es muß ihm aber hier ge-

dankt werden für die mustergültige und originelle Protokollführung,

sowie für die von ihm selbst angefertigten künstlerischen Sieger=

Urkunden, deren Verleihung immer große Freude allseits auslöste.

Der Verlust der von ihm geführten Protokollbücher ist für den

Klub besonders schmerzlich.

 

3.) 10 jähriges Stiftungsfest: Es wurde beschlossen, im Frühjahr 1931 ein

Pokal-Mannschaftstournier zwischen Starnberg und 3 auswärtigen

Vereinen durchzuführen und mit der Siegerehrung die Feier des

10 jährigen Bestehens in einem geselligen Beisammensein zu

verbinden. Näherer Bericht siehe die nächsten Seiten.

 

Am 12.2.31. Unsinniger Donnerstag im Fasching wurde ein Tombola-

tournier abgehalten, an dem sich 32 Anwesende beteiligten. Es gab

viel Spaß dabei. Siegerin wurde Frau Walbrunn, die als erste ihre

Partie gewann. Als Preise gab es Faschingsmützen, Scherzartikel, die

viel Stimmung erzeugten. Nach dem Tournier wurde inoffiziell getanzt.


 

 

Dieser Abend galt als „Faschingskränzchen=Ersatz“. Um wieder ein Kränzchen wie

im Vorjahr durchzuführen, fehlte uns Geißelbrecht mit Gattin. Trotzdem war es ein

sehr gelungener Abend. Ob wir dabei das Tombolatournier richtig gemacht ha-

ben, spielte keine Rolle; lustig war’s auf jeden Fall.

– Anlage 5 a Nr. 11 – 14 –

 

Das Klubtournier wurde in 3 Gruppen mit insgesamt 36 Teilnehmern

durchgeführt. Im Meisterschaftstournier mußte nur 1 Partie, in den übri-

gen Gruppen keine Partie genullt werden.

Klubmeister 30/31: Herr Gustav Meyrink.

– Anlage 3 Nr. 17 –

 

Am 5. Wanderpreistournier – 1931 – beteiligten sich diesmal nur 12 Spieler,

die sich in 2 Gruppen schwere Kämpfe lieferten.

 

Sieger wurde Herr Hanns Hammelmann, erstmaliger Gewin-

nerdes Wanderpreises.

5 bisherige Wanderpreistourniere ergaben 5 verschiedene Sieger !

Wer wird den Pokal wohl endgültig gewinnen ?

– Anlage 3 Nr. 18 – Sonderakte 2

 

Am 16.11.30 fand in Starnberg der längst fällige Rückkampf

Starnberg – Schongau auf 11 Brettern statt.

 

Starnberg siegte mit 9: 2.

– Anlage 4 Nr. 17 –

 

Am 8.3.1931 fand in München der ebenfalls längst fallige Rück-

kampf: StarnbergAnderssen/Mchn auf 10 Brettern statt.

 

Starnberg verlor mit 1 ½: 8 ½ .

– Anlage 4 Nr. 18 –

 

10 jähriges Gründungsfest: Am 18 und 19.4.1931 war es endlich so

weit. Für den Mannschaftskampf waren

die folgenden Vereine eingeladen worden:

 

Damenschachklub München -erteilteZusage

SK Weilheim- Zusage

SK Ehrwald/Tirol – sagte aus finanziellen Gründen ab.

SK Garmisch-Partenkirchen – Einladung blieb unbeantwortet

SK Schongau – sagte zwar sofort zu, erteilte aber

am 8.4.31 überraschenderweise eine

Absage.

Da wegen der kurzen Zeit kein neuer Verein mehr eingeladen

werden konnte, mußte Starnberg mit 2 Mannschaften in das Mann-

schaftstournier gehen.

Die Teilnehmer waren also: Damenschachklub München

Weilheim

StarnbergIundII.


16

 

noch 11. Vereinsjahr: 1.9. 30 – 31.8.1931:

 

Für die Leitung des Tourniers wurde Herr Amtmann Schmuck:München

gewonnen, dessen Gattin in der Mannschaft des Damenschachklub Mchn

mitspielte.

Die Auslosung ergab die Kämpfe für den 18. April 1931:

 

Starnberg I – Damenschachklub München und

Weilheim – Starnberg II. Am 19. 4. 31 spielten dann die beiden

Sieger aus diesen Kämpfen um den Pokal, die beiden Verlierer

um den Trostpreis.

Die Spielergebnisse:


Am 18. 4. 31:
Starnberg I – Damenschachklub München 7 ½: 2 ½

 

Starnberg II – Weilheim2: 8

 

am 19. 4. 31: Starnberg I – Weilheim 7 ½: 2 ½

 

Starnberg II – Damenschachklub Mchn5 ½: 4 ½

 

Damit hatte Starnberg I den vom Herbergsvater Hirt gestifteten

Silberpokal, Starnberg II den von Herrn Biberthaler gestifteten

Trostpreis, einen kleinen silbernen Becher, gewonnen.

 

– Anlage 4 Nr.19 und Sonderakte 5

 

Starnberg II übergab den Trostpreis an den Damenschachklub, die

Damen freuten sich so sehr über dieses Geschenk, daß einige von ihnen

sogar Freudentränen vergossen. Gute und dauerhafte schachliche

Verbindung mit dem Damenschachklub wurde an unserem 10 jährigen

Schachjubiläum hergestellt.

Eine kleine Episode verdient festgehalten zu werden: Als ich vor Beginn

des Entscheidungskampfes: Starnberg II – Damenschachklub die Mann-

schaftsaufstellung bekanntgab erlaubten sich einige Starnberger bei

der Mitteilung, am Spitzenbrett müsse Herr Oberndorfer gegen

Frau v.Edlinger antreten, zu lachen. Sie sahen unseren guten

Schorsch bereits restlos zerstört am Boden. Schorsch aber bekam

rote Ohren, spielte und gewann. Dieser Überraschungssieg führte

dann auch zum Mannschaftssieg, den niemand vorher auch nur

zu hoffen gewagt hatte.

 

Vor Beginn der Kämpfe hatte ich selbstverständlich die anwesenden

Gäste, insbesondere unser Ehrenmitglied, Gründungsvorstand Miedaner,

den Tournierleiter Herrn Schmuck, sowie die Mannschaften herzlichst

begrüßt. Am Sonntag wohnte der 1. Vorsitzende des Bayer. Schachbundes,

Herr Direktor Ewinger den Entscheidungskämpfen bei. Er wurde von mir

ebenfalls herzlichst begrüßt, von den Mannschaften stürmisch gefeiert.

 

Am Samstag abend feierten wir bei einem geselligen Beisammensein

unseren Klub=Geburtstag. Ich gab einen gedrängten geschichtlichen

Rückblick und forderte zur künftigen eifrigen Mitarbeit auf.

Wenn auch der Besucherkreis kleiner war als erwartet, so ver=


 

 

lebten die Anwesenden doch frohe Stunden in liebenswürdiger Damen=

gesellschaft. Die Damen fuhren erst spät nach München heim.

Besonders groß war die Stimmung am Sonntag abend, bei der Sie=

gesfeier. Da wurde der neu gewonnene Silberpokal gleich tüchtig

eingeweiht. Es ist nicht festgehalten worden, wie oft er die Runde ge=

macht hat. Der Spender von „Pokal-Füllungen waren es viele.

Aber auch die Damen standen mit ihrem Trostpreis nicht zurück.

Zusammenfassend: Wir haben ein schönes Geburtstagsfest gefeiert.

Wir haben gespielt, gesiegt, Preise gewonnen, uns gefreut und

wir haben uns die Sympathien des Damenschachklubs und des

SK Weilheim erworben. Kein Mißton hat dieses fest gestört.

 

– Anlage: Sonderakte 5 –

 

Traditionsgemäß wurde auch im Berichtsjahr die Spielzeit mit der Sieger=

ehrung und Übergabe der Siegerurkunden und Preise, sowie des Wander=

preises abgeschlossen. Daß bei dieser Feier neben dem Wanderpokal auch

der neu gewonnene Jubiläumspokal zum „Einsatz“ kam, ist wohl

selbstverständlich. Ich bitte verständnisvoll davon Kenntnis zu nehmen,

daß der „Einsatz“ zweier Pokale auch entsprechende Zeit beanspruchte

und daß es deshalb durchaus nicht verwunderlich zu sein braucht, wenn

z.B. der 1.Vors. aufgrund seiner Verpflichtung, immer der Letzte zu

sein, erst am hellen Morgen heimgekommen ist.

– Anlage 1 a Schriftstück Nr. 45 –

 

Der Mitgliederstand hat sich von 64 auf 71 Mitglieder erhöht.

 

– Anlage 2 Nr. 11 –

 

Die Wiederholung des Tourniers um die Starnbergersee-Meisterschaft

fiel wegen des 10.jährigen Gründungsfestes aus.


17

 

12. Vereinsjahr: 1.9.1931 – 31.8.1932

 

Die Generalversammlung fand am 1.10.1931 statt.

– Anlage 1 a Schriftstück Nr. 46, 47 –

 

Neue Vorstandschaft: 1. Vors. Gerstetter

2.“Käser

1.Schriftf: Binner

2.“Biberthaler

Kassier: Oberndorfer

Schachwart: Hirt

 

Spielausschuß: Vors. Käser Beisitzer: Gerstetter

Kainzbauer

Hirt

 

Es wurde außerdem beschlossen, im Hinblick auf die schweren Erschütterungen

der wirtschaftlichen Verhältnisse:

Rapide Zunahme der Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit

Lohn= und Gehaltskürzungen bei den noch in Arbeit Stehenden u.s.w.

 

auf jegliches Auftreten nach außen zu verzichten und nur nach besten Kräften

den internen Klubbetrieb hochzuhalten. Der 1. Vors. regte außerdem an

mehr und intensiver zu werben: „Mündliche Werbung ist besser als

die schriftliche Werbung.“

 

Die Satzungen wurden neu gefaßt und bekanntgegeben.

Eine Geschäftsordnung von früher, die seit 1926 nicht mehr geändert wurde,

wurde diesen Satzungen beigegeben.

– Anlage 1 a Schriftstücke Nr. 48, 49 –

 

Der Klub hat im Berichtsjahr einen schweren Verlust erlitten. Unser

allseits hochgeehrter Meister, Herr Schriftsteller

 

Gustav Meyrink

 

ist nach langem Leiden still und bescheiden, wie er gelebt, ver=

schieden. Schon beim 10 jährigen Gründungsfest des Klubs spielte er

als kranker Mann am Spitzenbrett der I.Mannschaft. Als Spieler

stand Herr Meyrink im Klub auf einsamer Höhe. Als Schriftsteller ist er

besonders durch seine Werke

„Der Golem

„Das grüne Gesicht

berühmt geworden. Der Klub hat durch die Unterweisungen am

Demonstrationsbrett von Herrn Meyrink viel gelernt. Er sollte

seinem ersten Lehrmeister stets ein ehrendes Andenken bewahren.

 

Aus dem Rundschreiben des Bayer. Schachbundes vom 1.12.31 weist beson-

ders die Ziff. 3 auf die bestehenden schweren wirtschaftlichen Verhältnisse

hin. Danach wurden die Vereine aufgefordert den Arbeitslosen Gelegenheit zu

verschaffen, sich kostenlos schachlich zu betätigen.

– Anlage 1 a Schriftstück Nr. 50 –


 

 

Herr Direktor Ewinger, 1.Vors. des Bayer. Schachbundes hatte mich am 20.5.32

schriftlich gebeten mich um den Oberbayr. Schachverband zu kümmern, da es mit

ihm nicht vorwärts gehen wolle. In meiner ausführlichen Beantwortung vom

30.5.32 habe ich abgelehnt und dargelegt, daß die Stagnation des Oberbayr.

Schachverbandes ihre Ursache nicht in der Verbandsführung haben könne, denn

diese tue das überhaupt Menschenmögliche. Die Ursache liege vielmehr darin,

daß

1. die größte Mehrzahl der Vereine stehe abseits – wenige Mitglieder

können zwar einen Verein, wenige Vereine jedoch keinen Ver=

band tragen.

2. Die finanzielle Belastung: -,50 RM an Deutschen Schachbund

-.50 RM an Bayr. Schachbund

.50 RM an Oberbayr. Verband

1.50 RM pro Mitglied sei angesichts der ge-

gebenen wirtschaftl. Lage untragbar; ohne Abbau dieser Belastung wür=

de nur das „Wildspielen“ d.h. das Spielen außerhalb der Schachorganisation

gefördert.

– Anlage 1 d Schriftstück Nr. 4,5,6 –

 

Am Klubtournier beteiligten sich 34 Mitglieder, die in 3 Gruppen um

Sieg und Punkte kämpften.

 

Klubmeister wurde Herr Gerstetter

Anlage III Nr.19 –

 

Am 6. Wanderpreistournier nahmen 18 Spieler teil, die in 3 Gruppen

erbitterte Kämpfe austrugen. Bemerkenswert ist hier, daß in den

Gruppen II und III nicht die Meisterschaftspieler und bisherigen Wander-

Pokalsieger, sondern Spieler aus dem Haupttournier Gruppenerste

wurden.

Tourniersieger wurde nach Stichkampf mit Herrn Hack

Herr Adolf Hirt; er gewann den Wanderpreis

damit zum zweiten Male (erst-

mals gewonnen i.J.1929).

– Anlage 3 Nr. 20 – Sonderakte 2 –

 

Mannschaftskämpfe fanden beschlußgemäß nicht statt. Auch das

Tournier um die Starnbergersee-Meisterschaft fiel den wirtschaftlich

trostlosen Verhältnissen zum Opofer.

Es fand auch im Fasching nichts statt.

Dagegen wurde, wie stets zuvor die Spielzeit mit der Siegerehrung,

der Überreichung der Sieger-Urkunden und des Wanderpreises

abgeschlossen. Preise gab es diesmal nicht, auch auf musikalische

Darbietungen wurde verzichtet.

Anlage 1 a Schriftstück Nr. 51 –

 

Trotz der Abnahme des Mitgliederbestandes von 71 auf 66 Mitglieder

– Anlage 2 Nr. 12 –

war die Verlegung unseres Klublokals ins Hotel Seehof richtig und hat

sich für das Klubleben – Besuch der Spielabende, Spielbeteiligung u.s.w.

günstig ausgewirkt.


18

 

13. Vereinsjahr: 1.9.1932 – 31.8.1933

 

Die Generalversammlung fand am 15.9.1932 statt. Anwesend waren

20 Mitglieder.

– Anlage 1a Schriftstück Nr. 52, 52 –

 

Neue Vorstandschaft:

1. Vors. Gerstetter

2.“Käser

1. Schriftf. Binner

2.“Biberthaler

Kassier: Oberndorfer

Schachwart: Hirt

Spielausschuß: Vors. Käser Beisitzer Kainzbauer

Gerstetter

Hirt

 

Es wurde eine neue Tournierordnung erlassen mit Wirkung

ab 1932/33. – Anlage 1a Schriftstück Nr. 54 –

 

Am 22.9.32 begann ein neuer Anfängerlehrgang , an dem sich

11 Personen – Mitglieder – beteiligten.

– Anlage 1a Schriftstück Nr. 55 –

 

Am 23.2.33 – Unsinniger Donnerstag – wurde wieder ein

Tombolatournier abgehalten. Außerdem wurde die erste

offizielle Freßschach = Klubmeisterschaft ausgetragen.

Leider finden sich über beide Veranstaltungen, die viel

Spaß machten und groteske Ergebnisse zeitigten, keine

Unterlagen mehr vor. Es können daher hier keine

näheren Einzelheiten mehr angegeben werden.

Anlage 5a Nr. 15 –

 

Eine für den 23.10.1032 geplante Simultanvorstellung von Fräulein

Sonja Graf, Mchn kam nicht zur Durchführung. Die Dame

wollte nur gegen 10 nicht zu starke Spieler spielen und

dafür 15 – 20 RM Honorar haben. Ich sagte daraufhin ab.

– Anlage 5a Nr. 16 –

 

Dafür gab der Deutsche Fernschachmeister Herr Rogmann aus Borkum

am 27.1.1933 in Starnberg eine Simultan-Vorstellung.

Er spielte in 4 ½ Stunden gegen 43 Spieler mit folgendem

Ergebnis: 32 Siege

10 Remis

1 Niederlage.

– Anlage 5a Nr. 17 –

 

Schon am 1.3.33 gab es eine neue Großveranstaltung in Starn-

berg. Großmeister Bogoljubow gab eine bemerkenswerte Vortsellung

Er spielte gleichzeitig

31 Partien simultan und

2“blind

 

Anlage 5a Nr. 18 –


 


Die Ergebnisse:

Simultanspiel: Blindspiel:

26 Siege1Sieg

4 Remis

1 Niederlage1Niederlage

 

insgesamt also:27 Siege

4 Remis

2 Niederlagen.

Bogoljubow war bereits am 16.1.27 hier, wo er 44 Partien

simultan spielte. Es war auch diesmal ein nettes Beisammen=

sein mit dem Meister. Nach dem anstrengendem Kampf wollte er

noch eine Skatpartie spielen. Seine Starnberger Partner nahmen

ihm einen nicht geringen Teil seines Honorars wieder ab.

– Anlage 5a Nr. 18 –

 

Am Klubtournier beteiligten sich 27 Mitglieder, die in 3 Gruppen

gegeneinander kämpften.

Klubmeister wurde nach Stichkampf mit mir:

 

Herr Clemens Kainzbauer

Im Haupttournier fiel Herr Schüler wegen Krankheit aus. Er

verstarb im Frühjahr 1933. Er war trotz seines Leidens, solange

er beruflich tätig war, auch beim Klub, versäumte kein Tournier.

Dem vorbildlichen Spieler wie Menschen gebührt der Dank des

Klubs und stets ein ehrendes Gedenken.

– Anlage 3 Nr. 21 –

 

Am 13.11.1932 fand in München der Mannschaftskampf:

Starnberg – Damenschachklub München auf

11 Brettern statt. Die Damen, die bei unserem 10jährigen

Jubiläum gegen Starnberg I ind II verloren hatten, sannen

auf Revanche. Diese gelang ihnen gut.

Starnberg verlor mit 4: 7.

– Anlage 4 Nr. 20 –

Bei diesem Treffen versprachen uns die Damen, das von Frau

Maja Maintzer verfaßte Gedicht: „Huldigung zum 70. Geburts=

tag des Großmeisters Dr. Tarrasch“ uns in Abschrift zuzusen=

den. Sie lösten dieses Versprechen am 6.12.1932 ein.

– Anlage 4 Nr. 21 –

 

Das Wanderpreistournier – 1932 – mußte ausfallen. Ebenfalls

konnte auch 1933 das Starnbergersee-Meistertournier

nicht noch einmal durchgeführt werden. Das Frühjahr 1933 nahm

uns alle in Anspruch wegen der politischen Entwicklung

in Deutschland: Übernahme der Macht durch den National=

Sozialismus.


19

 

noch 13. Vereinsjahr. 1.9l.32 – 31.8.1933:

 

Die politische Entwicklung in Deutschland wirkte sich weitgehend auch das

Vereinsleben und auf den Einzelnen aus.

Mit Wirkung vom 23.4.33 wurden sämtliche schachlichen Vereine und Verbände

Deutschlands im „Großdeutschen Schachbund“ zusammengefaßt.

Die Vereine hatten zunächst zur zahlenmäßigen Erstarkung eine inten-

sive Werbung duchzuführen. Ein Propagandawart war aufzustellen

(Herr Biberthaler), ein Spielleiter trat an die Stelle des Spielausschusses

(Herr Kainzbauer). Mustersatzungen für Schachvereine wurden in

Aussicht gestellt. Die Vorstandssitzung vom 15.5.33 befaßte sich mit der veränder-

derten Lage und beschloß an den vom Großdeutschen Schachbund gesteckten Zielen

mitzuarbeiten. Die Mitglieder wurden in der Versammlung vom 18.5.33

über alle Vorgänge unterrichtet und die vom Großdeutschen Schachbund

angeordnete 1. Nationale Schachwerbewoche vorbereitet.

In Starnberg wurden folgende Veranstaltungen durchgeführt:

Am 22.5.33:

Zusammenkunft der Mitglieder und besonders eingeladene Schachfreunde.

Anwesend 36 Personen. Nach der gegebenen Aufklärung über die

Bedeutung des Schachspiels als Wehrspiel und über die Ziele des Groß=

deutschen Schachbundes spielte der neue Spielleiter und Klubmeister

Herr Kainzbauer simultan auf 15 Brettern mit dem Ergebnis:

8 Siege

1 Remis

6 Niederlagen.

Am 24.5.33: 2. Zusammenkunft wie am 22.5. Anwesend 26 Personen.

nach der Aufklärung wie am 22.5. wurde ein Mannschafts=

kampf:

Starnberg gegen Starnberg/Feldafing komb.

auf 12 Brettern durchgeführt.

Dieser Wettkampf ist in der Anlage 4: Mannschaftskämpfe

nicht registriert und wird daher hier festgehalten.

 

Brett: Starnberg Ergebnis Starnberg/Feldafing komb.

 

1Albert0: 1Gerstetterü

2Göppel1: 0Hammelmanný Stbg.

3Hirt1: 0Zeller Michaelü

4 Oberndorfer1: 0Zeller Maxý Feldafing

5Hack1: 0BiberthalerStbg

6Ecker1: 0Hutter Feldafing

7Dersels0: 1Schuller Starnberg

8Gelner0: 1Stöckl Feldafing

9Walz0: 1Wegst Stbg

10Dallinger0: 1Schübler Feldafing

11Schöttl1: 0Schittingerü

12Nagele1: 0Fr.Schittingerý Stbg

______________

 

7: 5

=========


Am 28.5.33:
3. Zusammenkunft wie am 22. und 24.5. Anwesend

57 Personen. Nach Aufklärung wie am 22. und 24.5.

wurden zahlreiche freie Partien gespielt, soweit das

Klubmaterial ausreichte. Sodann blieben die Anwesenden


 

 

noch einige Stunden gesellig beisammen, wobei aus der Reihe der An=

wesenden einige durch humorvolle Vorträge zur Unterhaltung beitrugen.

Außerdem nahm ich die Siegerehrung für die Klubtourniere vor.

 

Ferner wurden bekannte Schachfreunde in Tutzing, Herrsching, Feldafing und

Berg/Aufkirchen angeschrieben und gebeten, in ihren Bereichen Schach-Werbe=

Wochen durchzuführen. Mit Feldafing und Berg/Aufkirchen wurden außer=

dem persönliche Verhandlungen zwecks Gründung von Schachvereinen

geführt und Wettkämpfe vereinbart.

 

– Anlagen 1d Nr. 7 – 10 ;

Sonderakte 6

 

Am 22.6.1933 fand in Berg, Hotel Bock der Mannschaftskampf

Starnberg – Aufkirchen/Berg auf 7 Brettern statt,

wobei auf jedem Brett 2 Partien gespielt wurden.

 

Starnberg gewann mit 11: 3 .

– Anlage 4 Nr. 22 –

 

Am 28.6.1933 fand in Possenhofen, Gasthof Schauer der Mannschaft=

kampf

Starnberg – Feldafing auf 17 Brettern statt,

wobei auf den ersten drei Brettern je 1 Partie, ab Brett

4 je 2 Partien gespielt wurden

 

Starnberg verlor mit 14 ½: 16 ½ .

 

Dieser Wettkampf wurde mit einem Ausflug verbunden.

Die Fahrt nach Possenhofen und zurück erfolgte mit Motorboot.

Die Starnberger Expedition war viel größer als die im Wettkampf

eingesetzten 17 Spieler. Feldafing stellte eine überraschend

starke Mannschaft. Den Ausflug mit Schachkampf wird jeder

Teilnehmer gerne in Erinnerung behalten, die Stunden bei

Schauer verliefen in schönster unterhaltung; die nächtliche

Heimfahrt bei Mondschein auf dem See war allein ein un-

vergeßliches Erlebnis.

– Anlage 4 Nr. 23 –

 

Am 25.7.33 beehrte uns der Stadtrat Starnberg mit einem

Aufklärungsschreiben über gemeindliche Vergnügungssteuer.

– Anlage 1a Schriftstück Nr. 56 –

 

Der Mitgliederstand hat sich insbesondere aufgrund der Schach-

Werbe-Woche von 66 auf 80 Mitglieder erhöht.

 

Anlage 2 Nr. 13 –

 

 

Am 25.6.33 ü

14.7.33 ý ergingen weitere Rundschreiben des Bayer.

30.8.33 þ Schachbundes

– Anlage 1d Nr. 11 – 13 –


20

 

14. Vereinsjahr: 1.9.1933 – 31.8.1934


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Die Generalversammlung fand am 28.9.1933 statt.

Anlage 1a Schriftstücke Nr. 57.58 –

 

Infolge der Einführung des Führerprinzips auch in den Vereinen mußte

es auch im Klub durchgeführt werden. An die Vereine ergingen die

Weisungen von oben, vom Bayrischen Schachbund. Dieser ging ab

22. Sept. 33 dazu über seine Rundschreiben und die darin behandelten

Punkte laufend zu nummerieren. Für das Berichtsjahr ergingen

Rundschreiben 1 – 7 mit Textziffern 1 – 85. Da diese Rundschreiben

der Chronik als Anlagen – vgl. Anlage 1 d Nr. 14 – 20 –

beiliegen, genügt der Hinweis auf diese Anlagen. Lediglich besondere

Vorkommnisse wurden im Chroniktexte eigens erwähnt.

 

Es sollte auch nur mehr der Vereinsleiter von der Generalversammlung

gewählt werden. Dieser Vereinsleiter hatte dann seine Mitarbeiter

zu ernennen, wobei dieser Mitarbeiterstab zahlenmäßig klein

sein mußte. Dementsprechend wurde nur ich zum Vereinsleiter

gewählt.

Vereinsleiter: Gerstetter

von diesem ernannt:

zum Propagandawart:Biberthaler

“Schriftwart:Binner

“Kassenwart:Oberndorfer

“Schachwart:Hirt

“Spielleiter:Kainzbauer

 

Selbstverständlich konnten diese Ernennungen nur mit Zustimmung der

Ernannten ausgesprochen werden. Ein zweiter stellvertretender Vereins-

leiter, ein 2. Schriftführer, ein Spielausschuß waren nicht mehr zu besetzen.

Dem bisherigen 2.Vorsitzenden, Herrn Käser, war diese Regelung recht. Er

hätte aus Gesundheitsrücksichten ohnehin nicht mehr kandidiert. Herr

Käser blieb auch weiterhin Klubmitglied.

 

Der Beginn des Klubtourniers wurde auf den 12.10.33 festgelegt.

 

Eine Änderung der Vereinssatzungen, die der Bildung der Vereins=

führung nicht entsprach, wurde zurückgestellt, bis die vom Groß-

deutschen Schachbund in Aussicht gestellten Einheitssatzungen für

Schachvereine herausgegeben wurden.

 

Unser Mitglied Herr Buchner Franz, ist im Zuge der politischen

Neuordnung Bürgermeister von Starnberg geworden. In der Partei

bekleidete er das Amt des Kreisleiters. Daß er trotz der Fülle

seiner anderen Aufgaben stets ein Förderer des Schachspiels und

des Starnberger Schachklubs blieb, wird später noch darzustellen

sein. Zunächst stiftete er einen Pokal, der meinen Namen trug

und der nicht als Wanderpreis, sondern nur einmal auszuspie-

len war. Teilnahmeberechtigt sollten die Spieler des Meisterschafts-

tourniers 33/34 sein ohne Rücksicht, ob sie am Wanderpreistournier

teilnahmeberechtigt waren oder nicht.


 

 

Der Großdeutsche Schachbund erließ die Rundschreiben:

vom 13.11.33 betr. Bundeszeitschrift: „Deutsche Schachblätter

29.11.33“Bundesabzeichen

19. 5.34“Kongreßbuch über den Kongreß in Aachen

– Anlage 1 e Nr. 1 – 3 –

 

Im Februar 34 war Herr Kaser Patient in München, Schwabinger

Krankenhaus; von dort schickte er Grüße und ein leichtes, aber originelles

Schachproblem mit Lösung.

Anlage 1 a Schriftstück Nr. 59, 60 –

 

Am 10.2.34 fand das zweite offizielle Schachkränzchen des Klubs im

Klublokale statt. Vorbereitet hatte dieses Herr Oberndorfer. Die Dekora-

tion hatte unser Herbergsvater Hirt übernommen. Auch diese Ver-

anstaltung zählt zu den schönsten des Klubs. Wenn auch der Besuch

etwas hinter dem des 1. Kränzchens zurückblieb, es war doch recht

stimmungsvoll und dauerte wie dieses weit über Mitternacht.

Dafür wurde am „Unsinnigen Donnerstag“ nichts Wesentliches

veranstaltet.

 

Am Klubtournier beteiligten sich diesmal 42 Mitglieder, die in 3 Gruppen

a) Meisterschaftstournier mit 13 Spielern

b) Haupttourniermit 16“

c) Nebentourniermit13“besetzt waren

 

Im Meisterschaftstournier spielte 2 Spieler

im Nebentournier 4 Spieler ihre Tournierpartien

nicht alle durch. Im Haupttournier mußten nur 5 Partien ge-

nullt werden. Klubmeister: Gerstetter

– Anlage 3 nr. 22 –

 

Anschließend an das Klubtournier wurde, wie die Jahre vorher

Das Wanderpreistournier durchgeführt. Diesmal gab es aber et-

was besonderes. Durch die Stiftung des Gerstetter-Pokals durch

Bürgermeister Buchner waren mit dem Wanderpreis zwei

Preise auszuspielen, für die die Teilnahmeberechtigung verschieden

war:

a) für Wanderpreis: Hinweis auf Bericht über das 7 Vereinsjahr.

b) für Gerstetter-Pokal: siehe vorige Seite dieses Berichts.

2 Tourniere, die allerdings wegen der Überschneidung der Teil=

nahmeberechtigungen hätten nacheinander gespielt werden müs=

sen, wäre das einfachste verfahren gewesen.

Aus zeitlichen Gründen wurde versucht, die beiden Preise in einem

Tournier auszuspielen. Dabei kam man auf folgende Lösung:

Die 25 Teilnehmer wurden zunächst in 5 Gruppen zu je 5 Spielern aus=

gelost. In jeder Gruppe hatte jeder mit jedem eine Partie zu spielen.

Die bestplazierten Spieler jeder Gruppe wurden sodann nach ihrer

Teilnahmeberechtigung ermittel:

War der Gruppensieger für beide Preise spielberechtigt, so kam für

das weitere Spiel nur er in Frage.

War der Gruppensieger nur für einen Preis spielberechtigt, so kam

für das weitere Spiel der oder die nächstpla=

zierten Spieler für den anderen Preis in Betracht.

Stichämpfe in den Gruppen waren nicht vorgesehen.


21

 

noch 14. Vereinsjahr: 1.9.33 – 31.8.34

 

Nach diesen Grundsätzen ergaben sich 3 Spielergruppen:

 

a)für beide Preise

b)nur für Gerstetter-Pokal

c)nur für Wanderpreis.

 

Das wäre gut und schön und durchaus vertretbar gewesen. Bei der Bil[d]ung dieser

Spielergruppen unterliefen jedoch leider Fehler. Die richtige Auswertung hätte

ergeben:

Gruppe f.beide Pokale: nur Gerstetter-Pokal: nur Wanderpreis

 

1:Popp Rudolf

2:Schlicht

3:GöppelKainzbauer

Oberndorfer

4:HirtEisenreich

5:Biberthaler

Neidlein

 

Da die Ermittlungsfehler nicht erkannt wurden, wurde das Tournier

auf grund der damals vorgenommenen Einteilung zu Ende gespielt,

 

Wanderpreissieger: Gerstetter-Pokalsieger:

 

Herr Rudolf Popp = erstmaliger Herr Clemens Kainzbauer =

Gewinner des

Wanderpreisesendgültiger Pokalsieger.

 

– Anlage 3 Nr. 23 – Sonderakte 2

 

 

Am 4.3.34 fand in Starnberg der bereits für 5.10.33 geplante,

jedoch auf einen späteren Termin verlegte Rückkampf:

Starnberg – Feldafingauf 21 Brettern statt.

 

Dieser Wettkampf wurde als Werbeveranstaltung in Anwe-

senheit von Bürgermeister Buchner und besonders hiezu eingela=

denen Schachfreunden durchgeführt.

– Anlage 1 a Schriftstück Nr. 61 –

 

Starnberg hatte bei diesem Kampfe etwas gutzumachen

und siegte

mit 13: 8

– Anlage 4 Nr. 24 –

 

Am 24. 6.1934 fand in Weilheim ein großer Mannschaftskampf

zwischen einer aus 5 Provinzvereinen kombinierten

Mannschaft (Feldafing, Pähl, Penzberg, Schongau, Starnberg,

Weilheim, wobei Pähl keinen eigenen Verein darstellte,

sondern für Weilheim spielte)

gegen SK Anderssen-Bavaria München

auf 32 Brettern statt.

Der Stadtverein feierte einen turmhoch überlegenen

Sieg über die Provinz mit 25 ½: 6 ½

– Anlage 4 Nr. 25 –


 

 

Am 12. 7. 34 fand in Feldafing nochmal ein Mannschaftskampf

 

Starnberg – Feldafing auf 21 Brettern statt

Starnberg siegte mit 12 ½: 8 ½

 

Leider konnte sich Feldafing nicht entschließen, sich der offiziellen

Schachorganisation anzuschließen und fiel langsam wieder aus=

einander.

– Anlage 4 Nr. 26 –

 

Am 19.6.34 fand in feierlicher Weise der Abschluß des Spieljahres

mit der Siegerehrung für alle Tourniere,

Übergabe des Wanderpreises an den Sieger

“des Gerstetter-Pokals an den Sieger

in Anwesenheit von Bürgermeister Buchner statt. Die Feier

war musikalisch umrahmt. Sämtliche Pokale, auch der

„10“jährige, kamen zum Einsatz.

– Anlage 1 a Schriftstück Nr. 62 –

 

Der Mitgliederstand ging von 80 auf 78 Mitglieder zurück.

Anlage 2 Nr. 14 –

 

 

 

Nachtrag:

 

Die Generalversammlung ernannte Bürgermeister und

Kreisleiter Herrn Farnz Buchner zum Ehrenmitglied des Klubs.

Sie anerkannte und belohnte damit die langjährigen Verdienste,

die sich Herr Buchner um den Klub als dessen Schriftführer und

künstlerischer Schöpfer von Sieger-Urkunden erworben hatte.

Herr Buchner nahm diese Ehrung mit Freuden an und be-

dankte sich durch die Stiftung des „Gerstetter-Pokals“. Er finan-

zierte später 2x die Durchführung des „Bayrischen Schachkon-

gresses“ in Starnberg.


22

 

15. Vereinsjahr: 1.9.1934 – 31.8.1935


Der Termin der Generalversammlung ist nicht festgehalten. Die Versammlung

fand aber, wie üblich im September 1934 statt.

In der Vereinsfrührung und den Mitarbeitern traten keine Änderungen

ein. Lediglich Popp Rudolf wurde als 2. Spielleiter eingesetzt.

Vereinsleiter: Gerstetter

von diesem ernannt:

zum Propagandawart:Biberthaler

Schriftwart:Binner

Kassenwart:Oberndorfer

Schachwart:Hirt

Spielleiter:Kainzbauer, später Popp Rudolf.

 

Vom Bayrischen Schachbund ergingen die Rundschreiben Nr.8 und 9 und den

Textziffern 86 – 103

– Anlage 1 d Nr. 21 – 23 –

Der Ministerialerlass vom 29.9.34 betr. Pflege des Schachspiels an den

Schulen war in Starnberg leider nicht erfolgreich. Es stellte sich keine

Lehrkraft zur Verfügung.

– Anlage 1 a Schriftstück Nr. 63 –

Die Spielregeln des Großdeutschen Schachbundes sind in der Schachzeit-

schrift „Schach-Echo“ Nr. 12 vom 5.12.34 abgedruckt.

– Anlage 1 e Nr. 4 –

Am 20.10.34 hatte der Klub an einer Parteiversammlung betr. Werbung

für das Winterhilfswerk teilzunehmen.

– Anlage 1 a Schriftstück Nr. 64 –

Der Großdeutsche Schachbund erließ ein weiteres Rundschreiben betr.

Sammelbezug der „Deutschen Schachblätter – Anlage 1 e Nr. 5 –

 

Von unserem lieben und allseits verehrten Herrn Käser erhielt ich gelegent-

lich eines Spielabends ein von ihm originell verfaßtes Gedicht, das

zum Andenken an diesen treuen Anhänger unseres Klubs aufbewahrt

zu werden verdient.

– Anlage 1 a Schriftstücke Nr. 65 –

 

Am Klubtournier 34/35 beteiligten sich 30 Mitglieder. Um möglichst alle

Tourniersysteme kennen zu lernen, beschloß man, dieses Tournier

im „Schweizer System“ auszutragen und 12 Runden zu spielen. Dieser

Beschluß war kein geringes Unterfangen, da „Erfahrungen“ über ein

solches Tournier nicht vorlagen.

Sieger und Klubmeister: Schlicht Fritz.

Anlage 3 Nr. 24 –

 

Anschließend an das Klubtournier begann am 24. 1 1935 das 8. Wander-

preistournier – 1935 – an dem 15 Spieler teilnahmen, die in 2 Gruppen

um Sieg und Punkte rangen.

Tourniersieger war Herr Popp Rudolf

Er gwann den Wanderpreis zum zweiten Male hintereinander

und damit endgültig. Popp kam, sah und siegte. Er spielte 2x das

Tournier mit (1934 und 1935) und gewann beidemale den Preis.

Er stach damit den schärfsten Konkurrenten Herrn Hirt aus, der

in 8 Tournieren 2x Sieger, 3x zweiter und 3x dritter geworden

war. – Anlage 3 Nr. 25 –

und Sonderakte 2 –


 

 

Hatte der Klub bisher nur Mannschaftskämpfe als Freundschaftskämpfe aus-

getragen, so begannen diesmal erstmals Verbands=Mannschaftskämpfe.

In der Zeit vom 10.2.35 bis 5.5.35 wurde die erste offizielle Bezirks=

Mannschaftsmeisterschaft durchgeführt, an der 4 Vereine

Penzberg

Schongau

Starnberg

Weilheim

teilnahmen. Gespielt wurde auf je 10 Brettern in Vor= und Rück=

kämpfen.

Mannschafts-Bezirksmeister wurde Starnberg mit 5 Siegen aus

6 Kämpfen mit 35 ½: 24 ½ Partiepunkten vor Penzberg, Weilheim

und Schongau.

– Anlage 4 Nr. 27

und Sonderakte 7

Bei den gespielten 6 Mannschaftskämpfen handelt es sich, laufend beziffert,

um die 29. bis 34. Mannschaftskämpfe des Klubs.

 

Nachzutragen ist noch, daß am 28.2.35 – Unsinniger Donnerstag – wieder

ein Faschingskränzchen stattfand. Unser Schorsch Oberndorfer hatte schon

früher die Rolle von Fritz Geißelbrecht, der zwischenzeitlich nach Gei-

selhöring (Ndb) versetzt worden war, als Arrangeur dieser Veran-

staltungen übernommen und sich bestens hineingefunden. Sein ihm

angeborener Humor und Mutterwitz, sowie sein musikalisches

Können als Klavier= und Zitherspieler, kamen ihm dabei trefflich

zu statten. Es ist selbstverständlich, daß auch seine Veranstaltungen

wie die früheren wohl gelungen waren.

– Anlage 1 a Schriftstücke Nr. 66 –

 

Im Hinblick auf das Rundschreiben des Bayer. Schachbundes – Textziffer 103 –

-Anlage 1 d Nr. 23 – wurde im Klub eine Bereinigung des Mitgliederstandes

durchgeführt. 17 Mitglieder schieden dadurch aus, der Rest der Abgänge

hatte besondere Gründe: Wegzug, berufliche oder parteiliche Belastung

usw.

Der Mitgliederstand ging insgesamt von 78 auf 53 zurück.

– Anlage 2 Nr. 15 –


23

 

16. Vereinsjahr: 1.9.1935 – 31.8.1936.

 

Die Generalversammlung fand am 3.10.1935 statt.

In ihr wurde beschlossen:

1. Neuer Vereinsleiter: Gerstetter

von diesem ernannt:

Zum Stellvertreter und Propagandawart: Biberthaler

Schriftwart:Binner

Kassenwart:Oberndorfer

Schachwart:Hirt

Spielleiter: Popp Rudolf; ab 1.4.1936:

Holzbauer

 

2. Zu Beginn der neuen Spielzeit wurden von mir wiederum

kostenlose Schachkurse für Anfänger und Fortgeschrittene

abgehalten.

– Anlage 1 a Schriftstück Nr. 67/68 –

 

3. Das am 1.9.35 vollendete 15jährige Bestehen des Klubs soll

durch folgende Maßnahmen gefeiert werden:

a)der aus dem Klubtournier (ohne Preise) hervorgehende neue

Klubmeister soll „Jubiläums.Klubmeister“ sein;

b)Anschließend an das Klubtournier soll als Ersatz für das

in Wegfall gekommene „Wanderpreistournier“ ein besonder-

es „Jubiläumstournier“ durchgeführt werden, das mit Preisen

ausgestattet werden soll;

c)Ein Mannschaftstournier soll ebenfalls stattfinden.

 

 

Vom Bayerischen Schachbund erging am 5.10.35 ein besonderes Rundschreiben

an beitragsrückständige Vereine, das ich am 21.12.35 deutlich beant=

wortet habe.

– Anlage 1 d Nr. 24 – 26 –

Außerdem ergingen die allgemeinen Rundschreiben Nr. 10 – 15 mit

den Textziffern 104 – 182, in denen hauptsächlich Anweisungen für

das im Sommer 1936 in München stattfindende „Schach-Olympia“

enthalten sind.

– Anlage 1 d Nr. 27 – 34 –

 

Der Bundesleiter des Großdeutschen Schachbundes erließ am 28.11.1935

ein erneutes Rundschreiben wegen Bezugs der „Deutschen Schachblätter“.

– Anlage 1 e Nr. 6 –

 

Nach Textziffer 131 der vorerwähnten allgemeinen Rundschreiben des

Bayrischen Schachbundes wurde zwischen dem Großdeutschen Schachbund und der

Deutschen Arbeitsfront, NS Gemeinschaft „Kraft durch Freude“ ein Abkommen

mit dem Ziele abgeschlossen worden, im gemeinsamen Zusammenwirken

das Schach auf eine breitere Grundlage zu stellen. Der Versuch, über den

Rahmen des Klubs hinaus, Schachinteressenten und Schachfreunde zu gewinnen,

blieb jedoch im Anfangsstadium stecken. Wer nicht ohnehin zum Klub

kam, mit dem war in der Regel auch schachlich nicht viel anzufangen.

Jedenfalls reichte das beim Klub vorhandene Spielgerät jederzeit bei

solchen unternommenen Versuchen aus. Von dem Angebot der Fa. Habera


 

 

wurde daher kein Gebrauch gemacht.

– Anlage 1 a Schriftstück Nr. 69, 70 –

 

Am 14.1.1936 erlitt der Klub durch das Ableben seines langjährigen frü=

heren 2. Vorsitzenden Herrn Käser einen schweren Verlust. Herr Käser war

vom 9.9.26 bis 31.8.33 2. Vorsitzender des Klubs, dem er schon am 26.1.1921

als Mitglied beitrat. In diesen 15 Jahren seiner Zugehörigkeit zum Verein

hat er diesem eine seltene Treue bewahrt. Er war in keiner Weise auf

Rosen gebetttet und hat doch dem Klub große Opfer gebracht. Seine Beihilfe

bei der Beschaffung des heute noch vorhandenen Demonstrationsbrettes

– vgl. Bericht über das 1. Vereinsjahr – kann gar nicht überbewertet werden

wenn man die Zeitverhältnisse (= Inflationszeit) berücksichtigt. Er hat

Weihnachten 1925 dem Klub eine schöne Wandtafel geschenkt, die vollstän=

dig von ihm beschafft und bemalt worden war, leider aber schon seit vielen

Jahren nicht mehr vorhanden ist. Es war immer eine Freude, an den

Klubabenden mit ihm zu plaudern. Er wußte und schaffte in vielen Din-

gen Rat. Er war keinegswegs ein starker Spieler und doch eine

Säule des Klubs. Leider ist der von mir verfaßte Nachruf auf den

Verstorbenen nicht mehr vorhanden.

– Anlage 1 a Schriftstück Nr. 71 –

 

Anfang März, etwa um den 8. März 1936 erschien zum Klubabend eine

Dame, die sich als die Managerin des Großmeisters Bogojubow

auswies. In mehr als bestimmter Form verlangte sie vom Klub,

Annoncen, Presseaufrufe und Einladungen für ein Simultanspiel

zu erlassen, das Bogoljubow am 15.3.36 in Starnberg gab. Auch

dieser Termin wurde von ihr bestimmt. Mein Hinweis, daß wir mo=

mentan finanziell gar nicht in der Lage wären, solche Ausgaben zu

machen, fruchtete nichts. Auch der weitere Hinweis, daß Bogoljubow

bereits 2x bei uns war, daß wir uns dieser Besuche gerne er=

innerten, daß wir uns auch zu einem dritten Besuch entschließen könn-

ten, wenn man uns Zeit dazu lasse, änderte nichts an der Einstel-

lung dieser Dame und an ihrem Verlangen, daraufhin lehnte ich

unter ausdrücklicher Berufung auf ihr Auftreten jegliche tätige

und finanzielle Unterstützung der Veranstaltung am 15.3.36 durch

den Klub ab und stellte ihr frei das Simultanspiel des Großmeisters

auf eigene Rechnung und eigenes Risiko durchzuführen, was sie auch

tat. Am 15.3.36 erschien Bogoljubow tatsächlich bei uns. Seine Mana-

gerin war bereits fort um andere Simultanspiele vorzubereiten. Nach-

dem ich Großmeister Bogoljubow ausführlich über die Vorgeschichte

zu seinem diesmaligen Kommen unterrichtet hatte und unsere Ableh=

nung begründete, erklärte er sich bereit unter Übernahme von sei-

ner Managerin verursachten Kosten simultan zu spielen. Wir sollten

von den Teilnehmern mindestens 1 RM, von den anwesenden Zuschauern je

-.50 RM erheben. Von 12 teilnehmenden Klubmitgliedern erhielt er

insgesamt 13,50 RM, 11 Zuschauer zahlten 5.50 RM. Mit 19.- RM Ein=

nahmen in Sa. konnte der Großmeister nicht auf seine Kosten kommen,

daran war der Klub jedoch schuldlos.

Von den 12 Simultanpartien gewann Bogoljubow 10 Partien

und remisierte2“

Wir hatten uns das 3. Auftreten Bogoljubows in Starnberg ganz

anders vorgestellt !

– Anlage 5 a Nr.19 –


24

 

noch 16. Vereinsjahr: 1.9. 35 – 31.8. 36



Am Klubtournier
beteiligten sich 17 Mitglieder, die in 2 Gruppen

einrundig kämpften.

Jubiläums-Klubmeister wurde Herr Schlicht.

 

Im Haupttournier gab es wegen der Erkrankung und Ablebens des Herrn

Käser und Rücktritt von Bründl einige genullte Partien.

– Anlage 3 Nr. 26 –

 

An dem anschließenden eigentlichen Jubiläumstournier nahmen

21 Mitglieder teil. Für dieses Tournier erhielten wir von Bürgermeister

Buchner 3 Preise – je 10 RM – Weitere Spenden wurden von anderen

Klubmitgliedern in dankenswerter Weise gemacht.

Im Vortournier spielten die Teilnehmer in 3 Gruppen einrundig um

die Qualifikation zum Entscheidungs= und Trosttournier.

Ins Entscheidungstournier kamen alle Erst= und Zweitplazierten,

ins Trosttournier alle 3. und 4.Plazierten. Bei Punktgleichheit

in den einzelnen Gruppen um diese Plätze kamen alle betreffenden

Spieler ins Entsch. bzw. Trosttournier. Bei der Anzahl der zur Verfügung

stehenden Preise konnte auf Stichkämpfe verzichtet werden.

 

Jubiläumstourniersieger nach Sonneborn-Berger: Feldbaum

 

Trosttourniersieger: Niedermaier.

– Anlage 3 Nr. 27 –

 

Am 21.11.1935 fand in Weilheim der Mannschaftskampf:

 

Starnberg – Weilheim auf 12 Brettern statt.

 

Starnberg verlor mit 4: 8

Anlage 4 Nr. 28 –

 

Das als Jubiläumsveranstaltung geplante Mannschaftstournier

wurde in der beabsichtigten Weise nicht durchgeführt. Nachdem vom

Bezirk die Austragung der Bezirksmeisterschaft 1936 in verkürzter

Form an einem Tage angeordnet worden war, bewarb sich

der Klub um diese Veranstaltung und erhielt sie auch übertragen.

Zu der von der Stadt für das geplante Mannschaftstournier in Aus-

sicht gestellten Stiftung eines Pokals kam es für die nun tat-

sächlich durchgeführte Bezirksmeisterschaft leider nicht.

 

Mannschaftstourniersieger und Bezirksmeister 1936 wurde

der Starnberger Klub.

– Anlage 4 Nr. 29 – Sonderakte 7

 

Am 6.6.36 wurde die schon traditionsgemäße Sieger-Feier abge-

halten, mit der das Spieljahr abgeschlossen wurde. Für Musik und

Unterhaltung sorgte Schorsch Oberndorfer bestens. Es war schön, wie

stets zuvor. Überreicht wurden an die Toruniersieger die Diplome,

alle am Entsch.= und Trosttournier des Jubiläumstourniers teilge-

nommenen Spieler erhielten schöne Preise.

 

Anlage 1 a Schriftstück Nr. 72 –


 

 

Festzuhalten ist ferner, daß auch diesmal am Unsinnigen Donners-

tag unter der einwandfreien Regie unseres inoffiziellen Festwarts:

Schorsch Oberndorfer ein vergnügter faschingsmaßiger „Spielabend“ durch

geführt wurde.

 

In unser 16. Vereinsjahr fiel endlich die große Schach-Olympiade

die in der Zeit vom 16.8. – 3.9.36 in München zur Durchführung kam.

21 Nationen führten mit 8 Mann-Mannschaften Landerkämpfe gegen-

einander durch. Hierbei belegte Deutschland den 3. Platz mit der Bronze-

Medaille. Von den sonstigen Schach-Veranstaltungen war das „lebende

Schach“ am eindrucksvollsten. Wir in Starnberg haben von der einma-

ligen Möglichkeit, die besten Spieler von 21 Ländern zu sehen und ihrem

Spiel zu folgen, weidlich Gebrauch gemacht. Ich habe die Zeitungsberichte

über dieses „Olympia“ gesammelt dieser Chronik beigefügt.

– Anlage: Sonderakte 8 –

 

Der Mitgliederstand erhöhte sich von 53 auf 65.

– Anlage 2 Nr. 16 –


25

 

17. Vereinsjahr: 1.9.1936 – 31.8.1937

 

Die Generalversammlung fand anfang Oktober 1936 statt.

– Anlage 1 a Schriftstück Nr. 73 –

 

Neue Vereinsleitung:

gewählt: 1. Vorsitzender: Gerstetter

von diesem ernannt:

zum Stellvertreter und Propagandawart:Biberthaler

Schriftwart:Binner

Kassenwart:Oberndorfer

“=helferVollmann jr.

Schachwart:Hirt

Spielleiter:Holzbauer

Als Schachlehrer stellten sich bei Bedarf die

Herren Niedermaier und Strobel zur Verfügung,

falls Schachlehrgänge über den Klubrahmen hinaus

durchgeführt werden sollten.

Ich selbst hatte für die Klubausbildung Vorträge am

Wandbrett über Eröffnungen vorgesehen.

Besondere Veranstaltungen waren für dieses Jahr nicht geplant.

 

Mit Schreiben vom 27.12.36 trat der bisherige kommisarische

Bezriksleiter Braun-Penzberg wegen Beteiligung an der

Organisation eines Schachbezirks an mich heran. Ich konnte

mich aber nicht entschließen mich zur Verfügung zu stellen,

da ich wie viele andere beruflich und auch parteilich stark

beansprucht wurde und weil meine ganze Kraft dem Klub

gehören sollte. Ich lehnte daher mit Schreiben vom 11.3.36 [sic!] ab.

– Anlage 1 b Nr. 1, 2 –

 

Vom Bayerischen Schachbund ergingen die Rundschreiben Nr. 16, 17

mit den Textziffern 153 – 185.

Hauptinhalt war die Neuordnung im Schach auf Grund des Abkom=

mens des Großdeutschen Schachbundes mit der Deutschen Arbeitsfront,

NS Gemeinschaft „Kraft durch Freude“.

– Anlage 1 d Nr. 35 – 37 –

 

Der Großdeutsche Schachbund unterrichtete die Vereine über den

Kampf, den er auf höchster Ebene um die Erhaltung der Selbständig=

des Schachbundes, der Landesverbände und der Schachvereine

erfolgreich geführt hatte.

– Anlage 1 e Nr. 7 – 11 –

 

Von der NS Gemeinschaft „Kraft durch Freude“ wurde für

Starnberg ein KdF-Vereinsring ins Leben gerufen, zu dem ich

auch den Klub angemeldet habe.

– Anlage 1 a Schriftstück Nr. 74 – 77 –


 


Am Klubtournier
beteiligten sich 26 Mitglieder, von denen

 

16 Spieler im Meisterschaftstournier

10“im Haupttourniereinrundig gegeneinander

kämpften.

Klubmeister wurde Gerstetter.

– Anlage 3 Nr. 28 –

 

 

Am 8.11.1936 fand in Starnberg der Mannschaftskampf:

Starnberg – Pasing auf 13 Brettern statt.

 

Starnberg verlor mit 5: 8 .

Anlage 4 Nr. 30 –

 

 

Bezirks-Mannschaftsmeisterschaft 1937:

 

Da im Vorjahr bei der Austragung der Mannschaftsmeister=

schaft an einem Tage nicht die besten Erfahrungen gemacht

werden konnten, kehrte man wieder zu Einzelkämpfen am

Ort der Heimmannschaften zurück. Doch konnte auch diese

Meisterschaft die Erwartungen nicht erfüllen:

Wir spielten zwar unsere Auswärtskämpfe termingerecht,

Garmisch trat in Starnberg mit 2 monatiger Verspatung,

Weilheim überhaupt nicht an.

Außerdem fehlte es an der Benachrichtigung, so daß wir in

Starnberg nie erfuhren, wer Bezirks-Mannschaftsmeister 1937

wurde. Wir hatten aus 3 Kämpfen nur einen Sieg und

insbesondere in Tölz recht unglücklich abgeschnitten.

 

– Anlage 4 Nr. 31 –

und Sonderakte 7

 

Der Mitgliederstand ging von 65 auf 58 zurück.

 

Anlage 2 Nr. 17 –


26

 

18. Vereinsjahr: 1.9.1937 – 31.8.1938.


Die Generalversammlung
fand Anfang Oktober 1937 statt.

 

Neue Vereinsleitung:

gewählt zum 1. Vorsitzenden:Gerstetter

von diesem ernannt zum:

Stellvertreter und Propagandawart:Biberthaler

Schriftwart:Binner

Kassenwart:Holzbauer

Schachwart:Hirt

Die Spielleitung übernahm mit

Unterstützung durch Holzbauer:Gerstetter

 

Unser bisheriger Kassenwart Oberndorfer hatte wegen Arbeits=

überlastung um Ablösung gebeten. Er blieb uns aber nicht nur

als Spieler und Gesellschafter, sondern auch als inoffizieller Festwart

treu.

 

An sich war in der Generalversammlung außer unserem Klubtour=

nier und einigen Mannschaftskämpfen kein besonderes Spielprogramm

festgelegt worden und doch sollte gerade das Spieljahr 1937/38 ein

großer spielerischer Höhepunkt werden. Leider aber sind gerade für

dieses Spieljahr einige spielerische Unterlagen nicht mehr vorhanden.

Auch ich war sehr stark beansprucht und so konnte es mir wohl pas-

sieren, daß ich diesen Unterlagen nicht die sonst übliche Sorgfalt zu=

wendete. Es ließ sich jedoch manches mit Hilfe klubeigener und mei=

ner persönlichen Partie= Notationen leidlich überbrücken.

 

Der Großdeutsche Schachbund hat im Rundschreiben vom 6.9.1937 über den

Stand der Verhandlungen mit dem Amt Feierabend der NS Gemeinsch.

„Kraft durch Freude“ berichtet, wonach eine Einigung über die Zusammen-

arbeit nicht zustande kam. – Anlage 1 e Nr. 12 –

In Textziffer 189 und 190 des allgemeinen Rundschreibens Nr.19 des

Bayerischen Schachbundes ist aber später eine zwischen dem Großdeutschen Schach-

bund und Amt Feierabend getroffene Vereinbarung bekanntgegeben

worden, wonach beide Organisationen zum Wohle des deutschen Schachs

gleichwertige Aufgaben haben:

 

Amt Feierabend stellt das Schachspiel in den Dienst der Freizeitgestal=

tung;

Großdeutscher Schachbund ist die Organisation des „deutschen Kampf=

schachs“.

 

Vom Bayerischen Schachbund ergingen die allgemeinen Rundschreiben

Nr. 18 – 24 mit den Textziffern 186 – 218.

Rundschreiben Nr. 18, 19: – Anlage 1 d Nr. 38 – 41 –

“Nr. 29 -24: – Sonderakte „Bayrische Schachkongresse

in Starnberg“ –

Diese Rundschreiben enthalten außer der obigen Vereinbarung

Großdeutscher Schachbund – Amt Feierabend und den zahlreichen Anord=

nungen, Berichten und Tabellen für den Bayrischen Schachkongreß

1938, über den nachstehend noch gesondert berichtet wird, unter an=


 

 

derem:

a) Großmeister Bogoljubow hat in Triberg eine private Schachakademie“

gegründet – Textziffer 193 –

b) die Einheitssatzung vom Großdeutschen Schachbund herausgegeben, ist

von jedem Klub unverändert als Vereinsgrundlage anzuneh=

men. – Textziffer 215 –

 

Auch diesmal fand am „Unsinnigen Donnerstag“ unser üblicher

faschingsmäßiger „Spielabend“ statt, auf den sich wie jedes Jahr alles ge=

freut hat.

 

Am Klubtournier 1937/38 beteiligten sich mindestens 25 Spieler. Da

die Tourniertabellen fehlen, habe ich in der Anlage eine Darstel-

lung des Tourniers auf grund meiner eigenen Tournierpartien,

die lückenlos vorhanden sind, und von 5 klubeigenen Partieauf=

zeichnungen gegeben. Klubmeister wurde Gerstetter –

 

– Anlage 3 Nr. 29 –

 

Bürgermeister und Kreisleiter Buchner hat aus Anlaß des Kreis=

tages 1938 in Starnberg zur Pflege des Schachspiels folgendes

getan:

1. Er stiftete einen wertvollen Preis – ein kunstvolles Schachspiel –

für ein kombiniertes Schachtournier in den Landkreisen

Fürstenfeldbruck, Landsberg, Starnberg

 

2. Er finanzierte den „Bayrischen Schachkongreß 1938, über den

weiter untenstehend gesondert berichtet wird.

 

Zu Ziff. 1:

Für die Ausspielung des kunstvollen Schachspiels hat sich

Herr Buchner folgendes einfallen lassen:

a) Zunächst ist in Mannschaftskämpfen zwischen Vereinen

der genannten 3 Landkreise der Vereinssieger zu er=

mitteln; gespielt wird auf 10 Brettern.

b)Die Spieler des Vereinssiegers, die in den Mannschafts=

kämpfen eingesetzt waren zuzüglich der eingeteilten

Ersatzleute, spielen unter sich im ko.System den

Einzelsieger aus, der den Preis gewinnt.

 

An den Mannschaftskämpfen beteiligten sich nur die Vereine

Fürstenfeldbruck und Starnberg. Zwar gab es nicht viele Schach-

vereine in den 3 Landkreisen, aber in Landsberg war sicher

auch ein Schachklub, der sich jedoch nicht meldete.

 

Der Mannschaftskampf Fürstenfeldbruck – Starnberg

fand am 19.5.1938 in Fürstenfeldbruck auf 10 Brettern

statt.

Starnberg gewann überlegen mit 9: 1 .

Anlage 4 Nr. 32 –

 

Einzelsieger der Starnberger Mannschaft und Gewinner des

Preises:

Herr Kainzbauer

– Anlage 3 Nr. 30 –


27

 

noch 18. Vereinsjahr: 1.9. 37 – 31. 8 38.

 

Außer dem Mannschaftskampf gegen Fürstenfeldbruck im Rahmen des

vorher geschilderten Preistourniers fanden noch weitere Mannschaftskämp=

fe statt:

 

Am 2.9. 37: der Mannschaftskampf in Herrsching:

 

Starnberg – Reichssteuerschule Herrsching auf 9 Brettern

 

Starnberg gewann mit 6: 3

– Anlage 4 Nr. 33 –

 

Am 26.9. 37: der Mannschaftskampf in Starnberg:

 

Starnberg – Damenschachklub München auf 13 Brettern

 

Starnberg verlor mit 3 ½: 9 ½ .

– Anlage 4 Nr. 34 –

 

Am 10.10.37: der Rückkampf in Starnberg:

 

Starnberg – Reichssteuerschule in Herrsching.

 

Für diesen Wettkampf fehtl leider die Mannschaftsaufstellung.

Sie kann auch nicht mehr beschafft werden.

Aus 4 noch vorhandenen Partie=Notationen für Brett 1, 2, 3, 6

ergibt sich ein Stand von ½: 3 ½zu gunsten der Steuer=

schüler.

Der Wettkampf muß als Niederlage von Starnberg mit

diesem Ergebnis:

½: 3 ½ registriert werden.

– Anlage 4 Nr. 35 –

 

Am 28.4.1938: der Mannschaftskampf in Pasing

 

Starnberg – Pasing

 

Für diesen Wettkampf fehlt leider die Mannschafts=

aufstellung. Sie kann auch nicht mehr beschafft werden, weil

eine Rückfrage beim Schachklub Pasing ergebnislos verlief.

Aus meiner persönlichen Partie= Notation ergibt sich, daß

ich am 28.4.38 in Pasing auf Brett 1 gegen Herrn

Dr. Böhm verloren habe.

Der Wettkampf muß als Niederlage von Starnberg

mit dem Ergebnis:

0: 1 registriert werden

– Anlage 4 Nr. 36 –


 

 

Bayerischer Schachkongreß 1938 in Starnberg.

 

So wurde der Kongreß nach Starnberg vergeben:

 

Bürgermeister und Kreisleiter Buchner wollte, wie schon erwähnt,

außer dem Preistournier, das innerhalb von 3 Landkreisen stattfinden

sollte, eine weitere Veranstaltung in größerem Rahmen anläßlich

des Kreistags 1938 in Starnberg durchgeführt wissen. Er beauftragte mich

Erhebungen über die Kosten eines internationalen oder nationalen

Meistertourniers, oder einer Simultan-Veranstaltung durch Weltmeister

Aljechin zu pflegen [?] und ihm zu beziffern. Es kam ihm nur auf eine

Veranstaltung an, die für Starnberg eine große Propaganda bedeuten

würde. Eine solche Veranstaltung wollte er mit einigen tausend RM

fördern.

Meine diesbzügliche Anfrage an den Bayerischen Schachbund vom 14.2.38

wurde von diesem – seine offizielle Bezeichnung ist seit 1933:

„Großdeutscher Schachbund, Landesverband Bayern e V.“

ausführlich behandelt und am 2.3.1938 beantwortet. Ich legte diesen

Brief dem Bürgermeister vor. Er entschied sich auf Anhieb für den

Bayerischen Kongreß und übernahm es selbst mit dem Landesvorsitzen-

den W.Englert zu verhandeln. Die Verhandlungen führten zur Ver=

gebung des Bayerischen Kongresses nach Starnberg.

Eine ungeheure Arbeit kam damit auf mich zu. Ich wurde hierbei

von meinen Mitarbeitern in der Klubleitung trefflich unterstützt, ins-

besondere in der Quartierfrage durch Herrn Hirt. Die Besprechungen

mit den Lokalbesitzern:

Gruß – Undosa= Spiel= und Tourniersaal

Hirt – Seehof=Tagungs= und Gesellschaftslokal

mit der Presse, mit dem Beauftragten des Herrn Englert: Herrn

C Oberdorfer = Gauting, mit dem Bürgermeister, der ob seiner

mannigfachen Aufgaben auch als politischer Kreisleiter oft nur

mit Schwierigkeiten erreicht werden konnte, mit den eigenen

Mitarbeitern nahmen kein Ende. Dazu kamen die Vorbereitungs-

arbeiten: Registrierung der Anmeldenden und ihrer Wünsche

Bereitstellung von Freiquartieren, um die sich Hirt nicht annehmen

konnte, laufend Hinweise in der Ortspresse auf den Kongreß, Aus=

führung bestimmter Auftrage vom Bürgermeister und vom Landesverband

für das Programm und die Tourniere. Auch der Tournierleiter, Herr

Schmuck brachte mir einige Wünsche vor.

Erllöst atmete ich auf, als der 25.6.38,, der Beginn des Kongresses, her=

angekommen war.

Das ausführliche Programm für diesen Kongreß , der Bericht über den

Verlauf dieses Kongresses und die Tabellen über die Tournierergeb=

nisse wollen der Sonderakte „Bayerische Kongresse in Starnberg“

entnommen werden.

Vom Klub beteiligten sich 4 Spieler an den Tournieren:

Gerstetter im Haupttournier Gruppe 2. Ergebnis: 4 ½ Pkt. aus 10 Partien

7. Preis.

Niedermaier im “ Gruppe 3: Ergebnis 4 ½ Pkt. aus 10 “

6. Preis

Zeller im Nebentournier Gruppe 1: Ergebnis; 2 ½ Pkt. aus 7 “

5. Preis

Dr. Hanns [?] im “ Gruppe 1: Ergebnis: 3 ½ Pkt. aus 7 “

3. Preis.


28

 

noch 18. Vereinsjahr 1.9.1937 – 31.8.1938.

 

 

Ohne mich entschuldigen zu wollen, kann ich doch Gründe für mein

ungenügendes Abschneiden anführen:

 

Abgearbeitet und völlig unvorbereitet ging ich ins Tournier.

Es war mein erstes Tournier, bei dem in 6 Tagen 10 schwere

Partien zu spielen waren. Ich war in den ersten Tagen so benommen,

daß ich überall, an Häusern, Bäumen, Wänden, in der Luft und auf dem

Wasser nur weiß und schwarz quadrierte Flächen sah. Auch im Schlafe

verließ mich diese Vision nicht. Erst spater wurde dies dann besser.

Ich verlor die ersten 4 Partien hintereinander und stand nach

4 Runden hoffnungslos abgeschlagen am Tabellenende

Mein schachlicher Ehrgeiz war schwer verwundet. Im Auflehnen gegen

diesen Tabellenstand, im Hinblick auf meinen Klub, für den ich

spielte, nahm ich alle Energie zusammen. Es gelang mir dabei

die 5. Partie zu gewinnen, die 6. Partie mit remis zu halten,

die 7.8. und 9. Partie zu gewinnen. Völlig verausgabt verlor

ich noch die 10. Partie, obwohl ich auch da nicht schlecht stand. Allein

ich konnte nicht mehr durchhalten. Die Erreichung des 7. Tabellenplatzes

kostete mich viel.

 

Alles in allem aber war dieser Kongreß, bei dem 118 Spieler lt

Bericht – tatsächlich waren es 119 Spieler einschließlich Damen – in

11 gleichzeitig laufenden Tournieren kämpften in der bisherigen

Klubgeschichten das alles überragende Schachereignis. Es erfüllt

mich mit Freude und Stolz an der Vorbereitung tatkräftig mitge-

holfen zu haben.

 

Es verdient noch festgehalten zu werden, daß der Broschüre für das Problem-

tournier mit Austragung der 1. bayerischen Problemmeisterschaft

anläßlich des 16. Bayerischen Schachkongreßes in Starnberg

2 Schachprobleme vorausgehen, von denen das eine

von Fritz Müller-Fürth dem Herrn Buchner, das andere

von Ferdinand Metzenauer-München mir gewidmet wurde.

Die Broschüre befindet sich in der „Sonderakte „ Bayerische Schachkongresse

in Starnberg“

 

Nachzutragen ist endlich noch, daß Herr Franz Buchner anläßlich

des Schachkongresses zum Ehrenmitglied des Landesverbandes

Bayern eV im Großdeutschen Schachbund ernannt worden ist

– Hinweis auf Rundschreiben des Landesverbandes Bayern

Nr. 23 – Textziffer 202 Absatz 4 – abgelegt in der Sonderakte

„Bayrische Schachkongresse in Starnberg“ – .

 

– Sonderakte 9 –


 

 

Der Mitgliederstand ging von 58 auf 42 Mitglieder zurück.

Anlage 2 Nr. 18 –

 

Dieser Mitgliederschwund erscheint in dem Jahr, in dem der Bayerische

Schachkongreß in Starnberg stattfand, unverständlich. Erv erklärt sich

indessen wie folgt:

die Mitglieder: Fritsche, Göppel, Neidlein, Seybold, Stengel, Strobel

zogen von Starnberg fort;

die Mitglieder: Kern, Magg, Schifferl schieden wegen Krankheit aus;

die Mitglieder: Frieß und Geißelbrecht mit Frau, die schon vor Jah=

ren von Starnberg weggezogen waren, schieden, da keine

Aussicht auf ihre Rückkehr mehr bestand, aus;

3 weitere Mitglieder: Auerbach, Koch, Meier schieden im Zuge einer

Bereinigung des Mitgliederstandes aus, da sie sich schon

seit Jahren am Klubbetrieb nicht mehr beteiligten.


29

 

19. Vereinsjahr: 1.9.1938 – 31.8.1939.

 

Die Generalversammlung fand im Oktober 1938 statt.

 

Neue Vereinsleitung:

gewählt zum 1. Vorsitzenden: Gerstetter

von diesem ernannt:

zum Stellvertreter und Propagandawart:Biberthaler

Schriftwart:Binner

Kassenwart:Holzbauer

Schachwart:Hirt

Die Spielleitung übernahm weiterhin: Gerstetter

 

Ein besonderes Spielprogarmm – außer Klubtournier und Mann=

schaftskampf wurde nicht festgelegt, da im Spieljahr 1939/40

noch einmal der (17.) Bayerische Kongress in Starnberg stattfinden

sollte. So war das Jahr 38/39 als Verschnaufpause zwischen

2 anstrengenden Jahren gedacht.

 

Mit Rundschreiben vom 19. Dezember 1938 legte der Großdeutsche Schachbund

die Situation im deutschen Schach zu diesem Zeitpunkt dar und gab al-

len verantwortlichen Stellen des Bundes Anweisung für deren Verhal-

ten

der „Deutschen Schachgemeinschaft gegenüber ; kein Spielverkehr und

keine Verhandlungen über irgendwelche organisa-

torische Fragen.

der NS Gemeinschaft „Kraft durch Freude“ gegenüber; Abgrenzungsver=

handlungen sind noch im Gange, es kommen des-

halb die Ausnahmen und Weiterführung von Ver=

handlungen untergeordneter Stellen des Großdeut-

schen Schachbunds mit Dienststellen der NS Gemein-

schaft „KdF“ nicht in Betracht.

– Anlage 1 e Nr. 13 –

 

Vom Landesverband Bayern (Bayr. Schachbund) erging das Rundschreiben

Nr. 25 mit den Textziffern 219 – 233.

Wichtigster Inhalt die Voranzeige, daß der 17. Bayerische Schachkongreß

in der Zeit vom 3. – 11.8.1940 wiederum in Starnberg stattfinden

wird. (Textziffer 220) .

– Anlage 1 d Nr. 42 –

Am 27. 3.1939 erließ der Landesverband Bayern die Anweisung innerhalb

von 3 Wochen eine außerordentliche Mitgliederversammlung anzube-

raumen, in der

1. die Einheitssatzung des Großdeutschen Schachbundes – Anlage zu Rund-

schreiben Nr. 24 – Sonderakte 9 „Bayrische Schachkongresse in Starnberg –

bekanntzugeben und verbindlich einzuführen war;

2. eine Neu= oder Wiederwahl des Vereinsleiters durchzuführen war.

Die Wahl des Vereinsleiters war dem Leiter des neu aufgestell=

ten Gauschachverbandes Oberbayern mitzuteilen.

– Anlage 1 d Nr. 43 –

 

Der Vollzug dieser Anordnung müßte eindeutig dem Protokoll=

buch entnommen werden können, das jedoch nicht mehr vorhanden


 

 

ist. Vgl. Vorwort zur Vereinschronik.

Sicher aber hat die ao. Mitgliederversammlung fristgerecht stattge=

funden, in der die Einheitssatzung in Kraft gesetzt wurde und ich als

Vereinsleiter wiedergewählt wurde.

Auch das Schreiben des Gauschachverbandsleiters vom 11.5.39, das den

Schriftstücken des Oberbayr. Schachverbandes beigefügt wird, fand sei=

ne Erledigung.

– Anlage 1 c Nr. 23 –

 

Am Unsinnigen Donnerstag wurde wiederum der traditionelle

Faschings= Spielabend zur Freude und Zufriedenheit aller duchge=

führt.

 

Am Klubtournier 38/39 beteiligten sich 23 Spieler:

Meisterschaftstournier 10 Mann

Haupttournier13“

Klubmeister wurde nach Stichkampf mit Kainzbauer:

Gerstetter.

– Anlage 3 Nr. 31 –

 

Die vernichtende Niederlage im Wettkampf um den Preis des Bürger=

meisters Buchner am 19.5.38 hat zu einem Rückkampf am

18.10.38:

Starnberg – Fürstenfeldbruck in Starnberg auf 19 Brettern

geführt.

Starnberg verlor mit 9: 10

– Anlage 4 Nr. 37 –

 

Eine Bezirks-Mannschaftsmeisterschaft 1939 wurde nicht ausgetragen.

 

Der Gauschachverband führte am 16.6.39 im Hotel Sonnenhof-Mchn

eine Massen-Veranstaltung durch, an der rund 500 Schachspieler aus

München und der Provinz teilnahmen. Auch vom Klub nahmen

mehrere Spieler teil, doch kann ich weder die Zahl oder Namen,

noch die Ergebnisse nennen.

Anlage 5 a Nr. 20/21 –

 

Die Mitgliederzahl ging von 42 auf 38 Mitglieder zurück.

– Anlage 2 Nr.19 –


30

 

20. Vereinsjahr: 1.9.1939 – 31.8.1940

 

Der Beginn des 20. Vereinsjahres fällt in die Zeit des Ausbruchs des

2.Weltkrieges. Es traten einschneidende Veränderungen in allen Lebens-

fragen der Menschen ein: Rationierung der Lebensmittel, Einberufun=

gen der Männer zur Wehrmacht, Dienstverpflichtungen, Beschlagnahmen

nach dem Reichsleistungsgesetz und anderes mehr. Auch das Vereinsleben

blieb nicht unberührt. Es mußte zumindest hinter die wichtigeren

Belange, durch den Krieg verursacht, zurücktreten. Allein durch den

Einzug zahlreicher Mitglieder zum Wehrdienst erfuhr das Vereinsle-

ben grundlegende Wandlungen. Die Nicht=Einberufenen wurden

beruflich weit stärker beansprucht, als vor Kriegsausbruch, da sie

entstandene Lücken in der Berufsarbeit schließen mußten.

Auch beim Klub lagen die Verhältnisse nicht anders. Ein Auftreten

nach außen kam zunächst jedenfalls nicht in Betracht.

 

Eine Generalversammlung wurde wegen der im Vorjahr 2 mal

erfolgten Neuwahl des Vereinsleiters nicht abgehalten

die Vereinsführung (1. Vorsitzender und Mitarbeiter blieben

unverändert) änderte sich nicht; also:

1. Vorsitzender:Gerstetter .

Stellvertreter & Propagandawart:Biberthaler

Schriftwart: Binner

Kassenwart:Holzbauer

Schachwart: Hirt

Spielleiter:Gerstetter

 

Wenn auch Binner und Hirt im Berichtsjahr einberufen wurden,

so kamen sie nach einiger Zeit wieder zurück. Ersatzmänner

wurden von mir für die Dauer ihrer Abwesenheit nicht er=

nannt. Die schriftlichen Arbeiten erledigte ich selbst so gut es

ging; unseren Schachschrank und seinen Inhalt betreuten

wir alle, die wir unsere Spielabende besuchen konnten.

 

Dert 17. Bayerische Schachkongreß, der 1940 wiederum in Starnberg

durchgeführt werden sollte, wurde wegen des Kriegsaus

bruchs auf das Jahr 1941 vertagt.

 

Mit Rundschreiben vom 14.9.1939 bringt der Großdeutsche Schachbund

zum Ausdruck, daß nach Kriegsausbruch der Vereinsleiter

in Vollmacht des Bundesleiters bzw. seines zum Verbandsleiter

bestellten Vertreters handelt, und diesem für seine gesamte

Geschäftsführung verantwortlich ist.

Anlage 1 e Nr. 14 –

Am 8.3.1940 hat der Großdeutsche Schachbund bekanntgegeben,

daß ihm und seinen Verbänden und Vereinen die schachliche

Betreuung der Soldaten durch Verfügungen des Oberkommandos

des Heeres und des Chefs des Oberkommandos der Wehrmacht

übertragen worden ist.

Anlage 1 e Nr. 15 –


 

 

Vom Landesverband Bayern (Bayrischer Schachbund) ergingen die

Rundschreiben Nr. 26, 27 mit den Textziffern 234 – 250, die insbe=

sondere Fragen regeln, die durch die Kriegsverhältnisse aufgetreten

sind. – Anlage 1 d Nr. 44, 45 –

 

Am 24.10.1939 habe ich als Vereinsleiter die in der Heimat verbliebe=

nen Mitglieder zu einem Kriegstournier um die Klubmeisterschaft

aufgerufen. – Anlage 1 a Schriftstück Nr. 78 –

 

An diesem Klubtournier beteiligten sich 20 Spieler in 2 gleichen

Gruppen, von denen sich je die 2 Besten für das Entscheidungstour=

nier qualifizierten. Beide Gruppentourniere konnten nicht stö=

rungsfrei abgewickelt werden. Aus Gruppe I wurde Kainzbauer

nach 4 Tournierpartien eingezogen, der inzwischen wieder ent=

lassene Herbergsvater Hirt trat an seine Stelle und konnte

sich der 3 ½ Punkte seines Vorgängers freuen. Aus Gruppe II wurde

Gastl nach 3 Tournierpartien eingezogen und da kein Ersatzspieler

zur Stelle war, aus der Tournierliste gestrichen. Außerdem trat

aus dieser Gruppe noch ein Spieler zurück, ohne eine Partie ge=

spielt zu haben.

Zum Entscheidungstournier qualifizierten sich

aus Gruppe I:Hirt

Biberthaler

aus Gruppe II:Gerstetter

Hack

Klubmeister 1939/40: Gerstetter

 

– Anlage 3 Nr. 32 –

 

Eine Mannschaftsmeisterschaft und Mannschafts=Freundschaftskämpfe

wurden nicht ausgetragen.

Ebenso entfiel der „Faschings=Spielabend“ am „Unsinnigen Donners-

tag“ und eine Siegerfeier.

 

Soldaten-Betreuung:

Im ersten Kriegsvereinsjahr – 1939/40

wurden eingezogen:

Binner- kam später wieder zurück

Edelmann

Gastel

Hack

Hirt- kam später wieder zurück

Kainzbauer

Lubansky

Schauer

Stöckl

Vollmann jun.

Wüst

Zeller- insgesamt also 12 Mann.

 

Aus Spenden von insgesamt 35 RM von Mitgliedern schickten wir

an 6 Mitglieder, die im Dezember 1939 bereits an der Front stan-

den, Feldpostpäckchen ab. Je ein solches bekamen die Mitglieder:

 


31

 

noch 20. Vereinsjahr: 1.9. 39 – 31.8. 40.

 

Binner, Kainzbauer, Lubansky, Schauer, Vollmann und Wüst.

An alle Soldaten=Mitglieder verschickten wir einen Weihnachtsbrief,

in dem wir vom Leben im Schachklub und auch anderen interessie-

renden Nachrichten berichteten.

Geschrieben haben uns:

Gastel, Hack, Hirt, Kainzbauer, Schauer 2x, Vollmann 2x

Wüst 2x.

 

Die Feier unseres 20 jährigen Bestehens fiel den Kriegsverhältnissen

zum Opfer.

 

Der Mitgliederstand erhöhte sich von 38 auf 41 Mitglieder

– Anlage 2 Nr. 20 –

 



32

 

21. Vereinsjahr: 1.9.1940 – 31.8.1941

 

 

Eine Generalversammlung fand nicht statt.

Die Vereinsführung blieb unverändert, also:

 

1. Vorsitzender:Gerstetter

Stellvertreter u Propagandawart: Biberthaler

Schriftwart:Binner

KassenwartHolzbauer

SchachwartHirt

Spielleiter Gerstetter

 

Binner und Hirt kamen aus dem Wehrdienst vorläufig wieder zu=

rück und übernahmen wieder ihre Tätigkeit im Klub, da ihre Funk=

tionen offen geblieben waren. Auch für Biberthaler wurde nach

seiner Einberufung kein Ersatz bestimmt. Oberndorfer und ich

übernahmen sein Tätigkeitsfeld. Die Hoffnung auf ein baldiges

Kriegsende erfüllte sich nicht. Mit der Länge der Kriegsdauer wur=

de es aber immer schwerer, den Klub am Leben zu erhalten. Es

mußten immer mehr einrücken und die Übrigbleibenden wurden

immer mehr durch den Beruf und politische Organisationen beansprucht.

Der Klub mußte dadurch mehr und mehr zurückstehen.

 

Vom Landesverband Bayern (Bayr, Schachbund) ergingen die Rundschrei=

ben Nr. 28 – 30 mit den Textziffern 251 – 255. Wichtigster Inhalt betraf

den 17. Bayr. Schachkongreß, der in der Zeit vom 5.-13.7.1941

in Starnberg durchgeführt wurde. Diese Rundschreiben sind daher in

der Sonderakte „Bayerische Schachkongresse in Starnberg“ abgelegt.

 

Am Klubtournier beteiligten sich noch 11 Mitglieder, die einrundig

gegeneinander kämpften.

 

Klubmeister: Gerstetter Chr.

– Anlage 3 Nr. 33 –

 

Klubveranstaltungen irgendwelcher Art;

Mannschaftskämpfe

Einzel= oder Mannschaftsmeisterschaften im Bezirk

 

fanden nicht statt; auch gesellschaftliche Veranstaltungen:

„Faschings=Spielabend“, Siegerfeier fielen aus.

 

Das bedeutendste schachliche Ereignis in Starnberg in der Kriegszeit

war der

17. Bayerische Schachkongreß in Starnberg

 

Überhaupt ermöglicht durch die finanziellen Zuwendungen des Bürger=

meisters der Stadt Starnberg war die Vorbereitung dieses Kongresses

keine Kleinigkeit. Im Hochsommer – Juli – bereitete die Unterbrin=

gung von 90 – 100 Spielern große Schwierigkeiten, da die Quartiere

schön, gut und billig sein sollten. Hätte das Verkehrsamt unter

dem damaligen Leiter, Herrn Richter, nicht so einzigartig die

vorgebrachten Wünsche befriedigt, wäre es um diesen Kongreß


 

 

schlimm bestellt gewesen. So aber konnten bis zum Kongreßbeginn alle

Schwierigkeiten überwunden werden. Der Kongreß nahm dann auch einen

schönen und glatten Verlauf. Der „Landesverband Bayern“ als Veranstal-

ter hat über die Tournierteilnehmer und = ergebnisse leider nicht wie

1938 Tabellen veröffentlicht. Es ist mir daher nicht möglich hier mit

Einzelheiten aufzuwarten. Besonders bemerkenswert ist aber, daß

unser deutscher Großmeister Unzicker damals als 15 Jähriger

seinen ersten bayrischen Meistertitel errang. In Starnberg also

holte er sich die erste bayerische Meisterschaft !

Im Haupttournier spielten vom Klub Herr Niedermaier und

ich mit. Die in meinem Besitz befindliche Tabelle über dieses

Tournier sieht so aus:

 

Los Nr

Teilnehmer

1

2

3

4

5

6

7

8

9

10

11

Zahl

+

=

1

Pkt.

Platz

1

Lankes -München

·

1

1

1

0

0

1

0

1

0

1

10

6

4

6

3-5

5.

2

Hofmann – Noris Nürnberg

0

·

1

1

0

½

1

0

0

1

1

10

5

1

4

5 ½

6.

3

Maier – Donauwörth

0

0

·

0

0

0

0

1

0

0

0

10

1

9

1

11.

4

Frl Brandl – Landshut

0

0

1

·

0

0

½

½

0

0

0

10

1

2

7

2

10.

5

Bauer – Augsburg

1

1

1

1

·

½

1

1

1

1

½

10

8

2

9

I.

 

6

Bonovecchio-Anderssen-Bavaria München

 

1

 

½

 

1

 

1

 

½

 

·

 

1

 

0

 

0

 

1

 

1

 

10

 

6

 

2

 

2

 

7

 

II.

7

Weigl – Fürth

 

0

0

1

½

0

0

·

1

½

1

0

10

3

2

5

4

8.

8

Ott – Bamberg

1

1

0

½

 

0

1

0

·

½

1

1

10

5

2

3

6

3.-5.

= 3.

9

Gerstetter – Starnberg

0

1

1

1

0

1

½

½

·

0

1

10

5

2

3

6

3-5.

= 4.

10

Kramer –

Noris Nürnberg

1

0

1

1

0

0

0

0

1

·

1

10

5

5

5

7.

11

Niedermaier – Starnberg

0

0

1

1

½

0

1

0

0

0

·

10

3

1

6

3 ½

9.

 

Ich mußte auch in dieses Tournier, genau wie im Jahre 1938, reichlich

abgehetzt gehen. Wenn ich trotzdem besser abschnitt als 1938, dann des=

halb, weil ich mir wenigstens 2 Eröffnungen etwas angesehen hatte:

für Weiß: Spanisch

“Schwarz: Sizilianisch

Auch diesmal empfand ich es sehr anstrengend, in wenigen Tagen

eine so große Zahl von Tournierpartien spielen zu müssen. Ich habe

niemals wieder ein solches Tournier mitgespielt.

Es erfüllt mich aber eine tiefe Befriedigung, auch 1941, wie 1938,

zur Vorbereitung des Kongresses mein Bestes getan zu haben.

 

– Sonderakte 9 „Bayerische Schachkongresse in

Starnberg “

 


33

 

noch 21. Vereinsjahr: 1.9.1940 – 31.8 1941:



Soldaten-Betreuung:

 

Im Berichtsjahr waren eingezogen:

 

Biberthaler

Edelmann

Gastel

Gerstetter H.

Hack

Kainzbauer

Kufer

Lubansky

Popp

Schauer

Schlicht

Stöckl – kam wieder in die Heimat zurück.

Dr.Stürmer

Vollmann jun.

Wüst

Zeller – insgesamt 16 Mann –

 

Zu Weihnachten schickten wir den vorstehend genannten Mitgliedern

einen Brief, dem im Januar kleine Päckchen folgten, da wir

die restigen benötigten Reiseschachs nicht mehr rechtzeitig be=

kamen.

– Anlage 1 a Schriftstück Nr. 79 –

 

Geschrieben haben uns: Biberthaler 2x, Edelmann,

Kainzbauer 2x mit 1 Photo, Lubansky, Schauer 2x,

Zeller Max 3x.

 

Der Mitgliederstand blieb mit 41 Mitgliedern unverändert

 

– Anlage 2 Nr. 21 –


 

 

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Gesamtaufnahme vom Bayrischen Schachkongreß 1941 in Starnberg

Für die Chronik gegeben von Herrn Dr. Thurmayr.


34

 

22. Vereinsjahr: 1.9.1941 – 31.8.1942



Kurze Zeit nach dem Bayerischen Schachkongreß vom Juli 1941 in Starnberg

verbrachten

Herr Dr. Dyckhoff, München und

Herr Dr. Dyrssen, Berlin

in der Zeit vom 28.8.41 bis 11.9.41 Ferien in Starnberg bei unserem

Herbergsvater Hirt. Beide Herren waren an unserem Klubabend stets

bei uns und demonstrierten ihre große Spielstärke.

Am 28.8.41 konnte ich eine Einzelpartie gegen Dr. Dyckhoff zwar remis

halten, aber sonst konnten wir gegen die beiden Herren

nicht viel Lorbeeren ernten.

Am 4.9.41

siegte Dr. Dyrssen in einer Beratungspartie gegen ì Gerstetter

í Jentsch

î Hirt

1: 0

und

Dr. Dyckhoff in einer Beratungspartie gegenì Niedermaier

í Huber

î Binner

1: 0

Am 11.9.41

siegte Dr. Dyrssen in einer weiteren Beratungspartie

gegen ì Gerstetter

í Niedermaier

ï Hirt

î Jentsch

1: 0

Außerdem gab an einem nicht festgehaltenen Tage Herr Dr. Dyckhoff

eine Simultanvorstellung gegen 11 Klubmitglieder

und erzielte

7 Siege

3 Remisen gegen Gerstetter, Wüst, Oberndorfer

1 Niederlage gegen Huber

 

– Anlage 5 a Nr. 22 –

 

Die Generalversammlung fand am 9.10.41 nach 3 jähriger Unterbrech=

ung statt.

Die Berichte umfaßten den 3 Jahreszeitraum, auch die Einheitssatzung, die

schon in der a.o. Mitgliederversammlung vom Frühjahr 1939 in Kraft

gesetzt wurde – vgl Bericht: 19. Vereinsjahr – wurde nochmals als rechts-

verbindliche Vereinsgrundlage festgelegt.

 

– Anlage 1 a Schriftstück Nr.80 –

Die Vereinsführung blieb unverändert:

1. Vorsitzender:Gerstetter

Stellvertr. u Propagandawart: Biberthaler, vertreten durch Oberndorfer

Schriftwart:Binner

Kassenwart:Holzbauer

Schachwart:Hirt

Spielleiter: Gerstetter


 

 

Vom Großdeutschen Schachbund und dem Landesverband Bayern

 

ergingen keine Mitteilungen und Anordnungen.

 

Am 28.11.1941 verstarb die Mutter unseres Herbergsvaters, Frau

Kreszenz Hirt infolge eines Schlaganfalls. Der Tod dieser Frau ging

uns allen sehr nahe. Wir verehrten sie auf grund ihres ruhigen

und freundlichen Wesens. Sie zeigte uns stets ein großes Entgegen=

kommen, mit einem Wort: Wir fühlten uns in unserem Klublo=

kale bestens untergebracht.

Anlage 1 a Schriftstücke Nr.81 – 83 –

 

Anfang 1942 mußte unser Herbergsvater Hirt wieder einrücken und

gleichzeitig wurde sein Hotel durch eine Abteilung des General =

kommandos München belegt. Dies bedeutete für den Klub

ein Ersatzlokal zu suchen. Da der Umzug schnellstens erfolgen

mußte und gleichzeitig auch die Familie Hirt den Betrieb

schließen und die Wohnung räumen mußte, ging da manches

wirr durcheinander. Wir konnten im benachbarten „Gasthof

zur Eisenbahn unterkommen, wo uns die Wirtsleute, Fa=

milie Aigner, gut aufnahmen. Wir schafften auch unseren

Materialschrank und unser Wandbrett ins neue Lokal. Dage=

gen hatte Herr Hirt unseren Pokal vom 10 jährigen Stiftungs-

fest und die vom Herrn Käser gestiftete Wandtafel selbst noch

irgendwo verstaut. Wir haben beide Utensilien niemals

wieder gesehen.

Auch unser Schriftwart Binner mußte Anfang 42 wieder

zu den Soldaten.

Ersatzleute für Schriftwart und Schachwart wurden nicht

bestellt. Die Rumpf=Vorstandschaft erledigte alles in

schöner, harmonischer Zusammenarbeit. Oberndorfer und Holz-

bauer waren meine getreuen Mitarbeiter.

 

Am Klubtournier beteiligten sich 12 Mitglieder und zwar

in Gruppe A = Meistertournier – 7 Mann

in “ B = Haupttournier – 5 “

Warum ich diesmal am Tournier nicht teilnahm, weiß

ich nicht mehr zu sagen. Ich war jedenfalls immer da und

spielte doch nicht mit.

 

Klubmeister: Oberndorfer – Anlage 3 Nr. 34 –

 

Kurze Zeit nach dem vorhin geschilderten Lokalwechsel spielten wir

gewissermaßen zum Einstand in unserem Lokal einen Mannschaftskampf:

 

Am 15.2.42: Starnberg – Damenschachklub München in Starnberg

Für diesen Wettkampf fehlt leider die Mannschaftsaufstellung. Sie

kann auch nicht mehr beschafft werden, weil eine Rückfrage beim Da=

menschachklub ergebnislos verlief. Nach einer vorliegenden

Notation hat Herr Buchner/Stbg gegen Frau Ziehr-Mchn. gewonnen.

Der Wettkampf wird daher als Sieg von Starnberg mit dem

Ergebnis: 1: 0 registriert.

– Anlage 4 Nr. 38 –


35

 

noch 22. Vereinsjahr: 1.9. 41 – 31.8. 42:

 

Soldaten-Betreuung:

 

Im Berichtsjahr waren eingezogen:

 

Biberthaler

Binner

Edelmann

Gastel

Gerstetter H.

Hack

Hirt

Kainzbauer

Kufer

Lubansky

Popp

Schauer

Schlicht

Stephan

Dr. Stürmer

Vollmann jun.

Wüst

Zeller – insgesamt 18 Mann –

 

Zu Weihnachten schickten wir unseren Soldaten wiederum einen

Brief und ein Päckchen.

– Anlage 1 a Schriftstück Nr. 84 –

Geschrieben haben uns:

 

Biberthaler 2x , Edelmann, Gastel 2x, Göppel, Hack

Kufer, Popp, Schauer 2x, Schlicht, Stephan, Vollmann jun,

Wüst, Zeller

 

Am 29.7.42 übergaben wir dem Luftwaffen-Teillazarett Starnberg

2 klubeigene Schachspiele zum Gebrauch. Da wir versäumten, die

Spiele im Jahre 1945 rechtzeitig zurückzuverlangen, haben wir

sie nicht mehr erhalten.

– Anlage 1 a Schriftstücke Nr.85/86 –

 

Der Mitgliederstand erhöhte sich von 41 auf 43 Mitglieder.

 

Anlage 2 Nr. 22 –

Wir freuten uns besonders, daß Gründungsmitglied Hans Benker

wieder zu uns kam, daß unser früherer 2. Vorsitzender Gräfenhain

wieder nach Starnberg kam, und daß Geheimrat Prof. Wieland

dem Klub beitrat.



36

 

23. Vereinsjahr: 1.9.1942 – 31.8.1943

 

 

Eine Generalversammlung wurde nicht abgehalten. Je länger

der Krieg dauerte, desto mehr galt es für uns, den Klub als solchen

zu erhalten und die Verbindung mit unseren Soldaten-Mitgliedern

zu pflegen. Ein Auftreten des Klubs nach außen kam ohnehin nicht

mehr in Betracht.

 

Die Vereinsführung blieb deshalb unverändert. Für die „eingezoge=

nen“ Vorstandsmitglieder wurden Ersatzleute nicht aufgestellt,

also:

1. Vorsitzender:Gerstetter Chr.

Stellvertr. u. Propaganda:BiberthalerW unbesetzt, jedoch ver=

treten durch Oberndorfer

Schriftwart:BinnerW – am 10.1.43

gefallen – unbesetzt

Kassenwart:Holzbauer

Schachwart:HirtW unbesetzt

Spielleiter:Gerstetter Chr.

 

Der unselige Krieg forderte im 4. Kriegsjahr vom Klub schwere

Opfer:

 

Binner Hermann fiel am 10.1.43 im Osten

 

Wüst Georg verstarb im Osten – der Tag ist nicht festgehalten.

 

Der Tod dieser beiden hervorragenden Klubmitglieder bedeutete

für den Klub einen unersetzlichen Verlust. Beide waren starke

Spieler, die in Tournieren und Wettkämpfen scharfe Partien

lieferten. die „Binner“-Varianten werden den Klubmitgliedern,

die seit 1925ff dem Klub angehören, noch in guter Erinnerung sein.

Richtige Husarenstreiche führte er meist mit gutem Erfolge aus.

Mitglied seit 1924, Schriftführer des Klubs seit 1930, war Binner

Hermann mir ein wertvoller Mitarbeiter im Klub, und da er

außerdem mein Neffe war, bestand auch ein schönes, aufrichtiges

Verwandtschafts= und Freundschaftsverhältnis. Er erfüllte mir,

schachlich gesehen, jeden Wunsch. Noch viele Jahre konnte ich bei den

späteren Klubtournieren die Vordrucke verwenden, die er mir

vor seinem 2.Einrücken als Vorrat übergeben hatte. Da er den

späteren Verlust der bei ihm lagernden Protokollbücher nicht zu

vertreten hat, gebührt ihm in der Geschichte des Klubs ein beson-

deres Ehrenblatt.

 

Wüst Georg kam erst im Vereinsjahr 1937/38 zu uns. Er hat sich in

der kurzen Zeit bis zu seiner Einberufung – in etwa 2

Jahren – durch seine Spielstärke, aber auch durch sein

aufrichtiges, gefälliges Wesen und durch seinen Mutter=

witz sehr rasch allgemein beliebt und geachtet gemacht,

und wir wollten es nicht glauben, daß wir diesen

wertvollen Menschen nicht wiedersehen sollten. Auch ihm

sei mit diesem Nachruf ein bleibendes Denkmal ge=

setzt.


 

 

Rundschreiben des Großdeutschen Schachbundes oder des Landesver-

bandes Bayern kamen nicht mehr.

 

Am Klubtournier 42/43 beteiligten sich 12 Mitglieder, die in

einer Gruppe einrundig um die Klubmeisterschaft kämpf=

ten

Klubmeister: Max Niedermaier

– Anlage 3 Nr. 35 –

 

Gesellschaftliche Veranstaltungen irgend welcher Art fan-

den nicht statt.

 

Soldaten-Betreuung:

 

Im Berichtsjahr waren eingezogen:

 

Biberthaler

Binner- am 10.1.1943 im Osten gefallen –

Edelmann

Gastel

Gerstetter H.

Hack

Hirt

Kainzbauer

Kufer

Lubansky

Popp

Schauer

Schlicht

Stephan

Dr. Stürmer

Vollmann

Wüst Georg – 1943 im Osten verstorben –

Zeller

– insgesamt 18 Mann –

 

Auch zur 4. Kriegsweihnacht sandten wir unseren Solda-

ten-Mitgliedern einen Brief und nach Erhalt der Zulassungs-

marken ein Päckchen mit Tabakwaren.

Anlage 1 a,

Geschrieben haben uns Schriftstück Nr.87 –

Biberthaler2x,Kainzbauer, Vollmann jun ,

Zeller 2x.

 

Der Mitgliederstand ging von 43 auf 41 Mitglieder zurück.

 

– Anlage 2 Nr. 23 –

Unser früherer 2.Vorsitzender Gräfenhain (von 1920 – 1926), der

erst 1942 wieder zu uns gekommen war, mußte uns schon so

bald wieder verlassen. Er kam als kranker Mann wieder und

der Tod nahm ihn von uns. Wir beklagen in ihm den Verlust eines

treuen und verdienstvollen Vorkämpfers für das Schachspiel im

allgemeinen und den Klub im Besonderen.


37

 

24. Vereinsjahr: 1.9.1943 – 31.8.1944

 

Eine Generalversammlung fand nicht statt.

Die Vorstandschaft änderte sich mit Ausnahme des Ausscheidens von

Binner, der am 10.1.43 gefallen war, nicht, also

1. Vorsitzender:Gerstetter Chr.

Stellvertr. u Propaganda: BiberthalerW vertreten durch Oberndorfer

Schriftwart:unbesetzt

Kassenwart:Holzbauer

Schachwart:HirtW unbesetzt

Spielleiter:Gerstetter

 

Wir drei: Oberndorfer, Holzbauer und ich erledigten, was

noch zu tun blieb und was wir noch tun konnten.

 

Auf den Kriegsschauplätzen war inzwischen ein Katastrophale

Änderung der Lage eingetreten. Überall befanden wir uns auf

dem Rückzug. Viele Menschen, auch wir zählten dazu, machten

sich mit dem Gedanken schwer zu schaffen, daß der Krieg verloren

ginge. Da das niemand sagen durfte, führten solche Gedanken

zu starken Depressionen, die wiederum nicht offen gezeigt

werden durften. Die Ereignisse nahmen jedoch ihren unaufhalt=

samen Lauf.

Der Klub führte nur noch interne Klubabende und ein Klub-

tournier durch an dem sich 14 Spieler beteiligten:

Meisterschaftstournier: 8 Spieler, davon traten Hirt und

Huber nach 1 bzw. 3 Spie-

len zurück und mußten

gestrichen werden.

Haupttournier:6 Spieler.

 

Klubmeister: Gerstetter Chr.

– Anlage 3 Nr. 36

 

Soldaten-Betreuung:

 

Im Berichtsjahr waren eingezogen:

 

Biberthaler

Edelmann

Gastel

HackGerstetter H. und

Hirt Kainzbauer waren

Kuferim Laufe des Berichts-

Lubanskyjahres zu uns zurück=

Poppgekommen.

Schauer

Schlicht

Stephan

Dr. Stürmer

Vollmann jun.

Zellerinsgesamt 14 Mann


 

 

Zur 5. Kriegsweihnacht schickten wir weder Brief noch Päckchen.

Optimistisch schreiben konnten wir nicht und wie es uns ums Herz

war, durften und wollten wir nicht schreiben. Zu schicken gab es

auch nicht mehr viel.

Geschrieben hat uns außer Gastel auch niemand, wohl weil wir

nichts von uns hören ließen, sicher aber auch, weil unsere Solda=

ten nicht schreiben konnten, wie sie wollten.

Gastel schrieb uns vom 22.1.44 aus dem Reserve-Lazarett Zamosc

(Distrikt Lublin) daß dort am 18.1.44 Bogoljubow eine Simul-

tanveranstaltung gegeben hat, an der auch er teilgenommen hatte.

er gab uns die Partiestellung, die zu seinen Gunsten abgebrochen

werden mußte, weil Bogoljubow wieder abreisen mußte.

 

 

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Schwarz: Gastel „Hat ein materielles

Übergewicht von Turm,

Springer und Bauer

gegen drei Bauern, ist

jedoch schlechter ent=

wickelt !









Weiß: Bogoljubow

 

 

Stellung: Weiß: Kg1 Schwarz: Ke8

De1Dg7

Tf1 Ta8, h8

Ld3, f4 Ld7, f8

Se2Sb8, g8

Bauern: a3Bauern: a7

b4 b7

c2 c6

d4 e7

e4 h7

g2(13 Steine)

h2(13 Steine)

 

Anlage 1 a Schriftstück Nr.88 –

 

 

Der Mitgliederstand erhöhte sich von 41 auf 45 Mitglieder.

 

Anlage 2 Nr. 24 –

 


38

 

25. Vereinsjahr: 1.9.1944 – Ende April 1945.

 

 

Das Berichtsjahr nahm mit dem Einzug der amerikanischen Truppen

in Starnberg ein vorzeitiges Ende.

Eine Generalversammlung hatte nicht stattgefunden

Die bisherige Rumpf=Vorstandschaft:

Gerstetter, Oberndorfer, Holzbauer war bis

zum Ende tätig; jedoch enthält das Kassenbuch für das Berichts-

jahr keine Einträge mehr.

 

Am Klubtournier beteiligten sich 17 Mitglieder, die in einer Gruppe

einrundig den Klubmeister ermittelten.

 

Klubmeister: Pirner

 

Neu eingetreten in den Klub, holte er sich auf Anhieb den Titel

eines Klubmeisters ! Herr Pirner war durch Herrn Nieder-

maier in den Klub eingeführt worden.

Anlage 3 Nr. 37 –

 

Soldaten-Betreuung:

 

Auch zur 6. Kriegsweihnacht verschickten wir weder Briefe noch

Päckchen. Geschrieben hat uns nur Zeller Max.

Am 6.11.44 bedankte sich das Reservelazarett IV München

Teillazarett Mariahilf für leihweise zur Verfügung gestellte

Schachfiguren, die wir nicht wieder zurückerhalten haben.

 

– Anlage 1 a Schriftstück Nr.89 –

 

Der Mitgliederstand ging von 45 auf 42 zurück

 

Anlage 2 Nr. 25 –

 

 

Ende April wurde Starnberg von amerikanischen Truppen be-

setzt. Auch unser Klublokal – Gasthof z. Eisenbahn – wurde besetzt.

Unseren Schachschrank konnten wir nicht mehr sicherstellen. Er

verblieb im Gasthof, der von Zivilisten nicht mehr betreten werden

durfte. Erst einige Zeit später wagte sich Herr Niedermaier

in das Haus und es gelang ihm einen Rucksack voll Spiel-

material – 11 Spiele, eine Anzahl Bretter und 2 Uhren mitzu-

nehmen. Alles andere Spielgerät ging verloren. Auch unser

Wandbrett konnte noch gerettet werden. – Anlage 1 a Schriftstück Nr.90 –

Ich selbst erhielt als Pg sofort Hausarrrest und wurde nach

wenigen Tagen im „Automatic Arrest“ interniert.

Alles Vereinsleben war mit der Besetzung Starnberg’s

erloschen – damit war auch unser 25. Vereinsjahr

vorzeitig beendet.


39

 

Bericht über die Zeit vom Ende April 1945 bis Ende 1948:


Wie bereits erwähnt war alles Vereinsleben in Starnberg durch

die Besetzung mit Truppen zunächst erloschen. Die Sperrstunde

allein, die längere Zeit in Kraft war, hätte schon ein abendli=

ches Zusammenkommen von Schachfreunden unmöglich gemacht.

Aber auch nach Aufhebung der Sperrstunde konnte ein Verein

nur dann wieder aufleben, wenn er die Lizenz – die Er-

laubnis – bekam. Diese wurde erst nach eingehender Über=

prüfung der Vereinsfunktionäre in politischer Hinsicht er=

teilt. Einer solchen Überprüfung wollten sich die Schachfreunde

Starnberg’s nicht unterziehen, obwohl keiner sie hätte zu

scheuen brauchen.. Gleichwohl war der Schachklub Starnberg

nicht tot, wenn er auch offiziell nicht bestand. Sie tra-

fen sich zwanglos im Weinhaus Schirmer und spielten;

sie spielten ohne Vereinsorganisation, sie blieben damit

der Pflege des Schachspiels treu und retteten damit den

Klub. Viele frühere Klubmitglieder blieben den Zusam=

menkünften zwar fern, ein kleines Häuflein früherer

Mitglieder aber bildeten den Stamm und damit die Brücke vom

alten zum neuen Klub. Sie seien hier namentlich genannt:

 

Biberthaler

Gastel

Gerstetter H.

Nägle

Popp R

Schauer

Schreindorfer

Stöckl

ZellerundNiedermaier.

 

Ihnen gesellten sich eine Reihe weiterer Schachfreunde zu.

Ich selbst konnte erst nach meiner Entnazifizierung im Herbst

1948 an eine Tätigkeit im Schachklub denken. Doch zunächst

konnte dies noch nicht sein – ich war einfach zu deprimiert –

und hatte mich eigentlich schon damit abgefunden, ohne Schachklub

auszukommen. Zwei junge Freunde, die Herren Fackler und

Haßler, besuchten mich regelmäßig Montag abends und wir

spielten bei mir zu Hause. Erst konnte ich gegen beide gleich-

zeitig spielen und auch gewinnen. Doch bald änderte sich dies.

Die beiden Freunde wuchsen mir bald über den Kopf und dann

konnte ich im Einzelspiel wenig Lorbeeren mehr ernten. Sie

erzählten mir auch von den Zusammenkünften bei Schirmer,

daß die Spieler dort ein Tournier abhalten wollten, das ich

leiten sollte. Von ihnen ließ ich mich auch bewegen, Anfang

Januar 49 an einer solchen Spielerzusammenkunft teilzu=

nehmen. Mit meinem Erscheinen bei Schirmer begann ein

neues Vereinsjahr.


40

 

29. Vereinsjahr: Januar 1949 – 31.8.1949


Nachdem ich mich entschlossen hatte mich dem Kreis der Schachfreunde

im Lokal „Schirmer“ – Ratstüberl – anzuschließen, wollte ich auch

gleich prüfen, wie die Verhältnisse bezüglich des Wiedererstehens

des Schachklubs Starnberg lagen. Ich hatte deshalb zu einer

diesbezüglichen Besprechung für 13.1.49 eingeladen.

– Anlage 1 a Nr.91 –

An dieser Besprechung nahmen 16 Schachfreunde lt Anwesenheits-

liste teil, die sich sofort für

1. das Wiederaufleben des Klubs,

2. für den Beginn eines Tourniers am 20.1.49

entschieden.

Bis zu einer bald abzuhaltenden Generalversammlung zur Neu-

gründung des Klubs wurde Herr Biberthaler mit 12 von 15 Stimmen

zum Geschäftsführer gewählt und beauftragt die Generalversammlung

vorzubereiten. Ich erklärte mich bereit, ein am 20.1.49 beginnendes

Tournier vorzubereiten. Die Anwesenden hatten sich für 10 Runden

„Schweizer System“ entschieden. Zum vorläufigen Kassier wurde

Herr Fackler bestellt, da die Anwesenden sofort die geforderte

Anzahlung von 1 DM auf den künftigen Beitrag geleistet hatten

Herr Fackler hatte auch die Protokollführung übernommen.

Ich ging von dieser Besprechung mit großer Befriedigung nach

Hause. Die Freude an der Pflege des Schachspiels hatte doch tiefe

Wurzeln in Starnberg geschlagen. Die viele Arbeit in der Zeit

vor 1945, in der der Schachklub wirkte, war nicht umsonst

getan.

Anlage 1 a Nr.92, 93

– Anlage 1 Nr. 1 –

Am 28.3.49 erging die Einladung zur 1. ordentlichen Generalversammlung

für den 31.3.49.

Lt Anwesenheitsliste fanden sich 21 Mitglieder ein. 1 weiteres Mitglied,

Herr Scheuer, Student, – kam verspätet; er schied nach kurzer Zeit wie-

der aus.

In dieser Generalversammlung wurde als Vorstandschaft gewählt:

I.Vorsitzender: Gerstetter Christian20: 2 Stimmen

II.“Bibertaler Gg.17: 4: 1“

Schriftführer:Schreindorfer ü

Kassier:Huberý durch Handaufnahme einstimmig

Schachwart:Nägleþ

 

Herr Gastel wurde zum Problemwart ernannt.

 

Damit war der Schachklub zu neuem Leben wieder erstanden.

Ein Beschluß über Satzungen wurde nicht gefaßt. Ein solcher Be=

schluß wurde nicht für erforderlich gehalten aus folgendem Grunde:

 

Die Satzungen des früheren Klubs wurden durch eine Anordnung des frü=

heren Landesverbandes Bayern vom 27.3.39 einfach außer Kraft gesetzt;

an deren Stelle mußten die Einheitssatzungen, herausgegeben vom

früheren Großdeutschen Schachbund, in einer a.o. Generalversammlung bekannt=

gegeben und verbindlich eingeführt werden. Selbst Änderungen

an den Einheitssatzungen waren unstatthaft (vgl. Bericht: 19. Ver=


 

 

einsjahr und dort verwiesene Anlagen) Für eine Beratung und Beschluß=

fassung war danach kein Raum. Mit dem Zusammenbruch Deutschlands im

2.Weltkrieg erlosch auch der Großdeutsche Schachbund. Die niemals ordnungs=

mäßig beschlossenen „Einheitssatzungen“ verloren damit ihre Wirksamkeit.

Die früheren Satzungen des Klubs, die nach Beratung und Beschlußfassung

seinerzeit Punkt für Punkt festgelegt wurden, erlangten damit wie-

der ihre Wirksamkeit und galten, bis Änderungen oder neue Satzungen

beschlossen wurden – die früheren Satzungen sind in Anlage 1 a, Schrift-

stück Nr. 48 – enthalten.

 

Es erhebt sich die Frage, ob der neue Schachklub eine Forsetzung des al-

ten Klubs (darstellt) oder ein ganz neues gebilde darstellt.

Ich betrachte den neugegründeten Klub nicht als ganz neuen Verein, son-

dern es bestehen so tiefe und enge Zusammenhänge, daß nur von

einem Schachklub in Starnberg mit Gründungsjahr 1920 gesprochen

werden kann.

Für diese Auffassung sprechen:

1.die Generalversammlung vom 31.3.49; aus dem Protokoll kann

mit keinem Wort die Gründung eines ganz neuesn

Vereins entnommen werden;

2.die Person des 1. Vorsitzenden; er war seit 1.9.1925

ununterbrochen 1. Vorsitzender und wurde jetzt sofort

wieder zum 1. Vorsitzenden gewählt;

3.Es wurden keine neuen Satzungen beraten und beschlossen.

Die anwesenden Mitglieder waren nach ihrem Verhalten

niemals willens mit einem ganz neuen Schachverein

ohne Zusammenhang mit dem früheren Klub hervor-

zutreten.

4.Die Zusammensetzung der Mitglieder; von den am 31.3.49 insge-

samt vorhandenen Klubmitglieder entfallen 15 = 50 %

auf Mitglieder des alten Klubs

5.Die selbstverständliche Übernahme des durch Herrn Nieder-

maier geretteten Spielmaterials des alten Klubs

durch den neuen Klub; die Mitglieder des alten Klubs,

die ihre Mitgliedschaft zum neuen Klub nicht erklärten,

erhoben keinerlei Ansprüche auf Entschädigung für das

auch aus ihren Beiträgen mitbeschaffte Spielmaterial.

6.Die Rückkehr ins frühere langjährige Klublokal, Hotel

Seehof; einem neuen Verein wäre dies nicht so

leicht möglich gewesen.

 

 

Trotz dieser unzweifelhaft starken Zusammenhänge zwischen dem

alten und neuen Klub, daß man die Identität dieser Klubs fest=

stellen kann, darf doch nicht übersehen werden, daß 1945 ein

so starker Eingriff in das Klubleben erfolgte, daß besondre Maß=

nahmen zur Wiederingangsetzung des Verreinslebens erforderlich

waren. Durch die lange Unterbrechung des Klubbetriebs konnte

sich die Vorstandschaft des alten Klubs nicht ohne weiteres als

noch in Amt und Würden befindlich betrachten. Auch die zuletzt,

also 1945 – vorhandenen Mitglieder konnten nicht ohne weiteres

als Mitglieder auch des neuen Vereins angesehen werden.


41

 

noch 29. Vereinsjahr:

 

Man konnte also nicht einfach einen Klubabend einberufen und

anfangen. Es mußte vielmehr im Benehmen mit den 1949 im

„Ratstüberl“ verkehrenden Schachspielern angefangen und die

Verbindung der beiden Klubs, alt und neu, hergestellt werden.

Der Anfang mußte also mit einer Generalversammlung gemacht

werden.

Aus vorstehenden Ausführungen ergibt sich folgendes:

 

1.Die am 31.3.49 bereits vorhandenen Mitglieder – 30 – sind

Gründungsmitglieder des neuen Klubs ohne Rücksicht darauf,

ob sie bereits dem alten Klub (bereits) als Mitglieder angehört

haben oder nicht;

2.die alten Mitglieder sind nicht ohne weiteres Mitglieder

auch des neuen Klubs. Sie müssen diese Mitgliedschaft

durch eine ausdrückliche Erneuerung der alten Mitglied-

schaft erwerben, d.h. sie müssen in den neuen Klub

ausdrücklich eintreten.

3. Die Ehrenmitglieder des alten Klubs:

Herr Miedaner

Herr Buchner

sind nicht ohne weiteres auch Ehrenmitglieder des

neuen Klubs.

Die Weiterführung dieser Herren als Ehrenmitglieder

auch des neuen Klubs ist ebenso wie die Wiederbelebung

des Klubs von einem Beschluß einer o. oder a.o. General-

versammlung abhängig.

4.Der neue Klub ist trotzdem so stark und eng mit dem

alten Klub verbunden, daß man schlechthin von einer

Identität der beiden Klubs reden kann, mit anderen Worten:

 

Der am 31.3.49 wiedererstandene Klub darf als unmit-

telbare Fortsetzung des bis 1945 bestehenden bisherigen

Klubs gelten und dessen Gründungsjahr 1920 auch als

das Seinige in Anspruch nehmen.

 

In dieser Generalversammlung wurde auch die Lokalfrage gelöst.

Das am 20.1.49 begonnene Tournier, an dem 22 Spieler teilnahmen

hatte gezeigt, daß ein Verbleiben des Klubs im „Ratstüberl“ ausgeschlos-

sen war. Die Unterbringung der 11 Schachbretter auf Tischen und 22 Spie-

ler an diesen Tischen bereitete so viel Kopfzerbrechen und erzeugte eine

Enge, die keinerlei Verkehr im Spiellokal mehr zuließ. In diesem

Lokal hätte der Klub keinen Zuwachs auch nur von 2 Spielern ver=

kraften können; ein 12. Brett hätte nicht mehr aufgestellt werden kön=

nen.

So bedauerlich es an sich war, ein Lokal zu verlassen, in dem sich ein

allerdings kleinerer Spielerkreis jahrelang wohlgefühlt und auch gerne

gesehen war, so zwingend war die Notwendigkeit hiezu.

Die Versammlung beschloß, nachdem Herr Hirt die Rückkehr des Klubs

ins alte Lokal, also zu sich, angeboten hatte, sofort wieder ins

alte Lokal überzusiedeln, mit 14: 5: 1 Stimmen.

 

Der Vereinsbeitrag wurde einstimmig auf 6 DM jährlich festgesetzt.

Außerdem wurde eine Sonderumlage für 2 Jahre von je 4 DM zur Wie-

derbeschaffung verlorenen Spielmaterials mit 20: 1 Stimmen be=


 

 

schlossen. Die Aufnahmegebühr wurde einstimmig auf 2.- DM festge=

legt. Wieder=

Außerdem wurde der Eintritt des Klubs in die Schachorganisation –

– Bayrischer Schachbund, Oberbayrischer Schachverband – einstimmig

beschlossen.

 

Nach der Neuwahl der Vorstandschaft, die als vorletzter Punkt der T-O

erfolgte, schlug der 1. Vors. Gerstetter die Ernennung Niedermaiers

zum Ehrenmitglied vor.

Begründung: Niedermaier hat durch eine von niemand über=

troffene Teilnahme an den Tournieren und Veran-

staltungen des Klubs, trotz der weiten Entfernung

zwischen Spiellokal und Wohnung (in Oberberg)

und trotz aller jahreszeitlichen Witterungsverhält-

nisse dem Schachspiel im allgemeinen und dem

Klub im Besonderen wertvollste Dienste 15 Jahre

lang in vorbildlicher Weise geleistet.

Er hat nach dem Zusammenbruch – also Mai 1945 –

durch mutiges Betreten des bereits von Amerika=

nern besetzten Spiellokals dem Klub wertvolles

Spielmaterial, u a 11 komplette Schachspiele ge=

rettet.

Niedermaier wurde einstimmig zum Ehrenmitglied des

Klubs ernannt.

– Anlage 1 a Nr.94, 95, 96 –

– Anlage 1 Nr. 2 –

 

Oberbayrischer Schachverband:

 

Herr Biberthaler hatte bereits am 20. 1. 49 die Neugründung des

Schachklubs Starnberg dem Oberbayrischen Schachverband angezeigt.

Der Klub gehört diesem Verband mit Wirkung ab 1.1.49 an,

Schriftführer Schreindorfer nahm am 24.4.49 an einer Tagung des Bezirks

Zugspitze im Obb. Schachverband und berichtete hierüber schriftlich.

Starnberg gehört diesem Bezirk an.

An Bezirks= oder Verbandskampfen irgendwelcher Art hat der Klub

im Berichtsjahr noch nicht teilgenommen. Er hatte zunächst

zur Belebung und Festigung des Klubbetriebes mit sich selbst alle Hände

voll zu tun.

Anlage 1 c Nr. 1 – 8;

 

Bayrischer Schachbund

Er wurde in der Gründungsversammlung vom 22. und 23. Februar

1947 in Regensburg neu gegründet und hatte 1949 seinen Sitz in

Augsburg. Er hat ab 1.6.49 als offizielles Mitteilungsblatt

die „Bayrische Schachzeitung“ herausgegeben und jeder organisierte

Klub muß dieses Blatt halten. Mit Schreiben vom 17.7.49 hat auch

der Oberbayr. Schachverband diese Zeitung zum offiziellen Verbands-

organ erklärt. Die Bayerische Schachzeitung ist ab ihrem erst=

maligen Erscheinen lückenlos beim Klub vorhanden und

wird bei mir gesammelt. Aus dem Inhalt der Schachmitteilungen

interessiert vor allem die Ausschréibung zum 1. Bayerischen Schach=

kongreß vom 30.7. – 7.8.49 in Regensburg.

– Anlage 1 d Nr


42

 

noch 29. Vereinsjahr:

 

Am Klubtournier 1949, das am 20.1.49 begann und mit 10 Runden

nach „Schweizer System“ ausgetragen wurde, beteiligten sich 22 Spieler.

Der Tourniersieger sollte den Klubmeistertitel 1949 führen dürfen, wenn

er im später wieder zu gründenden Schachklub Starnberg Mitglied wurde.

 

Klubmeister 1949: Gerstetter Christian.

 

– Anlage 3 Nr. 38 –

 

Mannschafts=Freundschaftskämpfe:

 

Durch Vermittlung von Herrn Schauer wurden gegen das Versehrten-

Lazarett Possenhofen 3 Mannschafts=Freundschaftskämpfe ausge-

tragen. In der Chronik habe ich die Mannschaftskämpfe fortlaufend

nummeriert. Ab 1949 nummeriere ich wie folgt.

Zuerst fortlaufende Nr. ab 1920, Schrägstrich, dahinter fortlaufende

Nr. ab 1949, z.B.

49/1 Mannschaftskampf bedeutet:

der 49. Wettkampf überhaupt, der 1. Wettkampf ab 1949. Diese

Nummerierung habe ich auf den gesondert gesammelten Anlagen 4

zur Chronik vorgenommen.

 

Am 13.2.49: Mannschaftskampf in Possenhofen:

 

Starnberg – Versehrte Possenhofen auf 16 Brettern:

 

Ergebnis 8: 8 unentschieden.

 

– Anlage 4 Nr. 39 –

 

Am 24.4.49: Rückkampf in Starnberg

 

Starnberg – Versehrte Possenhofen auf 20 Brettern

 

Starnberg siegte mit 13 ½: 6 ½ .

– Anlage 4 Nr. 40 –

 

Am 26. 5. 49: Mannschaftskampf in Possenhofen:

 

Starnberg – Versehrte Possenhofen auf 17 Brettern

 

Starnberg siegte mit 9: 8

– Anlage 4 Nr. 41 –

 

Am 24.7.49: Mannschaftskampf in Starnberg:

 

Starnberg – Weilheim auf 8 Brettern

 

Starnberg siegte mit 6: 2

 

Weilheim hatte mit 18 Mann zugesagt, kam dann aber

nur mit 9 Mann. Um die 10 überzähligen Starnberger


 

 

Spieler zu entschädigen, verzichtete der Weilheimer Spitzenspieler

Herr Kunerth auf Teilnahme am Mannschaftskampf und spielte

gegen 10 Starnberger simultan mit dem Ergebnis: 9: 1.

 

– Anlage 4 Nr. 42 –

 

Der Mitgliederstand gegenüber April 1945 mit 42 Mitgliedern

verringerte sich bis 31.1.49 auf 26 Mitglieder. Von diesen 42

Mitgliedern haben 27 ihre Mitgliedschaft nicht mehr erneuert.

Am 31. 3. 49, dem Wiedergründungstag, waren genau 30 Mit=

glieder vorhanden. Dieser Mitgliederstand erhöhte sich bis zum

31.8.1949 auf 34 Mitglieder.

 

Anlage 2 Nr. 26, 27 –


43

 

30. Vereinsjahr: 1.9.1949 – 31.8.1950

 

Das Vereinsjahr begann nicht mit der Generalversammlung, wie

es bisher üblich war. Da die letzte Generalversammlung erst am

31. 3. 49 stattgefunden hatte, wurde es seitens der erst kurz neu

gewählten Vorstandschaft für vertretbar gehalten, daß sie sich

erst im Laufe des Vereinsjahr den Neuwahlen stellte. Die General-

versammlung fand daher erst am 25.5.1950 statt. Bericht hierüber

siehe später.

 

Am 2.9.49 wurde der Stadtrat Starnberg um Überlassung eines Schul=

raumes für das Jugendschach (gegeben) gebeten. Dieser Bitte wurde

bereits am 9.9.1949 entsprochen. – Anlage 1 a Nr.97, 98 –

Herr Fackler übernahm die Leitung des Jugendschachs. Anfangs hatte

sich eine große Zahl von „Interessenten“ eingefunden, die, als der

„Reiz der Neuheit“ vorüber war, sich alsbald wieder verlief. Nach

3 – 4 Monaten konnte Herr Fackler seine „Jugendschachstunde“ ein-

stellen.

Am 15.9.49 wollte der Münchner Meister Schindler,

“9.1.50 Schachgroßmeister Bogoljubow bei uns simultan spielen.

Beide Termine waren für uns nicht günstig; wir sagten daher beiden

Meistern ab. – Anlage 1 a Nr.99, 100 –

 

Am 9.4.1950 verstarb unser Schriftführer,

 

Herr Alfons Schreindorfer.

 

Er war noch jung an Jahren und verschied völlig unerwartet. Dem Klub

gehörte er seit Herbst 1944 an; er zählte auch zu dem Spielerkreis, der

in der sog. „vereinslosen“ Zeit die Pflege des Schachspiels weiter fort=

setzte. Er hatte sich auch sofort als Schriftführer zur Verfügung gestellt

und sich als solcher wählen lassen. In ihm hätte der Klub einen

treuen Mitarbeiter gefunden gehabt. Der Tod entriß uns den wert=

vollen Schachfreund viel zu früh. – Anlage 1 a Nr. 101 –

 

Ein Brief von Herrn Dr. Weber, Studienrat, (vom 24.7.50) ist nur deshalb er=

wähnenswert, weil er darin bestätigt, daß ihn der Feuereifer, mit dem

er spielt, manchmal zu „komischen Sachen“ hinreißt. Dr. Weber war gewiß

ein starker Spieler, wenn er aber im Tournier oder Wettkampf verlor, hatten

wir „manchmal unsere liebe Not“ mit ihm. – Anlage 1 a Nr. 102 –

 

In einer Vorstandssitzung vom 4.5.1950 wurde die Generalversammlung

auf 25.5.50 anberaumt. Die Klubmitglieder wurden hiezu am 20.5.50

unter Bekanntgabe der Tagesordnung eingeladen.

– Anlage 1 a Nr. 103 –

 

Die Generalversammlung fand programmgemäß am 25.5.1950 in

Anwesenheit von 25 Mitgliedern statt.

Aus der Tagesordnung und dem von Herrn Helmut Kraus verfaßten

Protokoll über die Versammlung ist besonders festzuhalten:

 

1. Der Anregung des Oberbayr. Schachverbandes, das Vereinsjahr


 

 

auf die Zeit: 1.Juni – 31. Mai umzustellen, wurde nicht

stattgegeben. Es verbleibt vielmehr bei der bisherigen Lösung:

die Generalversammlung im Herbst nach der Sommerpause = zugleich

Beginn des Vereins= und Spieljahres.

 

2. Der Jahresbeitrag wurde auf 8 DM erhöht, die bisherige freiwillige

Sonderumlage von 4 DM jährlich soll mit Rücksicht auf die bevor=

stehende Feier des 30jährigen Bestehens des Klubs beibehalten werden.

 

3. Pläne für 30jährige Bestehensfeier:

 

Herbsttournier 50/51 = Jubiläumstournier mit Preisen

Aufstellung einer II.Mannschaft und

Durchführung von 2 Pokaltournieren im Frühjahr 1951:

Einleitung und Abschluß: Simultanspiele: Bogoljubow

oderUnzicker

 

Gesellschaftl. Feier mit Siegerehrung, Ehrung langjäh=

riger Mitglieder.

 

Dieser Plan wurde von der Versammlung gutgeheißen, seine

Durchführung jedoch von der Finanzlage des Klubs abhängig

gemacht.

 

4. Neuwahl der Vorstandschaft:

 

I.Vorsitzender:Gerstetter Christian

II.“Biberthaler Georg

Schriftführer:Nägle Willy

“Stellvertr: Körner

Kassier:Fackler

“Stellvertr: Nägle Wilh.

Schachwart:Stanko

 

Spielausschuß: Vorsitzender: Gerstetter Chr.

Dr. Zoellner

Müller Hansgeorg

 

5. Der Anschluß des Bayrischen Schachbundes an den Bayerischen Landes=

Sportverband ab 1.1.1950 löste in der Versammlung eine

Debatte aus in der der 1.Vors. aus den Bayr. Schachzeitungen

manche Erklärungen abgeben und manche irrtümliche Auffassung

richtigstellen mußte.

<![if !supportLists]>          <![endif]>Anlage 1 Nr. 3 –

 

Eine Eingabe an den Bayrischen Schachbund um einen Zuschuß aus Toto=

Mitteln für den Klub vom 20.6.50 hatte keinen Erfolg, wurde nicht

einmal beantwortet. – Anlage 1 a Nr. 104 –

 

In Anbetracht des bevorstehenden 30.Gründungsfestes versuchen die beiden

Klubvorsitzenden die Mitglieder aus 1945 und vorher, die noch nicht

wieder zum Klub gefunden hatten, zum Wiedereintritt in den Klub

zu bewegen. Es erging an sie ein Rundschreiben im Juni/Juli 1950.

 


44

 

noch 30. Vereinsjahr:

 

Dieser Ruf wurde nahezu völlig überhört. Selbst Vorstandsmitglieder,

die bis 1945 treue Klubanhänger und Mitarbeiter waren (Oberndorfer)

konnten sich nicht mehr zum weiteren Mittun entschließen.

Das war sehr, sehr schade, aber leider nicht zu ändern.

<![if !supportLists]>          <![endif]>Anlage 1 a Nr. 105 –

 

Bezirk Zugspitze Der vom Oberbayr. Schachverband zum vorläufigen

Leiter und Spielleiter des Zugspitzbezirks bestellte Herr Alfred König

In Peiting schrieb in zahlreichen und umfangreichen Rundschreiben

Die Bezirks= (Mannschafts= und Einzelmeisterschaften) Meister=

schaften für 1950 aus

<![if !supportLists]>          <![endif]>Anlage 1 b Nr. 3 – 19 –

Der Klub beteiligte sich nicht an den Einzelmeisterschaften

(Senioren=, Jugend= und Schüler=Mn),

wohl aber an der Mannschafts=Meisterschaft 1950. Dabei

belegte unsere Mannschaft den III.Platz hinter Peissenberg=I

und Weilheim=II. Peissenberg, der Mannschaftsmeister, hat

nur einen Wettkampf (gegen Starnberg) 4: 4 gespielt, alle

übrigen Wettkämpfe, auch gegen Weilheim, gewonnen. Wir

konnten also, mit unserem ersten Eingreifen in die Mann=

schaftskämpfe nach dem Kriege durchaus zufrieden sein.Wir

sind uns aber auch dessen bewußt, daß wir unser gutes

Abschneiden zum größten Teile dem zu uns gekommenen

früheren Kieler Meister, Hansgeorg Müller, zu verdanken

haben, der 3 Wettkämpfe am 1.Brett spielte und alle ge=

wann.

<![if !supportLists]>          <![endif]>Anlage 4 Nr. 46 –

 

Oberbayrischer Schachverband:

 

Die Oberbayr. Verbandstagung fand am 18.9.49 in München statt;

sie entsprach einer Generalversammlung. Es mußte in erster Linie ein

neuer Vorsitzender gewählt werden, weil der bish. Vorsitzende

Herr Klein in Regensburg zum 1. Bundesvorsitzenden des Bayr. Schach-

bundesgewählt worden war. Nachfolger des Herrn Klein wurde

Herr Falk – Schongau.

Zur Deckung des beim Bayr. Schachkongress entstandenen großen

Defizits mußte der Klub nachträglich noch 15 Festschriften um 7,50 DM

abnehmen

– Anlage 1 e Nr.9 – 12 –

 

Bayrische Schachzeitung = offizielles Organ des Bayrischen Schach=

Bundes und Oberbayrischen Schachverbandes –

Im Berichtsjahr wurden15 Exemplare für den Klub bezogen.

<![if !supportLists]>          <![endif]>Anlage 1 d Nr. 5 –

Aus dem Inhalt der monatlich erscheinenden Blätter ist beson-

ders festzuhalten:

 

Nr. 6/7 Dezember 49: Ab 1.1.1950 ist der Bayerische Schachbund dem Bayer.

Landessportverband beigetreten.

 

Nr. 2 Febr. 50: Ab 5.2.50 wurde der Deutsche Schachbund gegründet.

 

Nr. 7 Aug. 50: Am 18.6.50 wurde in München in einer a.o. Ver=

bandstagung des Oberbayerischen Schachverbandes:


 

 

Herr Alfred König – Peiting zum 1. Verbandsvorsitzenden,

Herr Georg Biberthaler – Starnberg “ 2 “ “ und Verbandsspielleiter

gewählt.

 

Spielergebnisse:


Am Klubtournier 1949/50
beteiligten sich 26 Spieler, die in einer

Gruppe (jeder gegen jeden) einrundig gegeneinander kämpften.

Trotz der schon früher mit solchen Monstertournieren gemachten trüben

Erfahrungen sträuben sich die Teilnehmer gegen die Gruppeneinteilung

und sichern die restlose Tournierabwicklung zu. Im Laufe eines solchen

sich über viele Monate erstreckenden Tourniers stellen sich dann

die „Pannen“ ein.

Schreindorfer erkrankte und starb später; für ihn spielte Holzinger

weiter;

Bründl trat nach einer Reihe Niederlagen zurück; für ihn spielte

Witte weiter;

Boyko wanderte aus und war noch mit 3 Partien im Rückstand;

Niedermaier ü

Fackler ý traten ohne stichhaltige Gründe zurück; Formkrise

Huber þ (Niedermaier, Fackler) ist kein stichhaltiger Grund;

Arbeitsüberlastung (Huber) wird man bei einem

so lange dauernden Tournier gelten lassen müssen.

Die Zahl der genullten Partien (37) führt zu einem falschen Tour=

nierergebnis und entwertet das ganze Tournier.

<![if !supportLists]>          <![endif]>

Klubmeister 1949/50 sowohl nach dem Tabellenstand, wobei ich

noch die Gutschrift eines Punktes ablehnte,

als auch nach dem Gewinn=Prozentsatz der

tatsächlich gespielten Partien:

 

Gerstetter Christian.

 

Die vorgesehene Einteilung in 3 Gruppen wurde auf grund der tatsächlich

erzielten Gewinnprozente zwar vorgenommen, sie wurde wegen der

„Tournierpannen“ jedoch nicht wirksam.

<![if !supportLists]>          <![endif]>Anlage 3 Nr. 39 –

 

Anschließend wurde ein Sommertournier 1950 durchgeführt, an dem

sich 21 Spieler beteiligten. Dieses Tournier zeitigte kein Ergebnis,

weil es nicht zu Ende gespielt wurde und zu allem Überfluß noch

dazu falsch aufgezogen war.

<![if !supportLists]>          <![endif]>Anlage 3 Nr. 40 –

 

Mannschaftskämpfe:

 

Am 25.9. 49 in Weilheim auf 22 Brettern:

Starnberg – Weilheim15 ½: 6 ½;

 

– Anlage 4 Nr. 43 –

Am 20. 11 49 in Gauting auf 18 Brettern:

Starnberg – JRO Sanatorium Gauting8 ½: 9 ½

 

Anlage 4 Nr. 44 –

 


45

 

noch 30. Vereinsjahr:


Am 22. 1.1950 in Gauting auf 18 Brettern:

Starnberg – JRO Sanatorium Gauting11: 7

Bei diesem Wettkampf wurden wir als Entschädigung dafür,

daß auch der Rückkampf in Gauting stattfinden mußte,

besonders fein mit Kaffee, Kuchen, belegten Broten bewirtet.

<![if !supportLists]>          <![endif]>Anlage 4 Nr. 45 –

 

Mannschafts-Meisterschaft 1950 im Zugspitzberzirk:

 

Am 26.2.50 in Weilheim:

 

Starnberg – Weilheim2: 6

Starnberg – Mittenwald6: 2

 

Am 12.3.50 in Weilheim:

Starnberg – Schongau6 ½: 1 ½

Starnberg – Peiting6: 2

 

Am 26.3.50 in Weilheim:

 

Starnberg – Peissenberg4: 4

Starnberg – Garmisch4 ½: 3 ½

 

Am 23.4.50 in Starnberg:

 

Starnberg – Murnau5 ½: 2 ½

 

Am 7.4.50 in Herrsching auf 15 Brettern

 

Starnberg – Herrsching 8 ½: 6 ½

<![if !supportLists]>          <![endif]>Anlage 4 Nr. 47 –

 

Pokaltournier in Fürstenfeldbruck:


Vier Städte-Wettkampf: Dachau, Fürstenfeldbruck, Landsberg, Starnberg

anläßlich des Volksfestes in Fürstenfeldbruck:

 

 

Am 9.7.50 in Fürstenfeldbruck:

 

Starnberg – Fürstenfeldbruck:5: 3

 

 

Am 16.7.50 in Fürstenfeldbruck:

 

Starnberg – Dachau5: 3

+ 4 Freundschaftspartien4: 0

 

Starnberg: Pokalsieger.

<![if !supportLists]>          <![endif]>Anlage 4 Nr. 48


 

 

Der Mitgliederstand hat sich von 34 auf 36 erhöht. Besonders er=

freulich ist der Zugang starker Spieler:

Müller Hansgeorg – Kieler Meister

Dr.Bauer

Schummer

Pirkosch

– Anlage 2 Nr. 28 –


46

 

31. Vereinsjahr: 1.9.1950 – 31.8 1951

 

Auch dieses Vereinsjahr begann nicht mit der Generalversammlung. Die

letzte Generalversammlung hatte erst am 25.5.50 stattgefunden, in der

die Vorstandschaft neu gewählt, der Rahmen für die 30. Jubiläumsfeier

festgelegt, die Änderung des bisherigen Vereinsjahres abgelehnt und

die Beitragsfrage geregelt worden waren.

Es konnte also das 31. Vereinsjahr durchaus ohne neue Wahlen und Beschlüsse

abgewickelt werden.

 

Am 21.9.50 waren die Mitglieder lediglich zur Besprechung über die Durchführung

des Jubiläumstourniers 1950/51 ins Klublokal gebeten worden. Die 28 Teil=

nehmer einigten sich auf folgendes:

Es wurden 5 Gruppen zu 5 bzw 6 Spielern gebildet. In diesen Gruppen

spielt jeder gegen jeden doppelrundig. Nach Duchführung ergibt sich fol-

gende Ausscheidung:

Die Gruppenersten und =zweiten sind für das Entscheidungstournier I qua-

lifiziert;

die = dritten und = vierten spielen in einem Zwischentournier – ko –

5 Teilnehmer am Entscheidungstournier I und die restigen

5 Teilnehmer am Entscheidungstournier II aus.

Die = fünften und = sechsten nehmen am Entscheidungstournier II teil.

Das Entscheidungstournier I wird im Schweizer System 11 Runden aus

getragen, das Entscheidungstournier II wir unter Einkalkulierung

von Ausfällen als Rundentournier vorgesehen. Das Ganze ein etwas

schwieriger Austragungsmodus, aber dafür war es ja ein Jubiläums-

tournier. Der Tournierablauf ist weiter unten im spielerischen Teil

und in den darauf hingewiesenen Anlagen dargestellt.

<![if !supportLists]>          <![endif]>Anlag 1 a Nr. 106 –

 

Am 10.11.1950 hatte der Schachklub Dachau zur Teilnahme an einer

Großveranstaltung in Dachau mit Deutschlandmeister Unzicker einge=

laden. Ich habe die Teilnahme nicht bereut.

Unzicker erzählte über die IX Schacholympiade in Dubrovnik spielerisches

und anderes Erleben. Hier sei auf Bayr. Schachzeitung Nr. 10 und 11/1950

verwiesen. – Anlage 1 a Nr.107 –

 

Bezirk Zugspitze: Die vielen Rundschreiben betrafen die Bezirks=

Mannschafts=Meisterschaft 1951.

<![if !supportLists]>          <![endif]>Anlagen 1 b Nr. 20 – 37 –

Vom 22-24.3 51 wurde in Murnau die Bezirks-Einzel-

meisterschaft durchgeführt, an der 12 Spieler aus 7 Vereinen

teilnahmen. Für Starnberg spielte unser Meisterspieler

Hansgeorg Müller mit, der mit 5 Punkten aus 6 Partien

hinter Moser – Peissenberg (6 Punkte) den 2. Platz belegte und

sich für die Oberbayrische Verbandsmeisterschaft qualifizierte.

 

Am 3.6.1951 wurde in Murnau die Bezirks-Jugend-

Einzelmeisterschaft ausgetragen, an der 6 Jugendliche

aus 5 Vereinen teilnahmen. Für Starnberg spielte

Weinzierl Reinhold mit. Bei der starken Besetzung konnte

er nicht erfolgreich sein ( ½ Punkt aus 5 Partien)

<![if !supportLists]>          <![endif]>Anlage 5 a Nr. 23 –


 

 

Oberbayr. Schachverband:

 

Das Tournier um die Oberbayr. Einzelmeisterschaft 1951 wurde

Ende April 1951 in Murnau ausgetragen. Unser Spieler Müller

konnte aus Urlaubsgründen nicht teilnehmen.

<![if !supportLists]>          <![endif]>Anlage 1 c Nr. 13 –

Nach Bayr. Schachzeitung Nr. 6/51wurde Adam-Traunstein Tournier=

sieger und Oberbayr. Schachmeister.

Es folgten:2.Altmann – Ingolstadt

<![if !supportLists]>3.       <![endif]>Lipinski – Miesbach

<![if !supportLists]>4.       <![endif]>Dr. Heinrich – Seeon/Traunstein

 

Bayerische Schachzeitung:

Im Berichtsjahr wurden vom Klub

bis 1.4.51:15 Exemplare

bis 1.7.51:12“

ab1.7.51: 21“bezogen.

 

In Nr. 3/51 befindet sich die Tournierordnung des Deutschen

Schachbundes.



30.jähriges Stiftungsfest.

Es hätte richtiger bereits im Vereinsjahr vorher begangen werden sollen.

Allein im Vereinsjahr 49/50 hatte der Klub mit seinem Wiederauf=

bau soviel zu tun, daß für Feste feiern die Zeit noch nicht gekommen

war. Zudem fand die Generalversammlung erst am 25.5.50, also kurz

vor der Sommerpause, statt. Es wurde deshalb erst zu diesem Zeit=

punkt beschlossen, daß unser Jubiläum im Vereinsjahr 1950/51 ge

feiert werden sollte.

Die Vorbereitungen hierzu setzten noch im Vereinsjahr 1950/51 ein.

Zunächst wurden in einem Rundschreiben an die früheren Klubmitglie-

der, die noch nicht wieder zum Klub gefunden hatten, diese gebeten, ihre

Mitgliedschaft zu erneuern. Dieser Appell wurde leider nicht befolgt.

Mündlich hatten mir viele „alte Mitglieder“ die mannigfachsten

Gründe für ihre Ablehnung genannt, die ich hier weder anführen

kann noch will. Also mußte es auch so gehen und – es ging.

 

Am 23.6.50 wurde in einem Gesuch an die Stadt Starnberg die

Bitte um eine angemessene finanzielle Unterstützung gestellt.

Der Klub erhielt50 DM.

 

Am 4.10.50 begann das Klub-Jubiläumstournier 1950/51, das bis

28.3.51 dauerte – ohne Stichkampfrunden -.

 

Am 20.9.50 wurde Deutschlandmeister Unzicker zu einem

Simultanspiel in Starnberg eingeladen. Er kam am 19.11.50

und spielte gleichzeitig auf 38 Brettern mit dem fabelhaften

Ergebnis:

36 Partien gewonnen

1 Partie remis (gegen Dischner-Pasing)

1“verloren ( “ Kainzbauer – Starnberg)

<![if !supportLists]>          <![endif]>Anlage 5a Nr. 14 –

Unser Hans Müller leitete diese großartige Veranstaltung.


47

 

noch 31. Vereinsjahr:

 

Die Notation der Partie Unzicker-Kainzbauer ist mit 2 weiteren

Notationen der Sonderakte „ 30=jähriges Stiftungsfest“ beigefügt

worden. Dort finden sich auch weitere Presseberichte.

 

Für die am 8. 4.1951 geplanten und auch tatsächlich zur Durchführung

gekommenen Mannschaftstourniere waren im März 1951 eingeladen

worden:

Für unsere I.Mannschaft: II.Mannschaft:

 

1. Damenschachklub München – Zusage 1. Gauting – Zusage –

2. Fürstenfeldbruck – “ – 2. Herrsching – “ –

3. Murnau 3. Unterpfaffenhofen – “ –

da Murnau abgesagt hatte,Unterpfaffenhofen sagte am 3.4.51

erging Ersatzeinladungtelegraphisch wieder ab; eine

3. an Dachau – “ – telefonische Ersatzeinladung an

Ebersberg wurde aus Zeitmangel

nicht mehr akzeptiert.

 

Das Pokaltournier der I.Mannschaft konnte also mit 4 Mannschaften,

das der II. Mannschaft leider nur mit 3 Mannschaften zu je 10 Spie-

ler durchgeführt werden.

 

Die erzielten Ergebnisse sind im spielerischen Teil – weiter unten – und in den

dazu gehörigen Anlagen 4 Nr.festgehalten.

Hier sei lediglich vermerkt, daß

Starnberg IPokalsieger I

Starnberg IITrostpreissieger II wurde.

 

Wegen weiterer Einzelheiten und Pressemitteilungen wird auf die

„Sonderakte: 30-jähriges Stiftungsfest“verwiesen.

 

Aus Anlaß des 30.jährigen Jubiläums stiftete Herr Geheimrat

Heinrich Wieland einen nach ihm benannten Wanderpreis, der

sofort nach Abschluß der gesamten Jubiläumsveranstaltungen

zur erstmaligen Ausspielung kam und von Herrn Dr. Thurmayr

gewonnen wurde. Näheres im spielerischen Teil, sowie Anlage 3

Nr. 44 und Sonderakte „Heinrich Wieland-Wanderpreis“.

 

Unser Problemkomponist, Herr Theo Gastel, stiftete dem Klub zu

dessen 30. Geburtstag eine Schachaufgabe – Vierzüger – mit

Widmungsurkunde.

 

Stellung: Weiß: Schwarz

 

K c6K c4

L b7, g5

S b5, c3 Bauern: b3, c7

Bauern:

b2, c5, f3, g4, f5( 3 Steine)

 

(10 Steine)

 


 

 

Hier sei auch gleich die Lösung angegeben:

 

1. Lb7 – a6 Kd3

2 Sb5 – a3 + Kd4

3.Sc3 – e2 +Ke5

4.Sa3 – c4 ¹

 

1.oder Kb4

Sc7 +Ka5

Ld8Kb4

Sc7 – d5 ¹

<![if !supportLists]>          <![endif]>Anlage 1 a Nr. 108 –

 

Für Montag den 23. 4.1951 hatte der Klub zu seiner Jubiläums=

schlußfeier eingeladen. Wie nicht anders zu erwarten war, waren

zahlreiche Mitglieder und Schachfreunde gekommen.

Nach einleitenden Musikklängen gab ich in meiner „Festrede“ einen

gedrängten aber erschöpfenden Rückblick auf unsere Klubgeschichte.

Sodann wurde die Siegerehrung in den Pokaltouren f. Mannschaften

und Einzeltournieren vorgenommen. Unser 2. Vorsitzender Herr Biber-

thaler hat für diesern Festabend die Rolle des Festwartes übernommen

und hat sie glänzend gelöst. Nicht nur, daß er eine Musik organisier-

te, die um geringe Kosten gut und schmissig spielte, er hat durch

sein „Quiz= Fragespiel“ den Hauptteil der Festabendunterhaltung

bestritten. Natürlich wurde auch unser „30“er Pokal gebührend

eingeweiht, wie die Bilder in der „Sonderakte: 30-jähriges Stif=

tungsfest“ zeigen. Wenn trotz aller Unterhaltung und ausdrück=

lichem Spielverbot einige ganz Unentwegte heimlich unter dem

Tisch auf einem Stuhl oder sogar auf den Knien doch Schach spielten,

so mag man daraus ermessen, wie unerschöpflich diese „Spiel-Lust“

in unserem Klub doch ist.

Alle näheren Einzelheiten über dieses Stiftungsfest, wie Entwurf der

Festrede, Liste der Spender, Übersicht über die Preisverteilung, Dank-

schreiben, Presseberichte und Photos usw. finden sich in der

„Sonderakte: 30-jähriges Stiftungsfest“

 

Der Klub hat seinen 30.Geburtstag, seiner Größe, seiner Spielstärke,

seiner Tradition und seinem Ansehen entsprechend, würdig gefeiert.

Alle Schachfreunde, die damals dabei waren, werden sich dieses

Berichtsjahres mit besonderer Freude noch erinnern.

 

Sonderakte 10: 30-jähriges Stiftungsfest.

 

Spielergebnisse:


Jubiläums_Klubtournier 1950/51:
Es wurde so durchgeführt, wie

in der Versammlung vom 21.9.1950 beschlossen worden war. Jedoch

traten in den Vortournieren = Ausscheidungstorunieren dadurch

Pannen ein, daß ein Spieler in Gruppe II (Colman) überhaupt nicht

antrat und 6 Spieler während des Tourniers zurücktraten. Außer-

beendete der Spieler Koller zwar das Vortournier ohne Rücktritt,

spielte aber dann nicht weiter. Zeller hatte sich zwar als Gruppenzwei-

ter für das Entscheidungstournier I qualifiziert, verzichtete aber zu Gunsten

von Thormann auf die Teilnahme. Im Zwischentournier verlor Zeller


48

 

noch 31. Vereinsjahr:

 

dann gegen Gerstetter H, der dann auch nicht am Entscheidungstournier I

teilnehmen wollte.

Bei der Ermittlung des Teilnehmerkreises für das Entscheidungstournier I

wurden für die durch Rücktritte und Nichtbeteiligung bereits qualifizier=

ter Spieler entstandenen Lücken andere Spieler zum Zwischentournier zu-

gelassen.

Unser Haßler Erich war inzwischen aus Stuttgart zurückgekehrt.

Herr Stumpf hatte sich als neues Mitglied gemeldet

Beide Spieler mußten sich im Zwischentournier mit den Gruppen=Dritten und

= vierten um den Eintritt in das Entsch.Tournier I messen und quali=

fizierte sich auch Herr Stumpf, während Herr Haßler an Schummer scheiterte.

2 weitere neue Mitglieder: Eitrich jr. und Zehentbauer meldeten gleich

nur für das Entscheidungstournier II und wurden zugelassen.

Schließlich war das schwierige Problem der Ermittlung des Teilnehmer=

kreises für die beiden Entscheidungstourniere I und II doch gelöst.

Im Entsch.Tournier I spielten 15 Spieler nach Schweizer System 11 Runden.

Da die Teilnehmerzahl eine ungerade war, mußte in den 11 Runden

jeder einmal spielfrei sein, so daß praktisch jeder Teilnehmer

nur 10 Partien spielte. Das Tournier endete im toten Rennen.

Gerstetter Chr. üWertungsz:53 ½

Schummer ý erzielten mit je 6 ½ Punkten Gleichstand 53

Kainzbauer þ 54 ½

Zwar hatte Kainzbauer die beste Wertungsziffer; um den Titel:

Jubiläumsklubmeister 1950/51 mußte jedoch ein Stichkampf zwischen
den 3 Genannten stattfinden. Dieser Stichkampf wurde erst im

4.Umgang entschieden, da vorher 3 x hintereinander trotz Farben-

wechsel jedesmal der gleiche Spieler gegen den gleichen Gegner

gewann und diese Serie erst im 4.Umgang durch ein Remis unter-

brochen wurde.

 

Jubiläums-Klubmeister 1950/51: Gerstetter Christian.

 

Sieger im Entscheidungstournier II: Lugert 7 ½ Pkt aus 9 Partien

vorNägleü

Haßler ý je 6 ½ “ “ 9 “

 

<![if !supportLists]>          <![endif]>Anlage 3 Nr. 41 – 43 –

 

<![if !supportLists]>1.       <![endif]>Heinrich Wieland-Wanderpreistournier 1951:

 

22 Teilnehmer spielten in 10 Runden nach Schweizer System um diesen

schönen und wertvollen Preis: ein Silber=Likör-Service

Erster Gewinner:

Herr Dr.Thurmayr mit 8 ½ Pkt. Aus 10 Partien.

 

<![if !supportLists]>          <![endif]>Anlage 3 Nr. 44 und

Sonderakte 11: Heinrich Wieland:Wanderpreis –

 

Mannschaftskämpfe:

 

Am 8.10 1950 anläßlich des Mannschafts=Entscheidungskampfes

um die Oberbayrische Mannschafts-Meisterschaft, die zwischen

Rosenheim I – Peissenberg I (8: 0) in Starnberg ausgetragen wurde:


 

 

Starnberg II – Peissenberg II auf 12 Brettern: 9 ½: 2 ½

 

1 Brett (Nr.9) war von einem Rosenheimer Spieler (Waldmann)

besetzt, der seine Partie gegen den Peissenberger Gegner gewann.

Das Gesamtergebnis des insgesamt 13 Partien umfassenden

Wettkampfes lautet also:

Starnberg 9 ½: 2 ½

Rosenheim1: 0

 

Sa. 10 ½: 2 ½Peissenberg II

<![if !supportLists]>          <![endif]>Anlage 4 Nr. 49 –

 

Am 22.10 1950 in Starnberg

 

Starnberg – Herrsching auf 12 Brettern: 12: 0

 

<![if !supportLists]>          <![endif]>Anlage 4 Nr. 50 –

 

Mannschafts-Meisterschaft 1951 des Zugspitzbezirks:


Seegruppe:


Am 7.1.1951
: Starnberg – Unterpfaffenhofen: 8: 0


Starnberg – Herrsching 5: 3

 

Beide Wettkämpfe in Herrsching


Starnberg war damit „Seegruppen-Sieger

 

Am 21. 1. 51 in Unterpfaffenhofen:

Unterpfaffenhofen – Herrsching: 4: 4

 

 

Am 20. 5.1951 in Weilheim:


Starnberg (Seegruppen-Sieger) – Peissenberg (Lechgruppen-Sieger)

 

4:4

 

und

 

Starnberg – Garmisch (Alpengruppen-Sieger)

4:4

 

Am 3. 6.1951 in Murnau:

 

Peissenberg – Gar

misch: 3 ½: 4 ½

 

Garmisch: Zugspitz – Mannschaftsmeister 1951.

 

<![if !supportLists]>          <![endif]>Anlage 4 Nr. 51 –


49

 

noch 31. Vereinsjahr:



Jubiläums – Mannschafts – Pokaltourniere aus Anlaß des


3o. Stiftungsfestes des Klubs:



Am 8. 4.1951 in Starnberg:


Starnberg I – Dachau I: 7: 3

Damenschachklub München I.

<![if !supportLists]>          <![endif]>Fürstenfeldbruck I. 3 ½: 6 ½ ;

 

 

Starnberg I – Fürstenfeldbruck I: 5 ½: 4 ½

 

Damenschachklub Mchn – Dachau I½: 9 ½ ;

 

1.Starnberg I=Pokalsieger

 

3.Dachau =Trostpreissieger

 

 

 

 

 

Starnberg II – Gauting I . 5: 5 Herrsching

hatte

Sieger nach Brettwertung: Gauting.

Freilos!

 

Gauting – Herrsching: 6 ½: 3 ½

 

 

1.Gauting=Pokalsieger

 

3Starnberg II =Trostpreissieger.

 

<![if !supportLists]>          <![endif]>Anlage 4 Nr. 52 –

Sonderakte: 30jähriges Stiftungsfest

10

Der Mitgliederstand erhöhte sich im Berichtsjahr von 36 auf 45.

Dieser Mitgliederzuwachs ist nicht zuletzt auf das erfolgreiche Spieljahr

und auf Unzicker’s Simultanspiel zurückzuführen.

Besonders erfreulich war der Zugang des Herrn Dr. Thurmayr, der eine

entscheidende Hebung der Klub-Spielstärke bedeutete und zu dem Herr

Josef Steger am 24. 4.1951 den Klub besonders beglückwünschte.

 

<![if !supportLists]>          <![endif]>Anlage 2 Nr. 29 –


 

 

2 Aufnahmen zum 30-jährigen Gründungsfest des Schachklubs Starnberg:

 

<![if !vml]><![endif]>

GerstetterBiberthaler

 

Gründungsmitglied. Kainzbauer Gründungsmitglied

 

Mitglied seit

Frühjahr 1921.

 

 

<![if !vml]><![endif]>

KainzbauerGerstetter

 

Biberthaler


50

 

32. Vereinsjahr: 1.9.1951 – 31.8.1952

 

 

Am 18.9.1951 wurde zur Generalversammlung für den 22.9.1951 ein =

geladen.

Sie fand an diesem Termin statt. Anwesend waren 24 Mitglieder. Aus der

Tagesordnung ist besonders festzuhalten:

<![if !supportLists]>1.       <![endif]>Der Bericht des 1. Vorsitzenden hatte überwiegend den Verlauf des 30.jährigen

Gründungsfestes und die sonstigen spielerischen Veranstaltungen im

Vorjahr zum Thema.

Ein Kassenbericht konnte nicht erstattet werden, weil der bisherige Kassier

– Fackler – bereits seit April 1951 erkrankt war, sich in Augsburg in

ein Krankenhaus begeben mußte und bis zur Gen.Vers. nicht mehr

nach Starnberg gekommen war. Herr Fackler schrieb am 6.9. 51 und

am 2. 10. 51, daß er die Kassenunterlagen am 30.9. per Post an Herrn

Nägle gesandt hatte. Kassenbestand: Æ .

 

<![if !supportLists]>2.       <![endif]>Neuwahl der Vorstandschaft:

Der Wahlausschuß: Herr Josef Huber

“Karl Schauer

hatten keine schwere Aufgabe zu lösen. Einstimmig wurde beschlossen nicht

in geheimer Wahl, sondern durch Zuruf zu wählen.

 

1. Vorsitzender:Gerstetter Chr.(23: 1 Stimmen)

2.“:Biberthaler Gg(23: 1“)

Kassier :Nägle Wilh.(do.)

Schriftführer:Dr. Zoellner(do. )

 

Stellvertreterfür

Kassier und Schriftf.Kraus Helmut(do.)

 

Schachwarte:1. Diller(do.)

2. Pilgram(do.)

 

Die Protokollführung für die Gen.Vers. hatte Herr Kraus übernommen

 

In den Spielausschuß wurden gewählt:

 

Vorsitzender:Gerstetter Chr.

Beiräte:Dr. Zoellner

:Müller Hansgeorg

:Dr. Thurmayr

 

3. Jugendarbeit: Nachdem unser Herbergsvater – Herr Hirt – uns für

die geplante Jugendarbeit unser Spiellokal auch am Samstag nach-

mittag von 15 – 17 Uhr kostenlos zur Vfg stellte, habe ich in 2

Schreiben vom 7. 10. 51:

<![if !supportLists]>a)       <![endif]>an Direktor Goldaté der Städt. Oberschule Starnberg

<![if !supportLists]>b)      <![endif]>an Stadtrat Rohm der Volkshauptschule “

auf einen am 13.10.51 in unserem Spiellokal beginnenden Schach-

lehrgang aufmerksam gemacht und um Unterstützung hierfür, bezw.

für dessen Besuch gebeten.

Am 13. 10. kamen auf Anhieb 25 Schüler und Schülerinnen zum Lehr-

gang. Ich hielt ½ – ¾ Stunden Unterricht und begann bereits am


 

 

20.10.51 mit einem Tournier nach Schweizer System um einen Überblick

über die Spielstärke zu erhalten. Die Jugendlichen gingen begeistert mit.

Während am Tournier 31 Jugendliche teilnahmen und ihre Partien spielten,

begann ich mit 15 weiteren Jugendlichen einen Anfängerlehrgang von

Anfang an. Bis Ende November 1951 ging das gut. Es war ein viel-

versprechender Anfang. 4 Tournierrunden waren gespielt. Da überraschte

mich Herr Hirt mit der Mitteilung, daß ich den Jugendbetrieb unterbre-

chen müsse, weil der untere Raum umgebaut würde und unser Lokal

als Gastraum während des Umbaus benötigt würde. Es wäre ein

leichtes gewesen die Jugendaktion erst nach dem Umbau zu begin=

nen oder sogar auf ein Jahr zu verschieben. Durch die jähe Unter=

brechung aber verliefen sich die neuen Schachjünger wieder und

kamen in diesem Jahr nicht wieder. Ewig schade !

 

4. Klubtournier 51/52 Nach eingehender Diskussion über die Gruppenein-

teilung der Tournierteilnehmerin

<![if !supportLists]>a)       <![endif]>2 gleichstarke Gruppen nebeneinander

<![if !supportLists]>b)      <![endif]>2 verschieden starke Gruppen untereinander

entschied man sich für a. Nach Abschluß der Gruppentourniere sollten

die Hälften der oben plazierten Spieler der beiden Gruppen gegen-

einander den Klubmeister ermitteln, während die unten plazier-

ten Spieler in einer Gruppe II gegeneinander spielen sollten

Auf diese Weise sollte eine neue Rangliste gewonnen werden.

 

<![if !supportLists]>5.       <![endif]>Eine Aussprache über den Spieltag ergab, daß es beim Mittwoch

verbleiben müsse, weil am Donnerstag das Lokal nicht zur Vfg.

stand. Der Mittwoch war seit der Neugründung des Klubs bezw.

seit der Rückkehr des Klubs ins alte Lokal – Seehof – festgelegt

worden.

<![if !supportLists]>          <![endif]>Anlage 1 Nr. 4 –

 

Unser Mitglied Herr Dr. Bauer schickte uns am 13. 1. 52 einen Brief

aus St. Blasien (Schwarzwald). Darin teilte er uns mit, daß er

am 8. 1. 52 in Ulm an einer Simultan-Vorstellung des Großmeisters

Bogoljubow teilgenommen hatte. Er schickte uns auch die von ihm ge-

spielte Partie (Sizilianisch); der Meister B. hatte sie gewonnen.

– Anlage 1a Nr. 109 –

 

Im Rahmen einer Bausteinaktion des Bayerischen Blindenbundes eV

verkauften wir als ein dem BLSV angehöriger Sportverein38

„Bausteine“ und lieferten netto 9,20 DM hierfür an.

<![if !supportLists]>          <![endif]>Anlage 1a Nr. 110 – 112 –

 

In einer Spielerversammlung vom 16. 4. 52 wurde unser Mitglied

Herrn Professor Heinrich Wieland, Nobelpreisträger 1927

für Chemie, einstimmig zum Ehrenmitglied ernannt.

Diese Ernennung wurde in Anerkennung der unvergänglichen

Verdienste dieses Mannes für den Klub zu seinem 75. Geburtstag

ausgesprochen.

Bedeutete allein schon die Zugehörigkeit dieses großen Mannes zum

Klub für diesen viel, so hatte sich Geheimrat Wieland durch

seine aktive Beteiligung in Klubtournieren und bei Mann-

schaftskämpfen, durch Rat und Tat und Unterstützung der Vor-

standschaft, insbesondere aber des 1. Vorsitzenden, durch Spenden


51

 

noch 32. Vereinsjahr:

 

von Geld= und Sachpreisen, ganz besonders aber durch die Stiftung des

nach ihm benannten

Heinrich Wieland-Wanderpreises“


unvergängliche Verdienste um den Klub erworben. Eine Abordnung

des Klubs, bestehend aus dem

<![if !supportLists]>1.       <![endif]>Vorsitzenden: Gerstetter

<![if !supportLists]>2.       <![endif]> “: Biberthaler

dem Klubmeister: Dr. Thurmayr

überbrachte Herrn Professor Geheimrat Wieland die Ernennuns=

urkunde zum Ehrenmitglied. Die Ansprache des 1. Vorsitzenden

beantwortete das neue Ehrenmitglied mit der Annahme und

dem Dank für die Ehrung und gab auch seiner Freude hierüber

beredten Ausdruck.

<![if !supportLists]>          <![endif]>Anlage 1 a Nr. 113 – 116 –

 

Den Bemühungen der Jugendleitung des BLSV, die Jugendlichen der

Klubs dem Kreisjugendring Starnberg als Jugendgruppe anzumelden,

konnte nicht entsprochen werden, weil der Klub über keine eigene

Jugendabteilung verfügte.

<![if !supportLists]>          <![endif]>Anlage 1 a Nr. 117 – 119 a –

 

Als Sportverein mußten wir auch Spendenmarken für die Olympischen

Spiele 1952 in Helsinki absetzen.

<![if !supportLists]>          <![endif]>Anlage 1 a N r. 120 –

 

Am 18. 6.1952 verstarb Großmeister Bogoljubow im Alter

von 63 Jahren.

Ich kann diesem großen Spieler und populären Menschen keinen

besseren Nachruf widmen, als es Berufenere bereits getan haben.

Ich darf deshalb auf

die Süddeutsche Schachzeitung. Heft 7 / 1952verweisen.

Bogoljubow spielte 3 x in Starnberg simultan.

<![if !supportLists]>          <![endif]>Anlage 1 a Nr. 121 –

 

Für Mittwoch den 2. 7. 52 war zum offiziellen Spieljahr-Ab-

schluß eingeladen worden. Ich gab hierbei in einem Bericht

„Schach in Zahlen“ eine zusammengefaßte Übersicht über

den Spielbetrieb und über die Ergebnisse im Berichtsjahr 51/52

und überreichte die Sieger-Urkunden und Preise.

– Anlage 1 a Nr. 122, 123 –

 

Zugspitzbezirk: Der Vorsitznde des SK Peissenberg, Ernst Prade,

wandte sich in einem Schreiben an den Bezirks-Vorsitzenden

Herrn Konig – Peiting und beantragte die Einberufung

einer Versammlung der Vertreter der dem Bezirk ange-

schlossenen Schachvereine, weil seit 3 Jahren weder

ein Tätigkeitsbericht vorgelegt wurde noch Neuwahlen

abgehalten wurden. Da Herr König hierauf nicht rea-

gierte, wurde die Versammlung durch den SK Peissenberg

auf den 26. 1. 52 nach Weilheim einberufen. Auch zu

dieser Versammlung erschien Herr König nicht.


 

 

Über diese Tagung wurde von Herrn Prade unterm 21. 2. 52 ein

Protokoll an die Vereine des bezirks versandt, auf das ich hier ver=

weisen darf.

Die Neuwahl ergab:

1. Bezirksvorsitzender:Ernst Prade – Peissenberg

Stellvertreter und

Spielleiter:Leonhard Schuch – Garmisch

Spielleiter-Stell-

vertreter:WRueff- Murnau

 

Die Durchführung der Mannschaft-Meisterschaft wurde im Rundschrei=

ben vom 30. 1. 52 festgelegt;

die Senioren-Einzelmeisterschaft 1952 wurde nach Murnau,

die Jugendeinzelmeisterschaft 1952 nach Garmisch vergeben.

– Anlage 1 b Nr. 38 –

 

Zugspitz – Einzelmeister 1952 wurde Herr Hoffmann – Peissenberg.

Unser Herr Dr. Thurmayr belegte den II. Platz. Beide Spieler

erwarben die Berechtigung zur Teilnahme an der Ober-

bayrischen Verbandsmeisterschaft.

<![if !supportLists]>          <![endif]>Anlage 5 a Nr. 25 –

Bezirks-Jugendmeister 1952 wurde Schlemmer – Seeshaupt

vor Bolland – Weilheim. Unser Weinzierl jr. belegte

mit Kögl und Terzer – Peissenberg den 7-9 Platz.

<![if !supportLists]>          <![endif]>Anlage 5 a Nr. 26 –

 

Oberbayer. Schachverband: Am 9. 3.1952 fand in München –

Thorbrau die Generalversammlung des Verbandes statt, über

die ich eine ausführliche Niederschrift angefertigt habe, da ich

die Protokollführung übernommen hatte. Wie beim Zugspitz-

bezirk handelte es sich auch hier den Zustand der Stagnation

wegen des Versagens des bisherigen Vorsitzenden König – Peiting

zu überwinden.

Es ist hier nur wichtig festzuhalten, daß in dieser Versammlung

gewählt wurde:

<![if !supportLists]>1.       <![endif]>Verband-Vorsitzender: Unser Herr Biberthaler – Starnberg

Stellvertreter und

Verbandspielleiter : Herr Marquard – Ebersberg

Kassier : Herr Raith Franz – Unterpfaffenhofen

Schriftführer : Herr Preisenberger – Herrsching.

 

Auf Bayr. Schach-Zeitung Nr. 3/1952 wird verwiesen.

<![if !supportLists]>          <![endif]>Anlage 1 c Nr. 14 Seite 1 – 18

Nr. 15Seite 1 – 9 –

An der Oberbayrischen Einzelmeisterschaft, die in der Zeit

vom 1 – 5. 5. 52 in Bad Aibling ausgetragen wurde, nahmen

auch die Bezirkssieger: Hoffmann – Peissenberg

Dr. Thurmayr – Starnberg teil

Bei insgesamt 12 Teilnehmern belegten Hoffmann und Ernst

Schmidt mit je 5 Punkten den 3. U. 4. Platz,

Dr. Thurmayr, Winkler und Mikasinowic mit je 4,5 Punkten

den 5 – 7. Platz.

<![if !supportLists]>          <![endif]>Bayer. Schachzeitung Nr. 6/1952 – 2. Umschlagseite –


52

 

noch 32. Vereinsjahr:

 

An der oberbayr. Jugendmeisterschaft, die vom 24 – 27. 7. 52 in Ingol-

stadt ausgetragen wurde, nahmen vom Zugspitzbezirk die Spieler

Bolland und Kraftcyk teil. Unter insgesamt 12 Tournierteilnehmern

belegte Bolland mit 4 Punkten den 3. Platz,

Kraftcyk mit 3 ½ Punkten den 4. Platz.

– Bayer. Schachzeitung Nr.8/1952 – 3. Umschlagseite –

 

 

Bayerische Schachzeitung. Sie hat ihren Namen ab 1. 5.1952

also ab Nr. 5/1952

in Süddeutsche Schachzeitung geändert.

 

Vom Klub wurden im Berichtsjahr bezogen:

für4. Quartal 1951:21 Exemplare

1.“1952:19“

2“18“

3“17“

 

Am 19. 4.1952 20 Uhr gab Schachmeister Gilg in Herrsching

eine Simultanveranstaltung, an der auch 5 Starnberger Klub-

Mitglieder teilnahmen:

Haßlergewann seine Partie

Krausü

Nägleú

Dr. Weber ý verloren ihre Partie –

Biberthalerþ

<![if !supportLists]>          <![endif]>Anlage 5 a Nr.

 


Spielergebnisse:


Klubtournier 1951/52: 24 Teilnehmer in 2 gleichstarken

Gruppen einrundig jeder gegen jeden.

Die Gruppen wurden nicht gelost, sondern nach den letzten

Tournierergebnissen gebildet.

Die ersten 4 jeder Gruppe zuzüglich des inzwischen aus

Stuttgart zurückgekehrten Herrn Haßler – zusammen also

9 Spieler spielten in der Entscheidungsgruppe I einrundig

den Klubmeister aus;

die nächsten 4 jeder Gruppe bildeten die Entscheidungsgruppe II

die letzten 4 “ “ “ “ “ III.

Die Spieler: Schauer und Zeller, die beide in die Entsch.Gruppe II

gekommen wären, spielten nicht weiter. Thainer kam nur in

die Entsch.Gruppe III.

 

Klubmeister 51/52: Herr Dr. Thurmayr.

<![if !supportLists]>          <![endif]>Anlage 3 Nr. 45 –

 

2. Heinrich Wieland – Wanderpreistournier 1952:

20 Teilnehmer spielten in 8 Runden nach Schweizer System

um den Preis.

 

Tourniersieger: Herr Haßler mit 7 Punkten aus 8 Partien


 

 

Herr Haßler gewann den Wanderpreis zum 1. Male.

<![if !supportLists]>          <![endif]>Anlage 3 Nr. 46 und

<![if !supportLists]>          <![endif]>Sonderakte Heinrich Wieland-Wanderpreis

11

Mannschaftskämpfe:

 

Am 3. November 1951 in Dachau: Starnberg – Dachau 9: 11 ;

<![if !supportLists]>          <![endif]>Anlage 4 Nr. 53 –

 

Am 18. Januar 1952 in Starnberg: Starnberg – Pasing 5 ½ 6 ½ ;

<![if !supportLists]>          <![endif]>Anlage 4 Nr. 54 –

 

Mannschafts-Meisterschaft 1952:

<![if !supportLists]>a)       <![endif]>
Seegruppe:

 

Am 19. 2. 52 in Herrsching:Starnberg – Herrsching: 7 ½: ½;

 

Am 2. 3. 52 in Unterpfaffenh.: Starnberg – Unterpfaffenhofen7: 1 ;

 

Starnberg – Gilching7 ½: ½ ;

 

Am 16. 3. 52 in Starnberg: Starnberg – Penzberg4 ½: 3 ½ ;

 

Starnberg – Gauting6: 2 .

 

Starnberg wurde damit Seegruppen-Sieger.

 

<![if !supportLists]>          <![endif]>Anlage 4 Nr. 55 –
<![if !supportLineBreakNewLine]>
<![endif]>

<![if !supportLists]>a)       <![endif]>im Zugspitz-Bezirk:

 

Am 11. 5. 52 in Peissenberg: Starnberg – Peissenberg5: 3

 

 

Am 18. 5. 52 inStarnberg: Starnberg – Murnau4: 4 ;

 

Starnberg war damit Zugspitzbezirks-Mannschafts-

 

meister 1952 .
<![if !supportLineBreakNewLine]>
<![endif]>

<![if !supportLists]>b)      <![endif]>Oberbayr. Mannschafts-Meisterschaft 1952 in Grünwald

<![if !supportLists]>          <![endif]>Sportschule –

 

Am 28. 6. 52: Starnberg – Ingolstadt 3 ½: 4 ½

29. 6. 52: Starnberg – Traunstein2: 6

 

 

Traunstein wurde Oberbayr Mannschafts-Meister 1952

 

<![if !supportLists]>          <![endif]>Anlage 4 Nr. 56 –

 

Am 20. 7. 52 in Starnberg:

Starnberg – Nymphenburg5: 1

– Anlage 4 Nr. 57 –


53

 

noch 32. Vereinsjahr:

 

 

Der Mitgliederstand ging von 45 auf 39 zurück.

<![if !supportLists]>          <![endif]>Anlage 2 Nr. 30 –



54

 

33. Vereinsjahr: 1.9.1952 – 31.8.1953

 

 

Die Mitglieder waren ordnungsgemäß zur Generalversammlung

für den 17.9.1952 eingeladen worden.

Diese Versammlung fand auch an diesem Abend statt. Anwesend waren

19 Mitglieder = rund 50 % des Mitgliederstandes am 31.8.1952.

Über diese Versammlung liegt ein vom Schriftführer, Herrn Dr. Zoellner

verfaßtes Protokoll vor, auf das ich verweisen darf. Besonders

hier festzuhalten ist folgendes:

 

<![if !supportLists]>1.       <![endif]>Neue Vorstandschaft:

 

1. Vorsitzender: Gerstetter Christian

2 “ und Presse: Biberthaler Gg.

Kassier:Nägle W.

Schriftführer: : Dr. Zoellner

Schachwart: : Diller

 

Spielausschuß: Vorsitzender und

Spielleiter:Gerstetter Chr.

Beiräte:Dr. Thurmayr

Müller

Dr. Zoellner

Diller

 

Dem Wahlausschuß oblag vor Durchführung der Neuwahlen die

Entlastung der Vorstandschaft für 1952/53; hierbei wurde

auch die Entlastung des Kasssiers Fackler für 1951/52 nachge-

holt.

 

<![if !supportLists]>2.       <![endif]>Für das Klubtournier wurden ab dem Spieljahr 52/53 Spielklassen

aufgestellt. Die Einteilung der Spieler in der Spielklasse I

erfolgte namentlich:

Dr, Thurmayr Biberthaler

Gerstetter Chr. Schlandt

Weinzierl sen. Eitrich

Schummer Müller

Thormann Dr. Zoellner

Kainzbauer Schauer

Dr. Bauer hinzu ehrenhalber:

Haßler Popp R – ausw. –

Zeller Niedermeier ü

Dr. Weber Wieland ý Ehrenmitglieder.

 

Alle übrigen Spieler des Klubs spielen in der Spielklasse II .

 

Der zahlenmäßige Auf= und Abstieg muß jeweils zum Tournier=

beginn festgelegt werden.


Wer an 2 Klubtournieren hintereinander nicht teilnimmt,

muß absteigen. Der Spielausschuß ist berechtigt in Sonder=

fällen Ausnahmen zu machen.


 

 

Neu eintretende Spieler können durch den Spielausschuß nach Kennt=

nis ihrer Spielstärke in jede der 2 Spielklassen eingereiht werden.

 

3. Die Jugendarbeit wird neu aufgenommen.

 

4. Bereits ab 1.10.1952 nimmt Herr Dr. Thurmayr seine Vorträge

am Wandbrett wieder auf.

<![if !supportLists]>          <![endif]>Anlage 1 Nr. 5 –

 

Bereits am Tage nach der Generalversammlung stellte Herr Professor

Schlandt einen Antrag auf Behandlung von Spielern, die von den

Tournieren zurücktreten. Ein Beschluß über diesen Antrag wurde nicht

gefaßt.

<![if !supportLists]>          <![endif]>Anlage 1 a Nr. 124 –

 

Am 18. 5 1953 erging vom Bund deutscher Fernschachfreunde eine

Einladung zur Teilnahme an dem

 

Dr. Dyckhoff – Gedenktournier“

 

Teilgenommen hat vom Klub meines Wissens niemand.

<![if !supportLists]>          <![endif]>Anlage 1 a Nr. 125/126 –

 

Am 17. 5. 53 unternahm ich den Versuch im Klub eine Damenab=

teilung zu gründen und schrieb 9 mir bekannte schachspielende

Damen an. Ich hatte damit leider keinen Erfolg.

<![if !supportLists]>          <![endif]>Anlage 1 a Nr. 127 –

 

Jugendarbeit: Zu Beginn des Süieljahres beabsichtigte ich die im

Vorjahre so unglücklich unterbrochene Jugendarbeit wieder auf=

zunehmen. Mit vortrefflicher Unterstützung durch Herrn Dr. Weber

folgten meinem Aufruf 17 Jugendliche, die ich theoretisch zu

unterweisen begann. Unser Herbergsvater Hirt hatte mir

wieder unser Klublokal für die Samstag-Nachmittage von

15 – 17 Uhr zur Verfügung gestellt. Herr Geheimrat Wieland und

ich hatten für ein Jugendtournier je ein schönes neues Schachspiel

gestiftet. So begann ich auch gleich mit einem Tournier, an dem

alle 17 Jugendlichen teilnahmen und 12 bis zum Ende durchstan-

den. Zur Gründung einer klubeigenen Jugendabteilung kam es

indessen noch nicht. Hinweis auf die „Spielergebnisse“

weiter unten.

 

Max Niedermaier – Wanderpreis: Im November 1952 stiftete

Unser Ehrenmitglied Herr Niedermaier ein schönes wertvol-

les Ölgemälde, eine Gebirgslandschaft, eingerahmt als Wan=

derpreis. Es sollte unter den gleichen Bedingunge ausge-

spielt werden wie der „Heinrich Wieland – Wanderpreis“.

Da wir aus Termingründen jährlich nur ein Wanderpreistour=

nier spielen konnten, waren beide Preisspender damit

einverstanden, daß jährlich im Wechsel einmal um den

„Niedermaier-Preis“, dann um den „Wieland-Preis“ gespielt

wurde. Im Berichtsjahr wurde das erste „Max Niedermaier-

Wanderpreistournier“ durchgeführt. Hinweis auf „Spielergebnisse“

weiter unten und

Sonderakte „Max Niedermaier-Wanderpreis“

12


55

 

noch 33. Vereinsjahr:


Zugspitzbezirk:
Eine Bezirksversammlung fand nicht statt. Der Bezirk

beschränkte sich auf Mitteilungen über den Spielbetrieb

im Bezirk, der sich so darstellen läßt:

A Mannschaftskämpfe:

Die vom Oberbayr. Schachverband neu aufgestellte Verbandsklasse

umfaßte folgende Mannschaften:

Gruppe West: Gruppe Ost:

GarmischPiding

IngolstadtMühldorf

MurnauEbersberg

Starnberg I+

3 Mannschaften aus dem

Eichstätt Bezirk Oberland;

Neuburg/Do.

außerdem spielten

Rosenheim,

Traunstein in der Sonder=

klasse.

Die Sieger West und Ost sollten um den Titel

eines Oberbayrischen Mannschaftsmeisters spielen.

 

Bezirksklasse: 2 Gruppen:

a) Seegruppe: b) Alpengruppe:

GautingGarmisch II

GilchingMurnau II

HerrschingPeissenberg I

SchondorfPenzberg I

Starnberg II

Unterpfaffenhofen

 

Hinweis auf „Spielergebnisse“ weiter unten.


B.
Bezirks-Einzelmeisterschaft 1 – 4. April 1953 in Garmisch

 

C. Bezirks-Jugendmeisterschaft sollten zu Pfingsten ausgetragen

werden; das Tournier kam jedoch nicht zur Durchführung.

 

<![if !supportLists]>          <![endif]>Anlage 1 b Nr. 47 – 60 –

Anlage 5 a Nr. 28 –

Oberbayrischer Schachverband

 

Die vom Verband neu geschaffene Mannschafts-Verbandsklasse erwies sich

allein aus finanziellen Gründen als ein tot geborenes Kind. In der

Gruppe West spielten Eichstätt und Neuburg, in der Gruppe Ost

der ganze Bezirk Oberland nicht mit. In der Zeit vom 28. 4.

bis 2. Mai 1953 fand in Ebersberg der Oberbayrische Schachkongreß

statt, an dem von Starnberg Dr. Thurmayr und Haßler teilnahmen.

Ausführlicher Bericht über diese Veranstaltung, bei der auch ein Spiel

mit lebenden Figuren aufgeführt wurde, befindet sich in SZ Nr. 5/53

<![if !supportLists]>1.       <![endif]>Umschlagseite, auf den verwiesen wird.


 

 

Eine reizende Festschrift für diesen Kongreß und eine Gesamtaufnahme

über die Tournierteilnehmer und die „Offiziellen“ sind vorhanden.

 

<![if !supportLists]>          <![endif]>Anlage 1 c Nr. 16 – 22 –

 

Süddeutsche Schachzeitung: Der Klub bezog

im 4. Quartal 1952: 20 Exemplare

1. “ 1953: 20 “

2.““22“

3.““22“

 

Soweit im Rahmen dieser Chronik für den Klub interessierende Nach=

richten und Berichte ergangen sind, wurde bereits in diesem Bericht

darauf hingewiesen.

 

Dähne – Pokal. Der Vorsitzende des Deutschen Schachbundes,

Herr Dähne, hat einen Wanderpreis – Silbernen Turm –

gestiftet der von Klub- bis Bundesebene im k-o-

System ausgespielt werden soll und zwar jährlich.

Teilnahmeberechtigt ist jeder Schachspieler und jede Schach-

spielerin, die Mitglieder des Bayrischen Schachbundes sind.

Der Klub beteiligte sich an diesem Wettbewerb.

– siehe Spielergebnisse –

Klub – Pokalmeister 1953: Dr. Thurmayr.

 

<![if !supportLists]>          <![endif]>Anlage 1 d Nr. 6, 7 –

 

Spielergebnisse:


1. Klubtournier 52/53

Beschluß des Spielausschusses vom 1.10.1952

 

Aus der Gruppe (Spielklasse) I steigen die letzten 2 Spieler in die

Gruppe (Spielklasse) II ab,

aus der Gruppe II steigen die ersten 2 Spieler in die Gruppe I

auf.

Bei Punktgleichheit an der Aufstiegs= bezw. Abstiegsgrenze

entscheidet zunächst ein Stichkampf (mindestens 2 Partien). Falls

keine Entscheidung, dann Berechnung nach Sonneborn-Berger.

 

Gez. Dr. Zoellnergez. Dillergez. Gerstetter

 

Am Tournier nahmen teil:

 

Spielklasse I: Spielklasse II.

 

13 Spieler12 Spieler

 

Sieger und Klubmeister: Sieger: Nägle

Herr Dr. Thurmayr 2: Lugert

 

11:Herr Zellerü

12:Herr Biberthaler ý punktgleich.

13:Herr Dr. Zoellner


56


Mannschaftskämpfe:

 

Am 6.9.1952 in Pasing: Starnberg – Pasing 7: 7 ;

 

– Anlage 4 Nr. 58 –

 

Am 9.11.52 in Penzberg: Starnberg – Penzberg: 6 ½: 2 ½ ;

 

– Anlage 4 Nr. 59 –

 

Am 7. 12.52 in Weilheim: Starnberg – Weilheim: 6 ½: 4 ½ ;

 

<![if !supportLists]>          <![endif]>Anlage 4 Nr. 60 –

 

Mannschafts-Meisterschaft 1953:

 

Verbandsklasse: B-Klasse: Seegruppe

 

Am 15.3.53 in Gilching:

Starnberg II – Gilching I: 4 ½: 3 ½ ;

Am 22.3.53 in Ingolstadt:

Starnberg I – Ingolstadt I ½:7 ½

Am 3.4.53in Starnberg:

Starnberg II – Herrsching I: 4: 4

(+ 1: 0)

 

Am 29.3.53 in Starnberg:

Starnberg II – Schondorf I2: 6

 

Am12.4.53 in Unterpfaffenhofen:

Starnberg II – Unterpfaffenhofen: 6 ½: 1 ½

Am 19.4.53 in Starnberg:

Starnberg I – Murnau I: 6: 2;

 

Starnberg I – Garmisch I: 6: 2;

Am 26. 4. 53in Gauting:

Starnberg II – Gauting I:

2 ½: 5 ½

 

Starnberg I belegte Starnberg II belegte den

den II Platz IV. Platz.

 

<![if !supportLists]>          <![endif]>Anlage 4 Nr. 61

 

Mannschaftstournier anläßlich des 1200 jährigen Bestehens der

Gemeinde Gauting am 5.7.53 in Gauting.

 

 

Der Einladung des SK Gauting an unsere II. Mannschaft zur Teil=

nahme an diesem Tournier leisteten wir gerne Folge. Gauting

stellte I. und II. Mannschaft in folgender Gruppierung:



57

 

noch 33. Vereinsjahr:


Gruppe A: Gruppe B:

 

Damenschachklub München Gauting II

Gauting I Harthausen

Schondorf Neuaubing

Starnberg II Unterpfaffenhofen.

 

Unsere Vertretung unterlag am Vormittag

gegen Schondorf 3 ½: 4 ½

und siegte am Nachmittag gegen die

Damen aus München 6: 2.

 

Die Tourniersieger:

 

Gauting I Unterpfaffenhofen

 

Ein geselliger Abend vereinte „Freund“ und „Feind“ bei Tanz

und lustiger Unterhaltung. Von Starnberg blieben bis zum letzten

Zuge, der viel zu früh ging, Gerstetter, Zeller, Diller, Weinzierl sen.

Bis zur letzten Minute blieben wir da, und als wir aber doch auf-

brechen mußten, war so höchste Zeit, daß unser Diller in der Eile

nicht mehr an seinen Mantel dachte, den er dann bedauerlicher-

weise nicht mehr bekam.

<![if !supportLists]>          <![endif]>Anlage 4 Nr. 62 –

“ 5 a Nr. 29, 30 –

Am 23.8.1953 in Starnberg:

 

Starnberg – Sendling-München 8: 9

 

<![if !supportLists]>          <![endif]>Anlage 4 Nr. 63 –

 

Der Mitgliederstand erhöhte sich von 39 auf 41 Mitglieder.

Bemerkenswert ist, daß nach vielen Jahren erstmals

wieder eine Frau Mitglied des Klubs wurde –

Frau Gottwald. Ihr Gatte, Adolf Gottwald, der nach

1945 einem Unfall erlag, war der Sieger unseres

<![if !supportLists]>1.       <![endif]>Wanderpreistourniers 1927. – Anlage 3 Nr.9 –

 

<![if !supportLists]>          <![endif]>Anlage 2 Nr. 31 –


 

 

<![if !vml]><![endif]>

Eine Aufnahme vom Oberbayr. Schachkongreß in Ebersberg.

 

Stehend von L. n. r.:

Zweiter:Herr Dr. Thurmayr

Dritter:Herr Haßler , beide Starnberg.


58

 

34. Vereinsjahr: 1.9.1953 – 31.8.1954

 

Die Generalversammlung fand am 23.9.1953 statt.

Anwesend waren 23 Mitglieder. Aus der Fülle der behandelten

Fragen ist folgendes besonders festzuhalten:

<![if !supportLists]>1.       <![endif]>Gründung einer Jugendgruppe: Der erste Vorsitzende stellte folgen-

den Antrag:

„Ab 1. 10.1953 gründet der Schachklub eine Jugendabteilung.

Aufgenommen werden Jugendliche ab vollendetem 11. Lebens=

Jahr. Der Beitrag wird auf monatlich 25 Deutsche Pfennige

festgesetzt. Die Jugendabteilung ist in der Vorstandschaft

durch den Abteilungsleiter vertreten, der von der General-

versammlung alljährlich zu wählen ist.“

Der Antrag wurde einstimmig angenommen.

 

<![if !supportLists]>2.       <![endif]>Gründung einer Damenabteilung: der erste Vorsitzende stellte

folgenden Antrag:

„Ab 1. 10.1953 gründet der Schachklub eine Damen=

abteilung. Der Beitrag wird in gleicher Höhe wie für die

männlichen Mitglieder festgesetzt. Die Damenabteilung

ist in der Vorstandschaft durch die Abteilungsleiterin ver=

treten, die von den Damen zu wählen und von der Vor=

standschaft zu bestätigen ist. Diese Bestätigung darf nur

bei Vorliegen besonderer Gründe, die angegeben werden

müssen, versagt werden.“

Der Antrag wurde einstimmig angenommen.

 

<![if !supportLists]>3.       <![endif]>Für den Aufstieg und Abstieg bei den Spielklassen-Qualifika-

tionstournieren wurde folgender Antrag einstimmig ange=

nommen:

„Die Spieler der Spielklasse I müssen innerhalb von 2 Jahren

wenigstens 1 xihre Zugehörigkeit zur Spielklasse I

durch Teilnahme am Qualifikationstournier nachwei-

sen. Wer sich in dieser Zeit nicht wenigstens 1 xam

Tournier beteiligt, steigt in die Spielklasse II ab. Aus=

genommen sind hiervon die Ehrenmitglieder Niedermaier

und Wieland und das auswärtige Mitglied Rudolf

Popp, der seinen ständigen Wohnsitz in Mittenwald hat.

 

4. Neue Vorstandschaft: 1. Vorsitzender: Gerstetter Chr.

2.„:Biberthaler

Kassier:Nägle

Schriftführer:Dr. Zoellner

Schachwart:Diller

Damenabteilung:Frau Gottwald

Jugendabteilung:Gerstetter Chr.

 

Neuer Spielausschuß: Vorsitzender: Gerstetter Chr.

|Dr. Thurmayr

Beiräte: {Dr. Zoellner

|Diller


 

 

<![if !supportLists]>5.       <![endif]>Ferner wies der 1. Vorsitzende auf die Verstarkung der Werbung

und der Pressearbeit hin und stellte die Anbringung eines Schach=

Schaukastens in Aussicht

Des weiteren war die Ausrichtung der Zugspitz – Einzelmeis-

terschaft 1954 in Starnberg geplant.

 

Auf das Protokoll über die Generalversammlung darf verwiesen

werden

<![if !supportLists]>          <![endif]>Anlage 1 Nr. 6 –

 

Am 22.12.1953 verschied nach längerer Krankheit im Alter von

80 Jahren unser Ehrenmitglied

 

Herr Max Niedermaier in Berg/ Würmsee

 

Mit ihm ging einer der Treuesten von uns. Ich habe ihn im

Starnberger „Land- und Seeboten“ den folgenden Nachruf

gewidmet:

 

<![if !vml]><![endif]>

 

Auch im „Münchner Merkur“ erschien auf meine Veranlassung

ein annähernd gleichlautender Nachruf

<![if !supportLists]>          <![endif]>Anlage 1 a Nr. 128 –

 

Schachklub Sendling übersandte uns ein Programm seines

25jährigen Jubiläums mit Einladung. Meines Wissens aber

hat niemand am Simultanspiel von Unzicker am 26.3.54 oder

am Bunten Abend am 3.4.54 teilgenommen.

<![if !supportLists]>          <![endif]>Anlage 1 a Nr. 129 –

 

Es ist gelungen im Anwesen Kunkel – Salamander Schuhgeschäft

einen Schach-Schaukasten aufzustellen – ab 1.5.1954. Am 26.4.54

wurde bei der Stadt um die Genehmigung hierfür nachgesucht.

<![if !supportLists]>          <![endif]>Anlage 1 a Nr. 130 –

 

Der 2. Vorsitzende, Herr Biberthaler mußte im Juni 1954 den

Klub leiten, weil der 1. Vorsitzende sich einer Operation unterziehen

mußte. Hinweis auf Rundschreiben Nr. 1 vom 3.6.54 –

<![if !supportLists]>          <![endif]>Anlage 1 a Nr. 131 –

 

Der im Rundschreiben Nr. 2 vom 5.7.54 für Sonntag den 11.7.54

angesetzte Wettkampf: Starnberg – Siemens fand nicht statt. Es


59

 

noch 34. Vereinsjahr:

 

 

wurde ein noch zu vereinbarender späterer Termin in Aussicht genom=

men. Auch für einen Wettkampf Starnberg – Söcking in Söcking

am 9.7.54 fehlen jegliche Unterlagen. Dagegen hat der Ausflug nach

Possenhofen zu Schachkamerad Schauer stattgefunden. War das Häuf-

lein auch klein, das sich bei Schauer einfand, so hat doch niemand

die Teilnahme bereut. Und Schauer hat sich über diesen Besuch sicht=

lich gefreut.

<![if !supportLists]>          <![endif]>Anlage 1 a Nr. 132 –

 

Zugspitzbezirk: Am 15. November 1953 fand die Hauptversammlung

im Klublokal des Schachklubs Starnberg – Hotel Seehof – statt

Die Tagesordnung enthielt nichts „Besonderes“. Die Versammlung war

vom Vorsitzenden des Obb. Schachverbandes, Herrn Biberthaler, un-

seren I. Klubvorsitzenden, besucht, den wir wegen seiner Eigen=

schaft als Verbandsvorsitzenden immer unseren „Präsidenten“

nannten, was er meiner Beobachtung nach sich gerne gefal-

len ließ.

Über diese Hauptversammlung habe ich die Protokollführung übernom=

men und eine Niederschrift verfaßt, auf die [ich] hinweisen darf.

Es war eine sehr lebhafte und erfolgreiche Versammlung, weil

alle Anwesenden „bei der Sache“ waren und sich rege an der

Diskussion über die aufgeworfenen Fragen beteiligten.

Wichtig ist der Beschluß über die Finanzierung des Bezirks durch

einen Unkostenbeitrag von 5.– DM pro Verein und Jahr an den Bezirk.

Die Neuwahl der Bezirksleitung hatte folgendes Ergebnis:

1. Bezirksvorsitzender: Robisch – Gilching

2.““u. Spielleiter:Schuch – Garmisch

Spielleiter=Stellvertreter: Chr. Gerstetter – Starnberg

Protokollführer: Prade – Peissenberg

Aus Anlaß der Bezirksversammlung fand am 15.11.53

in Starnberg ein Freundschafts=Mannschaftskampf:

Starnberg – Weilheim: 6:5 statt. Näheres siehe

Spielergebnisse weiter unten. – SSZ 12/53 S. 258 –

 

Nach dieser Hauptversammlung ergingen sofort die Ausschreibun=

gen zur:

MannschaftsmeisterschaftA- u.B-Klasse

Bezirks-Einzelmeisterschaft|

Jugendmeisterschaft}bezw. um Übernahme ihrer Aus=

richtung

Über die Mannschaftskämpfe: Hinweis auf „Spielergebnisse weiter

unten

Ich übernahm für den Klub die Ausrichtung der Bezirks= Einzel=

meisterschaft 1954. – Bericht weiter unten.

 

Die Jugendmeisterschaft 1954 des Bezirks fiel leider aus.

 

<![if !supportLists]>          <![endif]>Anlage 1 b Nr. 61 – 72 –


 


Oberbayr. Schachverband:

 

In einer Vorstandssitzung des Verbandes vom3.4.1954 hatte Herr Bi-

berthaler seinen Rücktritt als 1. Verbandsvorsitzender aus gesundheitlichen

und beruflichen Gründen erklärt. – SSZ Nr. 4/54S.93 –

Der Oberbayr Schachkongreß fand in Ingolstadt vom 25. – 30. 5.1954

statt.- SSZNr 5/54S. 117 –

Hierbei belegte unser Vertreter, Herr Dr. Thurmayr, den 12. Platz

Meister von Oberbayern wurde Herr Winkler – Traunstein.

– SSZNr. 6/54S.141 –

DieGeneralversammlung des Verbandes wählte am 30. 5. 54 die folgende

Verbands=Vorstandschaft:

1. Vorsitzender: Friedr. Landstorfer – Ingolstadt

2.“u. Spielleiter: G.Marquard – Ebersberg

Schriftführer: Preisenberger – Mchn(früher Herrsching)

Kassier: Raith Franz – Unterpfaffenhofen

Jugendleiter: Filips – Ebersberg

<![if !supportLists]>          <![endif]>SSZ Nr. 6/54 S. 141 –

Die Oberbayr. Jugendmeisterschaft 1954 wurde nicht ausgetragen.

<![if !supportLists]>          <![endif]>Anlage 1 c Nr. 23 –

 

Bayr. Schachbund:

Der Bayerische Schachkongreß 1954 wurde vom 17. bis

25. Juli 1954 in Bad Kissingen durchgeführt. SSZ Nr. 7/54S. 165 –

<![if !supportLists]>          <![endif]>Anlage 1 d Nr.8 –

 

SSZ: Im Berichtsjahr wurden einheitlich für alle Vierteljahre

je 20 Exemplare bezogen.

Einer Aufforderung der Arbeitsgemeinschaft der Südd. Schach=

verbände vom 26.3.1954 den obligatorischen Bezug der SSZ

für jedes Vereinsmitglied festzulegen, wurde nicht ent=

sprochen, da die beitragssäumigen Mitglieder, die es immer

und überall gibt, auch mit den Zeitungskosten in Verzug kä=

men, die dann der Klub noch vorlegen müßte.

<![if !supportLists]>          <![endif]>Anlage 1 a Nr. 133 –

 

Zugspitz-Einzelmeisterschaft 1954 in Starnberg: Alljährlich wird in der

Karwoche das Tournier um die Zugspitzbezirks=Einzelmeisterschaft aus=

getragen. In der Vergangenheit fanden diese Tourniere abwechselnd meist

in Garmisch oder Murnaustatt. Diesmal hatte ich die Ausrichtung dieses

Tourniers für den Klub in Starnberg übernommen. Ich war bestrebt

diese Veranstaltung als die bedeutendste Bezirks=Veranstaltung heraus=

zustellen. Durch die Verbindung der Bezirks=Hauptversammlung mit dem

Tournierschlußtag (Karsamstag) sollte das Ganze als das eigentliche Be=

zirksfest besonders betont werden. Durch das Treffen der Spieler und

Bezirksvereinsvertreter sollte das Interesse für dieses Bezirksfest in alle

Bezirksvereine getragen werden. Daß dies nicht auf Anhieb 100%ig ge-

lang, ist beinahe selbstverständlich. Doch ein vielversprechender Anfang

wurde in Starnberg gemacht. Es gelang mir soviel Geldmittel und

Freiquartiere zusammenbringen, daß jeder der auswärtigen Spieler

mit einem erheblichen Zuschuß von rund 2/3 der Gesamtkosten für 4 Tage

ausgestattet werden konnte, für die Schlußfeier eine 5köpfige Musik-

kapelle 1 – 1 ½ Stunden verpflichtet werden konnte und schließlich unser

Kassier noch 8,70 DM bar von mir bekam. Zu Preisen langte es aller=


60

 

noch 34. Vereinsjahr:


dings noch nicht; aber der Verlauf und Abschluß dieses Tourniers hat

doch seine propagandistische Wirkung nicjt verfehlt. Herr Moser –

Peissenberg hat in seiner Ansprache festgestellt, daß das dies der bisher

schönste „Bezirks=Kongreß“ gewesen sei. Anwesend waren bei der

Schlußfeier immerhin Vertreter von 9 Bezirksvereinen.

Tourniersieger und Bezirks=Einzelmeister 1954 wurde

 

Herr Dr. Thurmayr = Starnberg.

 

Am Karsamstag=Nachmittag wurde vor der offiziellen Schlußfeier

noch ein Blitztournier veranstaltet, an dem 17 Spieler teilnahmen,

und das Herr Bolland-Weilheim gewann.

 

Festgehalten zu werden verdient, daß Garmisch sowohl den ältesten

– Professor Nauhaus – und den jüngsten – Kohl jr. -Tournier=

Teilnehmer stellte, die beide in der 4. Runde des Tourniers auf=

Einandertrafen. Das Alter siegte damals noch, es war aber da=

mals schon unverkennbar, daß in dem jungen Kohl ein Meister-

spieler von Format heranwachsen würde.

Am Tournier beteiligten sich 12 Spieler aus insgesamt 6 Bezirks=

Vereinen – gemeldet wurden 18 Teilnehmer –

Beim Blitztournier, in dem mittels Gong das „Zugkommando“ gege-

ben wurde, bedienten die beiden reizenden Töchter unseres Herrn

Dr. Thurmayr den Gong mit Begeisterung und Präzision.

<![if !supportLists]>          <![endif]>Anlage 1 b Nr. 73 – 77 –

5 a Nr. 31, 32 –

Spielergebnisse:

 

<![if !supportLists]>1.       <![endif]>Klubtournier 53/54:

Es nahmen teil:

Spielklasse I: Spielklasse II:

 

14 Spieler15 Spieler

 

Sieger und Klubmeister:Sieger und Aufsteiger in

Herr Dr. Thurmayr Spielklasse I:

 

Absteiger: H.Thormann | 1. Kraus

H.Dr.Zoellner}in Spielklasse2. Huber Jos.

H. Weinzierl s.|II.

 

3 Absteiger diesmal und

nächstes Jahr weil 52/53

niemand abstieg.

 

<![if !supportLists]>          <![endif]>Anlage 3 Nr. 52 –


 

 

2. Jugendtournier 1953/54: Teilnehmer 12, davon zurückgetreten 2.

Von den Teilnehmern gehörten 7 der neugegründeten Klub=

Jugendgruppe an: davon traten 2 vom Tournier zurück und schie-

den auch aus der Jugendgruppe aus.

 

Tourniersieger und 1. offizieller Klub-Jugendmeister 1954:

 

Herr Karl Theodor Kriebel

 

– Anlage 3 Nr. 53 –

 

3. 3. Heinrich Wieland-Wanderpreistournier 1954:

 

20 Teilnehmer: 8 Runden Schweizer System

 

Tourniersieger: Herr Dr. Thurmayr mit 8 Punkten aus

8 Partien

gewinnt den Wanderpreis zum 2. Male

 

<![if !supportLists]>          <![endif]>Anlage 3 Nr. 54 –

<![if !supportLists]>          <![endif]>Sonderakte 11 –

 

<![if !supportLists]>1.       <![endif]>Tournier um den Dähne-Pokal – Silbernen Turm – 1954

14 Teilnehmer;k=o System

 

Klub-Pokalmeister 1954 nach 4 Runden:

 

Herr Erich Haßler:

<![if !supportLists]>          <![endif]>Anlage 3 Nr. 55 –

 

<![if !supportLists]>1.       <![endif]>Freßschach-Tournier im Fasching 1954

11 Teilnehmer; K-o System

 

Freßschach-Klubmeister 1954 nach 4 Runden:

 

Herr Dr. Thurmayr .

<![if !supportLists]>          <![endif]>Anlage 3 Nr. 56 –

 

Mannschaftskämpfe:

 

Am 20.9.53 in Starnberg: Starnberg – Damenschachklub Mchn

6 ½: 7 ½

 

<![if !supportLists]>          <![endif]>Anlage 4 Nr. 64

 

Am 15.11.53 in Starnberg: Starnberg – Weilheim: 6 . 5

 

– Anlage 4 Nr. 65

 

Am 29.11.53 in Starnberg: Starnberg II – Söcking: 8 ½: 3 ½

 

<![if !supportLists]>          <![endif]>Anlage 4 Nr. 66 –


61

 

noch 34. Vereinsjahr:


Mannschafts-Meisterschaft 1954:


A – Klasse B-Klasse: Seegruppe

 

Am 10.1.54 in Schondorf:

Starnberg II – Schondorf I 2 ½: 5 ½

 

Am 24.1.54 in Peissenberg: Am 24.1.54 in Gilching:

Starnberg I – Peissenberg I:Starnberg II – Gilching II: 2: 6

4: 4

 

Am 7.2.54 in Starnberg Am 7.2.54 in Starnberg:

Starnberg I – Penzberg I .Starnberg II – Landsberg I3 ½: 4 ½

4: 4

 

Am 14.2.54 in Starnberg:

Starnberg I – Murnau I:

4: 4

 

Am 7.3. 54 in Garmisch: Am 7.3.54 in Herrsching:

Starnberg I – Garmisch IStarnberg II – Herrsching I

4: 44 ½: 3 ½

 

Am 24. 3.54 in Starnberg:

Starnberg II – Tutzing I6: 2

Starnberg I belegte den 3. Platz

Am 4.4.54 in Starnberg:

Starnberg II – Unterpfaffenhofen I

4: 4

 

Penzberg wurde Bezirks-

Mannschaftsmeister der Starnberg II belegte den 5. Platz.

A klasse 1954 und Ge-

winner des hierfür aus-Sieger der Seegruppe wurde

gesetzten Wanderpreises.Gilching I. ;

unterlag aber dem Sieger der

Alpengruppe: Weilheim I

mit 3: 5

– Anlagen 4 Nr. 67, 68 –

 

Am bezw. im Mai 1954 in Starnberg:

 

<![if !supportLists]>1.       <![endif]>Jugend = Mannschaftskampf:

 

Starnberg – Buchhof 2: 1

 

<![if !supportLists]>          <![endif]>Anlage 4 Nr. 69 –


 

 

Am 13. 6.1954 in Starnberg:

Starnberg – Geretsried: 9 ½: 6 ½

 

<![if !supportLists]>          <![endif]>Anlage 4 Nr. 70 –

 

Der Mitgliederstand erhöhte sich im Berichtsjahr von 41 auf 45.

Die Jugendgruppe umfaßte daneben am Schlusse des Berichtsjahres

5 Jugendliche.

<![if !supportLists]>          <![endif]>Anlage 2 Nr. 32 –


62

 

35. Vereinsjahr: 1.9.1954 – 31.8.1955.

 

Das Jahr wurde mit einer Vorstandssitzung am 1.9.54 eröffnet.

Diese Tagung diente der Vorbereitung der Generalversammlung, die

auf den 22.9.54 festgesetzt wurde. Insbesondere wurde eine Arbeits=

teilung in der Vorstandschaft beraten, weil ich wegen Überlastung

beide Funktionen: 1. Vorsitz und

Spielleiter

Nicht mehr voll wahrnehmen konnte.

Mit Rundschreiben vom 14.9. 54 ergingen:

<![if !supportLists]>a)       <![endif]>die Einladung zur Generalversammlung mit Tagesordnung

<![if !supportLists]>b)      <![endif]>Hinweis auf unseren Schachschaukasten.

 

Die Generalversammlung fand planmäßig am 22.9. 54 in Anwesenheit

von 26 Mitgliedern statt.

1.Nach den Berichten der Vorstandschaft über das abgelaufene Vereins-

jahr wurde aufmeinen Vorschlag unser Herbergsvater

 

Herr Hirt einstimmig zum Ehrenmitglied ernannt.

 

Ich gab hierfür eine eingehende Begründung, die wörtlich in meinen

Aufzeichnungen über den Verlauf der Generalversammlung enthalten

ist. Zusammengefaßt:

Aufnahme des Schachklubs in seinem Hotelunternehmen im Oktober

1930, nachdem unser damaliges Lokal – Tutzinger Hof –

zu klein geworden war und ein neues Spiellokal nicht

zur Verfügung stand;

erneute Aufnahme des Klubs im Frühjahr 1949, da wir aus dem

gleichen Grunde auch nicht im Café Schirmer bleiben

konnten;

Stiftung von Pokalen zum 10. und 30. Gründungsfest des Klubs

 

langjähriger aktiver Spieler von 1927 – 1938 in Klubtournieren

und Mannschaftskämpfen mit beachtlichen Erfolgen.

 

2. Gründung einer Spielklasse III aus der Spielklasse II

 

Es sollten, gleichgültig ob die Spieler der Spielklasse II in einer

oder 2 (gleichstarken) Gruppen die obere Hälfte der teilnehmer

lt. Tabelle mit den Absteigern aus Idie neue Spielklasse II,

die untere Hälfte lt. Tabelle die neue Spielklasse III bilden.

 

3. Neue Vorstandschaft: In Berücksichtigung meiner Entlastungswünsche

ergaben die Neuwahlen:

1. Vorsitzender:Herr Biberthaler

2.“:“Gebhard

Schriftführer:“Dr. Zoellner

Schachwart:“Diller

Kassier:“Nägle

Frauenabteilung:Frau Gottwald

Jugendleiter:Herr Gerstetter Chr.


 

 

Unser Spielausschuß:

 

Vorsitzender und Spielleiter: Herr Gerstetter Chr.

|“Dr. Thurmayr

Beiräte{“Dr. Zoellner

|“Diller

|FrauGottwald

Im übrigen darf auf das vom Schriftführer Herrn Dr. Zoellner ver=

faßte Protokoll über die Generalversammlung verwiesen werden.

<![if !supportLists]>          <![endif]>Anlagen 1 Nr. 7 –

Am 30.12.54 verschied unser langjähriges Mitglied

 

Herr Hans Stöckl.

 

Seit 1936 Mitglied unseres Klubs hat er immer an dem Spielgesche-

hen im Klub, an Tournieren und Mannschaftskämpfen mit gutem

Erfolge teilgenommen. Er hat nach dem Zusammenbruch, als sich der

Klub wieder neu zusammenfand, sofort wieder den Weg zu uns ge=

funden und gehört zum Kreise der Neugründungsmitglieder. Trotz seines

langen und schweren Leidens ist er unerwartet verschieden. Noch am

12.12.1954 spielte er im Mannschaftskampf Starnberg II – Gilching I

in Starnberg am 8. Brett und gewann diese Partie. Er erfreute sich

wegen seines ruhigen, freundlichen Wesens allgemeiner Beliebtheit.

H. Biberthaler, Zeller Max und ich gaben ihm das letzte Geleit.

<![if !supportLists]>          <![endif]>Anlage 1 a Nr. 134 –

Am 18.5.1955 feierten wir einen Abschied.

Herr Erich Haßler

 

Hatte sich entschlossen, nach Amerika auszuwandern. So sehr wir ver=

standen, daß ein junger Mann in die Welt hinaus will, so sehr bedau-

erten wir für den Klub seinen Weggang. Anfangs durch mich, später

aber besonders durch Herrn Dr. Thurmayr trainiert, war Herr Haßler

unser zweitstärkster Spieler geworden. Sein Scheiden hinterließ eine nicht

so schnell schließbare Lücke. Die Abschiedsfeier, die wir Herrn Haßler

bereiteten, verlief nach einem vom 1. Vors. Herrn Biberthaler aufge-

stellten Programm. Ich verabschiedete als Spielleiter meinen jungen

Freund mit einer Würdigung der großen Verdienste, die er sich bereits

um den Klub erworben hatte und bat ihn wiederzukommen. An den

offiziellen Teil schloß sich noch ein geselliger Teil an, bei dem dann

auch wieder eine frohe Stimmung aufkam und viel gelacht wurde.

Der Abend war schön, nur – er hätte besser besucht werden sollen.

Anwesend waren einschl. Angehörigen 40 Personen.

<![if !supportLists]>          <![endif]>Anlage 1 a Nr. 135 – 138 –

 

Zugspitzbezirk: Bereits im August 1954 und Oktober 1954 ergin-

gen Rundschreiben des Bezirks-Spielleiters über Mannschaftskämpfe-

Gruppeneinteilung, Tournierordnung und Terminlisten, sowie die Auf=

forderung an die Bezirksvereine, sich um die Jugendmeister=

schaft (4 – 6. 1. 55) und Senioren – Einzelmeisterschaft, bezw. um

deren Ausrichtung zu bewerben.

Bei den Mannschaft=Meisterschaftskämpfen spielte Starnberg II

in Gruppe BI, statt wie vorgesehen in BII. Die Mannschaften

von BI waren mit unserer Teilnahme förmlich einverstanden.


63

 

noch 35. Vereinsjahr:

 

Dagegen blieben Meldungen für die Übernahme der Ausrichtung der

Jugend – M. und Senioren – E.M. aus. Meine Anstrengungen bei der vor=

jährigen Senioren EM. in Starnberg schienen schlecht belohnt zu werden.

So mußte Garmisch wieder einspringen. Wo die Jugendmeisterschaft

ausgetragen wurde, ist nicht klar ersichtlich, vermutlich auch in Gar-

misch. Bei sehr mangelhafter Beteiligung belegten:

Margelik – Garmischden 1. Platz

Kohl jun. – ““2“

Wildt – Gauting“3.“

Starnberg war bei der Jugendmeisterschaft nicht vertreten. Unsere

Jugendlichen wollten oder getrauten sich nicht mitzuspielen; je=

denfalls brachte mir niemand ein Lichtbild, daß ich rechtzeitig hätte

Spielerpässe hatte besorgen können

An der Senioren-Einzelmeisterschaft in der Karwoche in Garmisch

beteiligten beteiligten sich 10 Spieler aus nur 4 A-Klassen Vereinen.

Von Starnberg spielten die Herrn Biberthaler und Nägle mit.

War dies auch nicht Starnberg’s spielstärkste Vertretung, so waren

wir doch „dabei“.

Über die Ergebnisse der Senioren EM und der Mannschaftskämpfe

siehe „Spielergebnisse“ weiter unten.

Für Senioren EM vgl. Anlage 5 a Nr. 33 –

 

Am Schlusse der Senioren EM – Karsamstag – fand die Generalversamm-

lung des Bezirks statt. Es ging hier neben den spielerischen Fragen

vor allem um dreierlei:

<![if !supportLists]>a)       <![endif]>Beilegung der Meinungsverschiedenheiten Robisch – Schuch

<![if !supportLists]>b)      <![endif]>Neuwahl

<![if !supportLists]>c)       <![endif]>Belebung der Teilnahme an den Jugend= und Senioren EM.

 

Für den kommenden Spielbetrieb war eine besondere Spielleiter=

tagung in Aussicht genommen worden.

 

Zu a)Die Meinungsverschiedenheiten zwischen Robisch-Gilching, 1. Be-

zirksvorsitzender und Schuch – Garmisch,Bezirks-Spielleiter lassen

ihre Entstehung nicht genau erkennen. Vielleicht paßten sie nicht

zu einander und ergänzten sich nicht. Jedenfalls arbeiteten sie

nicht so zusammen, wie es für den Bezirk notwendig gewesen

wäre. In der Versammlung schlossen die beiden jedenfalls Frieden

und reichten sich die Hände. Robisch kandidierte jedoch für den

<![if !supportLists]>1         <![endif]>Bezirksvorsitzenden nicht mehr.

 

Zu b)Die Neuwahl ergab:

<![if !supportLists]>1.       <![endif]>Bezirksvorsitzender

und Bezirksspielleiter: Schuch-Garmisch – einstimmig –

Schriftführer:Gerstetter – Starnberg

 

Zu c).Ich machte den Vorschlag:

Zur leichteren Finanzierung der EM soll jedes

Vereinsmitglied sich von seinem Bekanntenkreis

1 – DM spenden lassen. Das so gewonnene Geld, das

keine Klubkasse belastet, soll dem veranstaltenden


 

 

überlassen werden. Diese Summe reicht aus, um eine größere Teilneh=

merzahl zu unterstützen, außerdem könnte jeder Verein einmal die

Ausrichtung der EM übernehmen. Mein Vorschlag wurde beifällig auf=

genommen, ein Beschluß wurde jedoch nicht gefaßt.

<![if !supportLists]>          <![endif]>Anlage 1 b Nr. 78 – 85 –

 

Oberbayr. Schachverband:

In einer erweiterten Vorstandssitzung wurde am 16.10.1954 der

Austragungsmodus für die Obb. E.-M.1955 festgelegt. Hinweis auf

SSZ Nr. 11/54 S. 261.

Der Oberbayr. Schachkongreß wurde auf den 18-22.5. 55 festgelegt

und fand in dieser Zeit in Erding statt. Unter den 8 Teilnehmern

war kein Vertreter unseres klubs.

Meister von Oberbayern wurde Lipinski – Miesbach

Auch die oberbayr. Jugendmeisterschaft fand gleichzeitig in Erding

statt. Hier schnitten die teilnehmenden Jugendlichen des Bezirks Zug-

spitze hervorragend ab. Unter 6 Teilnehmern insgesamt

belegten:

Kohl jun.denI.Platz- Garmisch –

Krafzick}den II/- Murnau –

Margelik}/III“- Garmisch –

– SSZ Nr. 3/55 S. 69 –

Nr. 4/55 S.93 –

Nr. 6/55 S. 141 –– Anlage 1 c Nr. 24 –

 

Am 6.8.55 fand in Fürstenfeldbruck ein Jubiläumsfest des

BLSV statt, an dem auch die Sparte Schach mit Veranstaltungen

aufwartete:

<![if !supportLists]>a)       <![endif]>Simultanspiel von Unzicker auf 50 Brettern

Ergebnis + 43

=4

<![if !supportLists]>          <![endif]>3

<![if !supportLists]>a)       <![endif]>Blitzmeisterschaftstournier

um die Oberbayr. Blitzmeisterschaft

 

– SSZ Nr.8/55 S. 188 – Von Starnberg nahm in F’Bruck

niemand teil.

 

Zugspitz-Bezirks-Vorsitzender und -Spielleiter Schuch

fühlte sich durch die Veranstaltung übergangen, weil sich,

obwohl die Veranstaltung im Bereich des Bezirks Zugspitze

stattfand, niemand an ihn wandte, um sich einzuschalten.

 

Der Bayerische Schachkongreß wurde in der Zeit vom 16 – 24.7.55

in Tirschenreuth durchgeführt. Der Schachklub Tirschenreuth wird

von Herrn Ferdinand Feldbaum geführt, der von 1932 bis 1937

Mitglied unseres Klubs war und der sich dieser Zeit noch gerne

erinnert.

<![if !supportLists]>          <![endif]>Anlage 1 d Nr.9 –

 

Bezug der SSZ im Berichtsjahr: Im 4. Qu. 54: 20 Exemplare

1 Qu. 55: 20 “

2. Qu. 55: 22 “

3 Qu. 55: 23 “


64

 

noch 35. Vereinsjahr


Spielergebnisse:

<![if !supportLineBreakNewLine]>
<![endif]>

<![if !supportLists]>1.       <![endif]>Klubtournier 1954/55:

 

Spielklasse I Spielklasse II a Spielklasse II B

 

12 Teilnehmer, davon 10 Teilnehmer 9 Teilnehmer

2 zurückgetreteneinrundige Tourniere

einrundiges Tournier

Sieger: Weinzierl sSieger: Gebhard

Sieger und Klubmeister: 2. Platz: Grabherr 2. Platz: Dr. Zoellner

 

Herr Dr. Thurmayr

Aufstiegstournier

 

Absteiger: 3 Teilnehmer; Grabherr zurückgetreten

 

Herr SchauerEs steigen auf:

“BiberthalerGebhard

“KrausDr. Zoellner nach Stichkampf

mit Weinzierl s.

 

Die Neugründung der Spieklklasse III

wurde indessen nicht durchgeführt

 

<![if !supportLists]>          <![endif]>Anlage 3 Nr. 57

 

2. Jugend-Tournier 1954/55

 

10 Teilnehmer, davon 1 zurückgetreten

einrundiges Tournier.

 

Sieger und Jugend-Klubmeister: Herr Beck

 

II Frl. Kaull

}nach Stichkampf:

IIIMeinke

<![if !supportLists]>          <![endif]>Anlage 3 Nr. 58

 

3. Tournier um den Dähne-Pokal – Silberner Turm – 1955

 

26 Teilnehmer ;k=o System

 

Klub-Pokalmeister 1955 nach 5 Runden

 

Herr Dr. Thurmayr

 

wird nach Siegen über Gilg und

Altmann

 

Oberbayrischer Pokalmeister 1955

<![if !supportLists]>          <![endif]>Anlage 3 Nr. 59 –


 

 

4. 2. „Max-Niedermaier“ Wanderpreistournier 1955

 

18 Teilnehmer – 8 Runden Schweizer-System

 

Sieger: Herr Dr. Thurmayr; er gewinnt den Wander-

preis zum 1. Male.

 

Sonderakte 12 – – Anlage 3 Nr. 60 –

 

5. Tournier der Neuen Mitglieder – Frühjahr-Sommer 1955

14 Teilnehmer, davon 2 zurückgetreten

einrundiges Tournier.

 

Sieger: Herr R. Potschka

2.Platz: “Grauvogl

<![if !supportLists]>          <![endif]>Anlage 3 Nr. 61 –

 

Mannschaftskämpfe:

 

Am 19.9. 54 in Starnberg: Starnberg – Vilsbiburg

7 ½: 1 ½

 

<![if !supportLists]>          <![endif]>Anlage 4 Nr. 71 –

 

 

Mannschafts-Meisterschaft 1955:

 

A-Klasse. B-Klasse – Gruppe 1:

 

Am 28.11.1954 in Starnberg:

 

117/69 Starnberg I – Peissenberg I:

 

6 ½: 1 ½

 

Am 12.12.54 in Murnau: am 12.12. 54 in Starnberg:

 

Starnberg I – Murnau I Starnberg II – Gilching I

 

3: 55: 3

 

 

Am 27. 2. 55 in Gauting:

 

Starnberg II – Gauting I

6: 2

 

 

Am 6. 3. 55 in Starnberg: Am 6. 3. 55 in Starnberg:

 

Starnberg I – Weilheim I:Starnberg II – Schondorf I

 

5: 33: 5

 

 

Am 20. 3. 55 in Penzberg:

 

StarnbergI – Penzberg I

5: 3


65

 

noch 35. Vereinsjahr:

 

A-Klasse B-Klasse . Gruppe I

 

Am 24. 4. 55 in Unterpfaffenhofen:

Starnberg II – Unterpfaffenhofen I:

5 ½: 2 ½

 

Am 8. 5. 55 in Starnberg:

Starnberg I – Garmisch I

<![if !supportLists]>1         <![endif]>½: 4 ½

 

Am 5. 6. 55 in Landsberg:

Starnberg II – Landsberg I

8: 0kampflos

 

– Anlage 4 Nr. 72 –

 

Am 31. 3. 55 in München:

 

Starnberg – Damenschachklub München

7 ½: 8 ½

– Anlage 4 Nr. 73 –

 

Am 3. 7. 55 in Starnberg:

 

Starnberg – Capablanca Augsburg

3: 5

– Anlage 4 Nr. 74 –

 

Am 31. 7. 55 in Geretsried

 

Starnberg – Geretsried

10 ½: 7 ½

– Anlage 4 Nr. 75 –

 

 

Nachtrag zur Mannschaftsmeisterschaft 1955

 

Sieger: A Klasse: B-Klasse. Gruppe I: Starnberg II

 

GarmischAufsteiger in A Klasse: Gauting I

 

hat um die Obb.

Mannsch.Meister-

schaftnicht

weitergespielt

 

Starnberg I belegte

den II. Platz

 

Penzberg mußte

absteigen


 

 

 

<![if !vml]><![endif]>

 

Eine Aufnahme der Mann-

schaft Starnberg I,

 

die am 20. 3.1955 in

Penzberg 5: 3 gewann

 

von links nach rechts: vordere R.

 

Schlandt, Gerstetter, Biberthaler

Nägle

 

 

hintere Reihe:

 

Dr. Thurmayr, Haßler, Gebhard

Lugert

 

 

 

Der Mitgliedstand erhöhte sich im Berichtsjahr von 45 auf 54

Mitglieder. Außerdem umfaßte die Jugendgruppe 6 Jugendliche.

 

– Anlage 2 Nr. 33 –


66

 

36. Vereinsjahr: 1.9.1955 – 31.8.1956

 

 

Durch Rundschreiben vom 14.9.1955 wurde zur Generalversammlung

für 28.9. 55 mit Bekanntgabe der Tagesordnung eingeladen.

 

Die Generalversammlung fand planmäßig am 28.9.1955 in Anwesen-

heit von 23 Mitgliedern statt. Schachspieler wollen eben nur spielen.

Den breitesten Raum nahmen die Berichte über das abgelaufene

Vereinsjahr, die Verteilung der Siegesurkunden und die Neuwahl

ein. Es darf auf das über diese Versammlung verfaßte Protokoll

und auf die vom Spielleiter aufgestellte Spielübersicht „Schach in

Zahlen“ verwiesen werden.

 

Neue Vorstandschaft: die alte Vorstandschaft wurde wieder gewählt,

also:

1. Vorsitzender:Herr Biberthaler

2.“:“Gebhard

Schriftführer:“Dr. Zoellner

Kassier:“Nägle

Schachwart:“Diller

Leiterin der Damenabteilung:Frau Gottwald

Leiter der Jugendabteilung:Herr Chr. Gerstetter

 

Neuer Spielausschuß:

 

Vorsitzender und Spielleiter: Herr Chr. Gerstetter

 

“Dr. Thurmayr

Beiräte{“Dr. Zoellner

“Diller

Frau Gottwald

 

Der Spielleiter bat die Spieler der Mannschaften um bessere

Unterstützung bei Zusagen, Absagen über Teilnehmer, besonders

in zeitlicher Hinsicht.

Der Beginn der Qualifikationstourniere wurde auf den 5. 10. 55

festgelegt.

– Anlage 1 Nr.8 –

Die Stadt erbat am 3. 11.1955 einen Bericht über

Sportveranstaltungen im Jahre 1955, erzielte Erfolge u.s.w.

 

– Anlage 1 a Nr. 139 –

 

Zu Weihnachten und Jahreswechsel ergingen an die Mitglieder

Grüße und Wünsche seitens der Vorstandschaft und des Spiel-

ausschusses in einem Rundschreiben.

– Anlage 1 a Nr. 140/141 –

 

Am 8. Februar 1956 wurde in einem Tournier nach Schweizer

System die Klub-Fresschach-Mmeisterschaft 1956 ausgetragen.

Nach 6 Runden bei 12 Teilnehmern errang

 

Herr Dr. Thurmayr den Sieg und die Freßschach-Klubmeister-

schaft 1956

– Anlage 3 Nr. 62 –


 

 

Seit 7. 4.1956 hat sich eine große Anzahl unserer Spieler dem

„Blitzpartiespiel“ zugewandt. Es vergeht seit diesem zeitpunkt kaum

eine Woche, in der nicht wenigstens 1 Blitztournier

gespielt wird. Besonders an den Samsatg-Nachmittagen

wird fleißig „geblitzt“. Ich hatte anfangs versucht

auch diese Blitztourniere zu registrieren. Ich mußte das

jedoch aufgeben. Ich habe eine stattliche Anzahl „Tabellen

über Blitztourniere“ zwar gesammelt. Die Sammlung ist

jedoch bei weitem nicht komplett.

Offizielle „Blitz-Mannschaftskämpfe haben wir bis jetzt

mit einer einzigen Ausnahme nicht gespielt. Diesen

Kampf habe ich allerdings festgehalten.

 

Zugspitzbezirk: Bereits im Dezember 1955 organisierte der Bezirksvorsitzende

und =Spielleiter Schuch die Mannschaftskämpfe der A= und B=Klas-

se und erließ eine Tournierordnung. Gleichzeitig setzte er sich

für eine stärkere Teilnahmeder Bezirksvereine an der Bezirks-

Einzelmeisterschaft und= Jugendmeisterschaft ein.

Am 24. 10.1955 berichtete mir Herr Schuch über die Angriffe,

die gegen ihnauf einer Kreisverbandssitzung vom 22. 10. 55

seitens Herrn Raith-Unterpfaffenhofen gestartet wurden.

Ich schlug ihm vor, eine Aussprache für den 6. oder 13. 11. 55 in

Pasing zwischen allen Beteiligten herbeizuführen. Schuch berief

dann eine a-o Generalversammlung auf den 13. 11. 55 nach

Starnberg ein. Auf der T-O stand auch Neuwahl. Auf dieser

Generalversammlung waren 8 Bezirksvereine mit 8 Stimmen

vertreten. Eingeladen waren 15 Bezirksvereine. Von den

weiteren 4 eingeladenen Gastvereinen war niemand ge-

kommen.In der 3 stündigen Versammlung wurden so viel

Streitpunkte klargestellt, daß der Punkt der T-O: Neuwahl

zurückgezogen wurde.

Wegen der Einzelheiten darf auf die von mir verfaßte

Niederschrift über diese Versammlung verwiesen werden.

Meine Vorstellung über die Finanzierung der E-M in der

Bezirks-Generalversammlung vom Karsamstag 1955 wurde

in folgender Fassung einstimmig beschlossen:

 

„Jeder Verein verpflichtet sich, für jedes Vereinsmitglied

(Jugendliche unter 18 Jahren sind ausgenommen) jährlich 1 DM

zahlbar bis 31. Januar jedes Jahres, erstmasl bis 31. 1.1956,

an den Bezirksvorsitzenden abzuführen. Die aufkommen-

den Beträge werden ausschließlich zur Ausrichtung der

E-M-Tourniere verwendet. Durch diese Maßnahme soll

erreicht werden, daß auch wirtschaftlich schwächereSpieler

an den E-M Tournieren teilnehmen können. Es wird

empfohlen, diese Beträge durch Spenden aufzubringen, um

die Vereinskassen dadurch nicht zu belasten.“

 

Es erging sodann die Terminliste für die Mannschaftskämpfe,

die bereits am 27. 11. 55 begannen und leider in ihrem Verlauf

in der B-Klasse-Nord neuen Zündstoff brachten.

 

Eine Bezirks-EM fand trotz des Finanzierungsbeschlusses

vom 13. 11. 55 zu Ostern 56 nicht statt. Für das Vortournier


67

 

noch 36. Vereinsjahr:

 

in Ingolstadt ( 28. 4. – 1. 5. 56) wurden die Spieler:

 

Cornel – Starnberg

Bolland – Weilheimgemeldet, jedoch konnte Cornel

 

aus beruflichen Gründen nicht teilnehmen.

 

Zur Obb. Jugendmeisterschaft in Freising wurden die Jugendspieler:

 

Kohl Werner=Garmisch

Margelik=“

Wildt=GautingGemeldet.

 

Die ordentliche Generalversammlung des bezirks fand am 1. 7.1956 in

München, Rechthaler Hof statt.

Zum ersten Male waren auf dieser Versammlung die Mitgliedsvereine

vollständig anwesend bezw. vertreten. Aus dem eingehenden Pro-

tokoll über diese Versammlung, auf das verwiesen werden darf,

sind folgende Ergebnisse bemerkenswert:

 

1.Neue Bezirks=Vorstandschaft:

 

1. Vorsitzender:Herr Biberthaler – Starnberg

2.“und

Spielleiter: “Schuch=Garmisch

Protokollführer:“Gerstetter – Starnberg

 

2.Eine Bezirksteilung erfolgte nicht.

Erhöhung der A-Klasse von 6 auf 8 Mannschaften. Hierbei mußte

der noch immer offene Wettkampf Schondorf – Gilching am grünen

Tisch entschieden werden, weil die Situation inzwischen so verworren

geworden war und der Gewinner dieses Wettkampfs der B-Klassen-

Sieger: Nord und damit Aufsteiger in die A-Klasse wurde. Es ergab

sich nach langem Hin und Her, daß mit Zustimmung der Beteiligten

das Los entscheiden sollte. Gilching war der glückliche Gewinner

dieses Losentscheids, die weitere Folge aber war, daß nun zwischen

dem Absteiger Gauting und den Gruppenzweiten Süd und Nord:

Söcking und Schondorf Qualifikationskämpfe stattfinden muß-

ten, in denen sich Gauting behaupten konnte, also nicht abzu-

steigen brauchte.

Die so umständlich und nicht bedenkenfrei zusammengeflickte

A-Klasse umfaßte die folgenden 8 Vereine, für die die Teilung

in zwei Gruppen nach geographischen Gesichtspunkten beschlossen

wurde.

A I: A II:

 

GarmischGauting

MurnauGilching

PeissenbergPenzberg

WeilheimStarnberg

 

Auch die B-Klasse wurde in zwei Gruppen aufgeteilt, wobei


 

 

Landsberg, Windach, Schondorf der B-Klasse Gruppe Süd zugeteilt

wurden. Die B-Nord-Vereine hatten erreicht, was sie wollten, sie

konnten auf engstem Raum unter sich spielen.

 

3. Es können auch die 2. Mannschaften von A-Klassen-Vereinen, wenn sie

B-Gruppensieger werden, in die A-Klasse aufsteigen. Es darf jedoch in

den B-Gruppenkämpfen kein Spieler der I (= A) Mannschaft mitwirken.

 

<![if !supportLists]>4.       <![endif]>Die Bezirks-EM muß jährlich ausgetragen werden. Ich bestand erneut

auf dem inzwischen beschlossenen Finanzierungsplan und betonte, daß

die Bez.EM uns näher stehen müsse, als der Verbanskongreß. Wenn

das so nicht gehe, müßten andere Wege gefunden werden.

 

<![if !supportLists]>5.       <![endif]>Die Bezirksjugendmeisterschaft 1957 wurde von Herrn Robisch-Gil-

ching übernommen.

 

War nun der Norden des Bezirks zufrieden gestellt, so rumorte nun

der Süden gegen die A-Klassen-Einteilung, merkwürdigerweise

mit Unterstützung des Spielleiters Schuch, der ganz eigenartige

Gedankengänge in seinem Brief vom 14.8. 56 entwickelte. Die

Südvertreter waren bei der Gruppeneinteilung nach geographischen

Gesichtspunkten offenbar nicht auf Draht, sie stimmten geschlossen

zu. Mit allen Mitteln, sogar mit Werturteilen über die

Spielstärke setzten sie schließlich durch, daß Gauting zum

Süden, Weilheim zum Norden kam.

 

– Anlage1 bNr.86 – 102 –

 

Oberbayr. Schachverband: Der Oberbayr. Schachkongreß fand in der

Zeit vom 8. bis 13. Mai 1956 in Freising statt.

Vorberechtigt zur Teilnahme an der Obb E-Mwar unser Herr

Dr. Thurmayr. Er erreichte mit Herrn Obermeier 4 ½ Punkte und

belegte nach Wertung (Sonneborn-Berger) den 2. Platz mit dem

Titel eines Oberbayr. Meisters und dem Recht auf Teilnahme am

Bayrischen Kongreß. Außer Herrn Thurmayr war vom Bezirk bei

der Obb. E-M niemand beteiligt.

Im Obb. Jugendtournier errang Herr Kohl jr. – Garmisch durch

den Tourniersieg den Titel: „Verbands-Jugendmeister 1956“.

In der Generalversammlung wurde mit einer Ausnahme (Schrift=

führer) die bisherige Vorstandschaft wieder gewählt; also

 

1. Vorsitzender:Landstorfer – Ingolstadt

2“ u. Spielleiter:Marquard – Ebersberg

Schriftführer:Lersch – Eichstätt

Kassier:Raith – Unterpfaffenhofen

Jugendleiter:Filips – Ebersberg

 

– SSZNr. 6/56S. 141 –_ Anlage 1 c Nr. 25 –

 

Bayrischer Schachbund:

 

Tournierordnung des Bayr. Schachbundes:- SSZ Nr. 1/56S. 21 –

kostenloser Untausch der alten Spielerpässe:- SSZ Nr.2/56S. 45 –

Bayrischer Schachkongreß 1956 in Augsburg

vom 21 – 29. 7.1956- SSZ Nr.7/56S. 165


68

 

noch 36. Vereinsjahr.

 

Am Tournier der MII in Augsburg nahm auch unser Herr Dr. Thurmayr

teil. SSZ 8/56 S. 169 – 172

 

 

Bayr. Schachbund: In SSZ Nr. 3/56 S. 49 ist die Tournierordnung

des Deutschen Schachbundes (DSB) veröffentlicht.

 

 

SSZ: Im Berichtsjahr wurden bezogen:

4. Qu. 55: 23 Exemplare

I. “ 56: 22 “

II. “ 56: 22 “

III. “ 56: 23 “

 

Spielergebnisse:

 

<![if !supportLists]>1.       <![endif]>Klubtournier 1955/56:

 

Spielklasse I: Spielklasse II/1 2: 3:

 

11 Teilnehmer; 7 Teilnehmer; 7 Teilnehmer; 6 Teilnehmer;

einrundig; einrundig; einrundig; einrundig;

 

Sieger u. Klubmeister: Sieger: Weinzierl s Sieger: Potschka Sieger u. Thormann

Herr Cornel 2. Platz: Biberthaler 2. Platz: Bachmann 2.Platz: Diller

 

Absteiger: Aufstiegstournier:

Herr Dr. Zoellner6 Teilnehmer – vorgenannt – einrundig;

“Zeller wegenBachmann zurückgetreten;

Nichtteilnahme

Es stiegen auf nach Stichkampf:

Herr Potschka und Herr Thormann.

– Anlage 3 Nr. 63 –

 

2. Tournier um den Dähne- Pokakl – Silberner Turm – 1956

– 17 Teilnehmer – k-o System

 

Klub-Pokalmeister nach 5 Runden:

Herr Dr. Thurmayr

 

ist nach seinem Sieg über Endres – Windach

Bezirks-Pokalmeister1956.

 

– Anlage 3 Nr. 64 –

 

 

3. Jugendtournier 1955/56:

8 Teilnehmer, davon 1 zurückgetreten – doppelrundig –

 

Sieger und Jugend-Klubmeister: Dieter Schneider

 

– Anlage 3 Nr. 6 –


 

 

<![if !supportLists]>4.       <![endif]>4. Heinrich-Wieland-Wanderpreistournier 1956

18 Teilnehmer; 8 Runden Schweizer System.

 

Sieger: Herr Dr. Thurmayr; er gewinnt den Wanderpreis

damit zum 3. Male.

– Sonderakte 11- – Anlage 3 Nr. 66 –

 

5. Tournier der Spieler über 50 Jahre alt:

9 Teilnehmer; einrundig.

 

Sieger nach Sonneborn-Berger: Herr Kainzbauer – 7Punkte –

2. Platz: “““Schlandt – 7“

– Anlage 3 Nr. 67

 

 

Mannschaftskämpfe:

 

Mannschaftsmeisterschaft 1956:

 

A-Klasse B-Klasse Süd:

 

Am 27. 11.1955 in Garmisch:

Starnberg I – Garmisch I

2 ½: 5 ½am 4.12.1955 in Penzberg:

Starnberg II – Penzberg I

Am 11. 12.1955 in Peissenberg: 3 ½: 4 ½

Starnberg I – Peissenberg I

4: 4

– Brettwertung: 20: 16 –

 

Am 15. 1.1956 in Starnberg: Am 15. 1. 56 in Starnberg

Starnberg I – Gauting I Starnberg II – Murnau II

4 ½: 3 ½4: 4

<![if !supportLists]>          <![endif]>Brettwertung: 19 ½: 16 ½ –

 

Am 26. 2. 56 in Söcking:

Starnberg II – Söcking I

3: 5

 

Am 11. 3.1956 in Starnberg: Am 11. 3.1956 in Starnberg

Starnberg I – Weilheim IStarnberg II – Weilheim II

5 ½: 2 ½5 ½: 2 ½

 

Am 25. 3.1956 in Starnberg

Starnberg II – Garmisch II

Starnberg I – Murnau I8: 0

5: 3kampflos gewonnen, da G. II

zurückgetreten


69

 

noch 36. Vereinsjahr:

 

noch Mannschafts-Meisterschaft 1956:

 

A – Klasse B – Klasse – Süd

 

Sieger: Garmisch I Sieger: Penzberg I

 

Starnberg I auf dem Starnberg IIauf dem

3. Platz3. Platz

 

Wegen weiterer Einzelheiten wird auf die Anlagen 4

Nr. 76 und 77verwiesen.

– Anlage 4 Nr. 76/77 –

 

Am 15. 4.1956 in Augsburg:

 

Starnberg – SK Capablanca- Augsburg

 

3: 8

– Anlage 4 Nr. 78 –

 

Am 9. 6.1956 in Gilching

 

Starnberg Jugend – Gilching Jugend

 

<![if !supportLists]>7         <![endif]>: 1

– Anlage 4 Nr. 79 –

 

Am 8. 7.1956 in Starnberg:

 

Starnberg – Penzberg

 

<![if !supportLists]>5         <![endif]>: 6

Anlage 4 Nr. 80 –

 

Der Mitgliederstand hat sich im Berichtsjahr von

<![if !supportLists]>54     <![endif]>auf 56 Mitglieder erhöht.

Außerdem umfaßte die Jugendgruppe 5 Jugendliche

 

-Anlage 2 Nr. 34 –


 


70

 

37. Vereinsjahr: 1.9.1956 – 31.8.1957

 

Es begann mit einer Sitzung des Spielausschusses am 10.9.1956.

Beschlossen wurde folgendes:

 

<![if !supportLists]>1.       <![endif]>Herr Ewald spielt sofort in Spielklasse I.

 

<![if !supportLists]>2.       <![endif]>Bei Einzeltournieren (Rundentournieren jeder gegen jeden) muß

derjenige Spieler, der an einem planmäßigen Spieltag verhin-

dert ist, anzutreten, selbst mit dem Gegner möglichst schon

vor dem Spieltag in Verbindung treten und den neuen Spiel-

termin, der nicht später als 14 Tage ab dem planmä0igen

Spieltag liegen darf, vereinbaren. Bemüht sich der verhin-

derte Spieler nicht um den neuen Spieltermin, so wird ihm

die Partie als verloren gewertet.

 

<![if !supportLists]>3.       <![endif]>Hängepartien müssen innerhalb von 14 Tagen ab dem Spieltag

fortgesetzt, bezw. beendet werden.

 

<![if !supportLists]>4.       <![endif]>aus der Spielklasse II wird eine Spielklasse III in der Weise

gebildet, daß die Spieler der Spielklasse II, die am Tour-

nier 1956/57 teilnehmen, in gleichstarke Gruppen zu je

8, höchstens 10 Spieler eingeteilt werden. Die letzten

2 (bei 8) oder 3 (bei 10) Teilnehmer spielen mit den

Nichtteilnehmern am Tournier 1956/57 ein Runden tour=

nier, das gleichzeitig mit dem Aufstiegstournier zur

Spielklasse I beginnt. Von diesem Rundentournier

qualifizieren sich mindestens 2, höchstens 3 Teilnehmer

noch zur Spielklasse II. Alle übrigen und die Nicht-

teilnehmer an diesem Rundentournier bilden die neue

Spielklasse III.

 

<![if !supportLists]>5          <![endif]>Kein Beschluß wurde darüber gefaßt, was geschehen sollte, wenn,

wie es vorgekommen ist, ein Spieler trotz Zusage zu

einem Mannschaftskampf nicht antritt.

– Anlage 1 a Nr. 142 –

 

Die Einladung zur Generalversammlung erging am 27.9.1956 für

den 3. 10.1956.

Die Generalversammlung fand auch an diesem Tage in Anwesenheit von

24 Mitgliedern statt.

Aus dem Protokoll über die Gen.Vers. ist u.a. festzuhalten, daß ich

als Spielleiter über den Ablauf der Tourniere durch Spielverzögerung

aber auch bei Mannschaftskämpfen hinsichtlich der rechtzeitigen Mann-

schaftsaufstellungen meine Unzufriedenheit und sogar Verstimmung

zum Ausdruck bringen mußte, was mich auch schon zur Einberufung

des Spielausschusses veranlaßt hatte.

 

Bei der Neuwahl wurde die bisherige Vorstandschaft wieder

in ihre Ämter berufen und der Spielausschuß durch die Zuwahl

des Herrn Dr. Thurmayr, auch wenn er nicht Klubmeister ist,

erweitert. Im Einzelnen also:


 

 

Neue Vorstandschaft:

 

1. Vorsitzender:Herr Biberthaler

2““Gebhard

Schriftführer:“Dr. Zoellner

Kassier“Nägle

Schachwart“Diller

Für die DamenabteilungFrauGottwald

JugendleiterHerr Gerstetter Chr.

 

Neuer Spielausschuß:

 

Vorsitzender und Spielleiter:HerrGerstetter Chr.

“Dr. Thurmayr

“Dr. Zoellner

Beiräte {“Diller

Frau Gottwald

und jeweiliger Klubmeister

 

Der Beginn des Dähne-Pokaltourniers wurde auf den 10. 10. 56,

und der Qualifikationstourniere für die Spielklassen I u. II

auf den 25. 10. 56 festgesetzt.

– Anlage 1 Nr. 9 –

 

An den Klubtournieren 56/57 (= Qualifikationstourniere der

Spielklassen I u II beteiligten sich

7 Spieler der Spielklasse I

23 “ der “ II.

Noch nie – seit Bestehen des Klubs – war das Tournier der Spiel-

klasse I zahlenmäßig so schlecht besetzt, mit Ausnahme der

Kriegstourniere. Trotzdem dauerte es über ¼ Jahr. Die neu

gefaßten Beschlüsse des Spielausschusses kamen nicht zum Tragen.

Trotzdem befand sich der Klub in keiner Krise, wie die Mann-

schaftskämpfe zeigten. Auf Grund der geringen Anzahl der

Teilnehmer und weil insbesondere die beiden letzten Aufsteiger

nicht mitmachten, wurde am 30. 1. beschlossen, daß von den

Teilnehmern I niemand absteigen mußte.

– Anlage 1 a Nr. 143 –

Am Tournier der Spielklasse II nahm trotz der an sich befrie-

digenden Teilnahme von 23 Spielern doch eine größere Anzahl von

Spielern nicht teil. Unter den Nichtteilnehmern befanden sich auch

mehrere Spieler, die auf Grund ihrer Spielstärke nicht in die

neue Spielklasse III gehörten. Die Einladung zur Teilnahme

an dem Rundentournier zur Bildung der neuen Spielklasse III

wurde an 18 Spieler gerichtet und blieb im wesentlichen er-

folglos. Es beteiligten sich insgesamt 4 Spieler an diesem Tour-

nier. Die vorhin erwähnten stärkeren Spieler fehlten auch

bei diesem Tournier. Trotzdem wurde die Spielklasse III auf

dem Papier aufgestellt, jedoch für eine Übergangszeit auf

eine unbedingte Festhaltung an dieser Spielklassen=Ein-

teilung III verzichtet. Weitere Ausführungen siehe unter

Spielergebnisse, insbesondere auf die dabei verwiesenen

Anlagen

– Anlage 1 a Nr. 144 –


71

 

noch 37. Vereinsjahr:

 

Am 5.8.1957 ist unser Ehrenmitglied

 

Herr Geheimrat Professor Heinrich Wieland

 

im Alter von 80 Jahren 2 Monaten verschieden. Er gehörte dem

Klub seit 1942, also 15 Jahre, an. In dieser zeit hat er für den

Schachklub äußerst verdienstvoll gewirkt. Nicht nur, daß er selbst,

obwohl er damals schon 65 Jahre alt war, an allen Tournieren teil-

nahm und dabei eine beachtliche Spielstärke an den Tag legte, er

nahm am Klub selbst lebhaften Anteil und liebte es, wenn ich

mit ihm alle uns bewegenden Probleme besprach. Er war

mir ein väterlicher Freund und Berater. Oft erhielt ich von

ihm Spenden für Fahrten von Spielern, ohne daß er genannt

sein wollte. Als er nicht mehr im Klublokal spielen konnten,

lud er seine Tpurnierpartner zu sich in die Wohnung ein und

jeder, der mit ihm bei einem Gläschen Wein und Zigarren

Schach gespielt hat, wird sich gerne daran erinnern. Mit einer

besonderen Spende trug er sich für immer in die Geschichte

des Klubs ein. Er stiftete im Jahr 1951 einen schönen,

wertvollen Wanderpreis – ein silbernes Likörservice –

und war damit einverstanden, daß dieser Wanderpreis

als

„Heinrich Wieland – Wanderpreis“ ausgespielt

 

wurde. Daneben spendete er mir Beträge für Jugendpreise.

1952, zu seinem 76. Geburtstag, wurde er zum Ehren-

mitglied des Klubs ernannt, worüber er sich sehr ge-

freut hat. Mit Herrn Geheimrat Wieland ist ein wahrer

Freund des Schachspiels und ein prominentes Mitglied des

Klubs von uns gegangen. Wir haben alle Veranlassung

darauf stolz zu sein, daß dieser Mann 15 Jahre in unseren

Reihen stand, denn er war ein ganz großer Mann in Be-

ruf und Wissenschaft:

Träger des Nobelpreises für Chemie,

des Otto Hahn Prieses für Chemie

des Großen Verdienstkreuzes des Verdienstordens

der Bundesrepublik

Ritter der Friedensklasse des „Pour le merite“

 

Ixch füge diesem Nachruf noch einige Zeitungsausschnitte an, die

besser, als ich es kann, dartun, welche Persönlichkeit unser

Ehrenmitglied war. Ich habe vor Jahren als Schachpreis das

Schach-Lexikon, den „Bilguir“ mit Nachtrag gewonnen. Dieser

Preis war von Herrn Geheimrat Wieland gestiftet worden.

Es ist selbstverständlich, daß ich diesen Preis besonders in Ehren

halte.

 

 

– Anlage 1 a Nr. 145 –


 

 

[Rückseite mit Zeitungsausschnitte beklebt, z.T. eingefaltet]

 

 

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72

 

noch 37. Vereinsjahr:

 

Zugspitzbezirk:

 

Bereits im Dezember 1956 erging die Gruppeneinteilung für die Mann=

schaftskämpfe der A= u. B Klasse und die Terminliste. Die Mann-

schaftskämpfe setzten auch gleich mit Hochdruck ein und in der Süpd=

Gruppe der A-Klasse gab es großen Wirbel, weil Peissenberg

mit nicht spielberechtigten Spielern angetreten sein sollte und

Schuch als Bez.Spielleiter einen Punktabstrich vornehmen wollte.

Die Sache wurde schließlich nach Einschaltung von Verbands-Spielleiter

Herrn Marquard und letztlich durch den Bezirksvorsitzenden Biberthaler

erledigt. Peissenberg behielt die erspielten Punkte, wurde A-Meister

der Südgruppe und verlor dann gegen uns im Entscheidungskampf

um die Bezirks-Mannsch.Meisterschaft der A-Klasse.

Die Jugendmeisterschaft des Bezirks wurde am 2.4.5. Januar 1957

in Gilching durchgeführt. Sieger: Margelik = Garmisch. vgl..

SSZ Nr. 2/57 S. 45.

Die Bezirks-Einzelmeisterschaft wurde in der Karwoche 1957 in

Murnau durchgeführt. Eine Tabelle hierüber haben die Starnberger

Teilnehmer – Ewald, Biberthaler nicht mitgebracht. Ergebnis:

<![if !supportLists]>1.                  <![endif]>Krafzik – Murnau

<![if !supportLists]>2.                  <![endif]>Wildt – Gauting

<![if !supportLists]>3.                  <![endif]>Tschorsch – Murnau

<![if !supportLists]>4.                  <![endif]>Ewald – Starnberg, weitere Rangfolge leider

nicht bekannt.

 

Das Vortournier zur Ermittlung der Teilnehmer der Oberb. E-M

fand in Starnberg statt und führte je 3 Vertreter der Bezirke

Inn-Cheimgau und Zugspitze zusammen. Ich bin auch über dieses

Vortournier nicht im Besitze einer Tabelle. Sie ist auch nicht er-

forderlich. Die vorderen Plätze belegten:

1.Flügel – Mühldorf]

2Auer – Freilassing}alle Inn-Chiemgau

<![if !supportLists]>3         <![endif]>Kindersberger – Mühldorf ]

<![if !supportLists]>4         <![endif]>Ewald – Starnberg

 

Die Generalversammlung des bezirks wurde für den 4.8. 57 nach

Starnberg einberufen. Aus dem Protokoll über diese Versammlung

ist besonders festzuhalten:

<![if !supportLists]>1.       <![endif]>Der 1. Bez.Vorsitzende Herr Biberthaler überreichte folgende Ehren-

nadeln im Auftrage des Obb. Verbandes, nachdem er selbst

durch den beauftragten Herrn Raith die golden Ehrennadel

verliehen bekam,:

 

in Gold: an Herrn Dr. Thurmayr – Starnberg

“Schuch – Garmisch

“Chr. Gerstetter – Starnberg

 

in Silber: an “ Kuhn – Murnau

“Bayerl – Neuaubing

“Löw – Unterpfaffenhofen


 

 

<![if !supportLists]>2.       <![endif]>Die Neuwahl ergab folgende neue Bezirks-Vorstandschaft:

 

Nachdem Herr Biberthaler als 1. Vorsitzender zurückgetreten war

und auf keinen Fall wieder kandidierte:

 

1. Vorsitzender:Herr Bayerl – Neuaubing

2.“und

Spielleiter: “Schuch – Garmisch

Protokollführer“Gerstetter – Starnberg

 

<![if !supportLists]>3.       <![endif]>Mannschaftskämpfe:

A-Klasse: 8 Vereine in einer Gruppe; ein Verein steigt ab;

B-Klasse: 3 Gruppensieger steigen auf; somit Erhöhung der

A Klasse von 8 auf 10 Vereine, die dann

in 2 Gruppen spielen.

 

<![if !supportLists]>4.       <![endif]>Ferner wurden die Spieltermine und die erforderlichen Meldetermine

festgelegt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Anlage 1 b Nr. 103 – 110 –

 

Oberbayrischer Kreisverband:

 

SSZ Nr. 10/56 S. 237: Die erweiterte Vorstandssitzung am 29.9. 56 in Mün-

chen beschloß zur Mannschafts-Meisterschaft 1957, daß

die 4 Mannschaftsmeister des Bezirks, ausge =

nommen Rosenheim in Grünwald die beste Mann=

schaft fest, die darauf im Endspiel gegen Rosen-

heim den Oberbayr. Mannschafts-Meister ermittelt.