2:2 und Sieg nach Berliner Wertung in einem denkwürdigen Finale

 

Kampf, Dramatik, Glück! Das Viererpokalfinale zwischen den Schachfreunden Starnberger See und uns hatte wirklich alles zu bieten, was man sich vorstellen kann. Auf beiden Seiten wurde erbittert gekämpft und zwar buchstäblich bis zur letzten Minute. Unterlagen wir im Vorjahr noch denkbar unglücklich gegen Gröbenzell, so war diesmal das Glück eindeutig auf unserer Seite!

 

Stephan war eindeutig besser aus der Eröffnung gekommen und hatte zeitweilig zwei Bauern mehr. Allerdings war die Stellung äußerst schwierig zu behandeln, und Florian hatte gute taktische Schwindelchancen, die er auch sehr gut nutzte. Ohne dass ein klarer Fehler zu erkennen gewesen wäre, ging es mit der weißen Stellung ziemlich schnell in den Graben. Um 13:00 stand es 0:1.

 

Währenddessen sah es auch an Brett drei immer düsterer aus. Aus einem Budapester Gambit kam Tommy schlecht heraus und was das Erstaunlichste war: Es gab keine einzige offene Linie und somit keinerlei taktischen Ansatzpunkte, um zu Gegenspiel zu kommen. Normalerweise steht bei Tommy das Brett in Flammen. Hier wurde er langsam von Achim Flemming erdrückt. Eine sehr starke Vorstellung des Tutzingers!

 

Lichtblick am Spitzenbrett! Matthias hatte eine starke Stellung aufgebaut und opferte dann sehr mutig einen Läufer, um auf den im Zentrum verbliebenen König von Bernd Salvermoser loszugehen. Es folgte eine wahrlich dramatische Zeitnotphase, in der Matthias für 13 Züge noch ca. 1 ½ Minuten verblieben waren. Bernd konnte sich dem Mattnetz nur durch ein Damenopfer entziehen und hatte bei der Zeitkontrolle sogar einige Sekunden weniger auf der Uhr als Matthias. Nach der Rekonstruktion und dem Umzug in einen anderen Raum kam die Aufgabe Bernds nach wenigen weiteren Zügen. Eine absolute Spitzenleistung von unserem Spitzenbrett!

 

Harry Feldbacher und Safet lieferten sich ebenfalls ein Match auf hohem Niveau. Im Mittelspiel ließ „unser“ Safet leider eine Gewinnmöglichkeit aus, und nach einer weiteren Ungenauigkeit erreichte Harry Ausgleich. Er gewann einen Bauern zurück, und nach starker Vereinfachung sah alles nach einem unabänderlichen Remis aus. Beide hatten noch ca. 5 Minuten auf der Uhr. Die Blitzphase begann, und hätte Harry die Nerven behalten und die Springerzüge wiederholt, hätte Safet in die Punkteteilung einwilligen müssen.

 

Unverständlicherweise, aber zum Glück für uns, wollte Harry jedoch mehr und opferte seinen Springer gegen zwei Bauern, in der Annahme, sogar gewinnen zu können. Selbst nach diesem riskanten Opfer gab es eine Stellung, in der er noch ein Remis hätte erreichen können. Aber auch diese Möglichkeit ließ er verstreichen, so dass Safet mit all seiner Routine doch noch den ganzen Punkt einstrich. Damit war das Unentschieden und somit der Pokalsieg durch Berliner Wertung gesichert! GRANDIOS! Mein besonderer Applaus gilt unserem größten Kämpfer, der auch diesmal die 16-stündige Busfahrt auf sich nahm, um uns im Finale mit seiner Teilnahme zu verstärken!

 

Im Laufe des Nachmittags bekamen wir moralische Unterstützung von den siegreichen Mitgliedern der Dritten, die auf Ihrem Nachhauseweg vom Nachholspiel in Garmisch in Tutzing hereinschneiten. Die Atmosphäre nach dem Sieg war verständlicherweise ausgezeichnet, und bei gesponserten Speisen und Getränken plauderte es sich noch mal so gut!

 

Ich möchte mich bei allen Spielern, die in dieser (kurzen) Pokalsaison auf Kreisebene bisher zur Verfügung standen, sehr herzlich für ihren Einsatz danken. Es hat Spaß gemacht, dieses Team aufzustellen und mein Ziel, diese Saison einen Platz besser abzuschneiden als im Vorjahr, wurde erreicht. Meines Wissens war es der erste Sieg unseres Clubs im Kreis-Viererpokal überhaupt! Nun geht es auf oberbayerischer Ebene weiter. Wir dürfen gespannt sein!

 

Stefan Winkler