Starnberger Merkur, 19.3.02

Starnberg wie Galatasaray-Kicker
SC-Equipe spielt 4:4 gegen Straubing

Starnberg (msc) – Zum siebten Mal angetreten, zum fünften Mal Unentschieden gespielt – so lautet die Saisonbilanz der ersten Mannschaft des Schachclubs Starnberg in der Regionalliga Süd-Ost. Am Sonntag reichte es für die SC-Auswahl im Heimspiel gegen den SC Straubing wieder nur zu einem 4:4. Stadtmeister Thomas Lochte sah Parallelen zu den Remiskönigen der UEFA-Champions-League: "Wir sind das Galatasaray Istanbul der Regionalliga."

Für die in Bestbesetzung antretenden Hausherren setzte es früh den ersten Dämpfer. Denn Fide-Meister Safet Terzic (Brett zwei) kam gegen seinen nominell deutlich schwächeren Gegner nicht über ein Remis hinaus. Noch schlechter erging es Fritz Absmaier (8), der nach kurzem Kampf die Waffen strecken musste. Besser machte es Klaus Gschwendtner (7), der in
überzeugender Manier für den 1,5:1,5-Ausgleich sorgte.

Doch nach rund drei Stunden Spielzeit begann das für die Seestädter typische Nervenflattern. Teamkapitän Matthias Schäfer (4) verdarb eine klare Gewinnstellung zum Remis – sein Gegner hatte sich bereits überlegt, die Partie aufzugeben. Dann erwischte es Axel Tuchenhagen (5). Statt seinem Kontrahenten mit einem "Killer-Zug" zu erledigen, stellte er einen Bauern ein und musste aufgeben. Doch noch loderte ein Fünkchen Hoffnung auf einen Mannschaftserfolg. Grund für den Optimismus war der für Starnberg antretende Australier Aleksander Wohl. Er überlistete am Spitzenbrett seinen Widersacher, erneut Ausgleich. Dann der Nackenschlag: Statt ein "totremisiges" Endspiel nach Hause zu schaukeln, beging Ivica Rajic (7) einen folgenschweren Patzer – 3:4. Dass es nicht sogar eine Niederlage für die Seestädter hagelte, dafür sorgte Top-Scorer Thomas Lochte. Nach rund fünf Stunden hatte er sein Saisonergebnis auf sagenhafte sieben Punkte aus sieben Partien ausgebaut und gleichzeitig das Starnberger Standardergebnis hergestellt.

Mit 9:5 Mannschafts- und 31,5 Brettpunkten bleibt die SC-Auswahl auf Tabellenplatz drei. Die Spitzenposition, die zum Aufstieg in die Landesliga berechtigt, hält zwei Runden vor Schluss weiter der TV Tegernsee II (12:2 Punkte) inne.

Matthias Schäfer