Starnberger Merkur, 17.11.2004

 

Zeitnot zerstört Heimnimbus

Schach: SC Starnberg unterliegt Ligafavoriten

 

Starnberg (msc) – Rund eineinhalb Jahre folgten die Heimspiele des Schachclubs Starnberg in der Regionalliga Süd-Ost einem einfachen Prinzip – entweder Sieg oder Remis. Niederlagen waren für die Denksportler im Starnberger Kreiskrankenhaus tabu. Mit einer 3:5-Pleite des SCS im ersten Heimspiel der neuen Saison gegen den SC Bayerwald ist die stolze Serie gerissen. Gleichzeitig erhielten die Aufstiegsambitionen der Seestädter gegen die als Ligafavoriten gehandelten Niederbayern einen empfindlichen Dämpfer.

Dabei sah es nach etwa dreieinhalb Stunden Spielzeit noch so aus, als könnten die Starnberger den Gästen wie im Vorјahr eine Niederlage zufügen. Lediglich die Remis-Partie von Safet Terzic (Brett zwei) war bis dahin entschieden. Doch in Zeitnot verdarben die Gastgeber ihre zum Teil aussichtsreichen Positionen. Dann fielen sie wie die Fliegen. Zunächst musste sich Thomas Lochte (3) ebenso einem slowakischen Internationalem Meister geschlagen geben wie wenig später Matthias Schäfer (1). Zwischendurch hatte Axel Tuchenhagen (4) nach einigen verpassten Angriffsmöglichkeiten die Waffen gestreckt. Den fatalen Durchhänger der Gastgeber machte eine unnötige Niederlage von Florian Mayr (5) perfekt, womit die Begegnung beim Stand von 0,5:4,5 aus Starnberger Sicht bereits entschieden war. Zwar zeigten die SCS-Akteure Moral und konnten durch hart umkämpfte Siege von Fritz Absmaier (6) und Klaus Gschwendtner (7) sowie einem Remis von Stephan Wehr (8) verkürzen, doch hatte dies nur mehr den Charakter von Ehrentreffern.

Durch die Niederlage rutschen die Seestädter in der Tabelle nach zwei Spieltagen auf Rang sechs ab, während der SC Bayerwald an der Spitze thront. Einziger Trost für die Starnberger: In der Vorsaison verlor der SK Freising ebenfalls klar gegen die Niederbayern, startete dann aber eine Siegesserie und stieg am Ende doch noch in die Landesliga auf.