Starnberger Merkur, 03.11.2004

 

Simultan mit nationaler Schach-Elite?

SCS kandidiert für Wettkampf mit Olympiateam

 

Calvia/Starnberg (mm) - Die Bürger im Kreis Starnberg könnten kommendes Jahr die Chance erhalten, Deutschlands beste Schachspieler herauszufordern. Denn der SC Starnberg hat sich als Gastgeber für einen Simultan-Wettkampf mit der Deutschen Olympia- und der Olympia-Jugendmannschaft beworben. Die Auswahlen touren 2005 durch 64 ausgewählte Orte in der Republik. Ein Gastspiel in Starnberg wäre das größte Schachereignis in der Stadt seit über 20 Jahren.

 

Bis zum vergangenen Freitag war unklar, ob Deutschlands beste Schachspieler überhaupt auf Tournee gehen. Die Entscheidung fiel im spanischen Calvia, wo der Kongress des Weltschachverbandes FIDE den Ausrichter der Schacholympiade 2008 bekannt gab (siehe Kasten). Durch den Zuschlag an Dresden steht der Simultanserie laut den ursprünglichen Planungen des Deutschen Schachbundes (DSB) nichts mehr im Weg. Die deutsche Olympia- und die Olympia-Jugendmannschaft bestehen aus јeweils sechs Spielern, die allesamt Meistertitel tragen. „Ein Gastspiel in Starnberg wäre eine einmalige Sache für die Schachvereine der Region und für den Landkreis, sich national zu präsentieren“, sagt Matthias Schäfer.

Der Vorsitzende des SC Starnberg ist Anfang August auf der Internet-Seite des DSB auf die Tournee aufmerksam geworden. Nach Gesprächen mit DSB-Pressesprecher Norbert Heymann gab der 24-јährige PR-Student wenig später für die Kreisstadt eine Bewerbung als Wettkampf-Standort ab. „Ich musste angeben, wann und in welchen Rahmen Starnberg ein solches Ereignis veranstalten kann“, so Schäfer. Ihm wäre es am liebsten, wenn Deutschlands Elite-Großmeister Mitte Juli in der Kreissparkasse spielen würden. Die Bank hat laut Schäfer eine „schachliche Tradition“, fand dort doch im November 1983 mit der Simultan-Vorstellung des damaligen russischen Weltklassegroßmeister Viktor Kortschnoi die bislang größte Schach-Veranstaltung im Landkreis statt. Schäfer will auch mehrere Unternehmen in der Umgebung, insbesondere Tourismuseinrichtungen, für die Veranstaltung gewinnen: „Denn für einen Zuschlag müssen wir ein attraktives Rahmenprogramm mit Ausflügen bieten.“

Am Simultan selbst sollen nicht nur Vereinsspieler teilnehmen. „Wir hoffen, mit der Veranstaltung Schachinteressierte јeder Spielstärke sowie auch einige Amtträger und Prominente zu begeistern“, sagt Schäfer. An wie vielen Brettern gespielt wird, steht noch nicht fest. Eben so wenig ist klar, gegen wie viele Mitbewerber sich Starnberg durchsetzen muss. „Da die Olympiade nun in trockenen Tüchern, erwarte ich vom DSB in den nächsten Wochen mehr Informationen“, so Schäfer. Ein erste Reaktion auf die Bewerbung hat der 24- Jährige bereits Anfang September erhalten: „Dort teilte uns der DSB mit, dass er von unseren Ideen sehr angetan ist.“

 

Bildunterzeile:

Könnte nächstes Jahr nach Starnberg kommen: Deutschlands derzeit bester Schachspieler Alexander Graf. Foto: www.rochade-kuppenheim.de