Starnberger Merkur, 01.04.2004

 

Doppel-Bock verhindert Sieg

Schach: Starnberg zittert um Aufstieg

 

Starnberg (msc) – Im Grunde haben Schachspieler und Jäger nicht allzu viel gemeinsam. Dennoch sprechen auch die Geistessportler oft von geschossenen Böcken – dann nämlich, wenn sie einen grottenschlechten Zug gemacht haben, der meist die ganze Partie wegwirft. Beim Regionalliga-Süd-Ost-Duell zwischen dem SC Starnberg und der SG Vogtareuth/Prutting waren die virtuellen Böcke wieder unterwegs. Zwei von ihnen wurden von Starnberger Schützen erlegt, was dem Tabellenführer aus der Kreisstadt statt eines souveränen Sieges nur ein 4:4 gegen einen nominell deutlich unterlegenen Gegner bescherte.

Die ungewollte Wildbefeuerung setzte nach rund fünfeinhalb Stunden Spielzeit ein. Bis dahin führten die Gastgeber mit 3,5:1,5 – der Niederlage von Safet Terzic (Brett eins) standen klare Siege von Stephan Wehr (Brett vier), Florian Mayr (8) und Axel Tuchenhagen (7) sowie ein wenig spektakuläres Remis von Kapitän Matthias Schäfer (2) gegenüber. Auch Klaus Gschwendtner (6) schien trotz Minusfigur ein totremises Endspiel auf dem Brett zu haben, da sein Freibauer auf der siebten Reihe den Turm seines Gegners gewinnen würde. Doch stattdessen erlaubte der Starnberger einen Turmtausch, wonach sein Freibauer leicht aufgehalten wurde und Gschwendtner nach wenigen Zügen aufgab. Noch dramatischer ging es bei der Partie von Fritz Absmaier (5) zu: Als er und sein Konkurrent weniger als fünf Minuten auf der Uhr hatten, stellte Absmaier einzügig einen Turm ein – sein Endspiel mit zwei Mehrbauern war auf einen Schlag verloren und das Mannschaftsremis unausweichlich. Daran konnte auch Thomas Lochte (3) nichts mehr ändern, der trotz großen Kampfgeistes selbst nicht mehr als ein Unentschieden erreichte.

Durch das dritte Remis in Serie ist die fast sicher geglaubte Starnberger Rückkehr in die Landesliga ernsthaft gefährdet. Denn der SK Freising verkürzte durch ein 6:2 beim TSV Trostberg den Rückstand auf die Seestädter bis auf einen Punkt. In der kommenden Schlussrunde treffen beide Teams aufeinander. Für die Starnberger nichts Neues: Vor drei Jahren spielten die Seestädter schon einmal am letzten Spieltag beim direkten Aufstiegskonkurrenten, sie verloren 3,5:4,5 beim TSV Waldkirchen. Damals war die SC-Auswahl јedoch nicht Ligaprimus, sondern in der Rolle des Jägers.