Starnberger Merkur, 11.03.2004

 

Österreichische Punktediebe

Schach: Starnberg spielt erneut nur Remis

 

Freilassing/Starnberg (msc) – Dass Österreicher ziemlich schnell auf Kunststofflatten Berge runterrasen oder erstaunlich weit von schneebedeckten Schanzen springen können, ist bekannt. Dass sie manchmal auch gut Schach spielen, mussten die Spieler des SC Starnberg in ihrem Match beim SC Freilassing erfahren. Gegen den Tabellenletzten der Regionalliga Süd-Ost, der fast die halbe Mannschaft aus Akteuren der österreichischen Staatsliga stellte, kam der Ligaprimus nicht über ein 4:4 hinaus.

Die Österreicher waren es auch, die bei den Gastgebern für die entscheidenden Punkte sorgten. Ihnen mussten sich Fide-Meister Safet Terzic (Brett 1), Thomas Lochte (3) und nach rund sechs Stunden auch Klaus Gschwendtner (5) geschlagen geben. Fritz Absmaier (4) gelang mit einem Remis zumindest ein Teilerfolg gegen die Vertreter der Alpenrepublik. Ein komplett anderes Bild zeigten die deutsch-deutschen Duelle: Hier holten Matthias Schäfer (2), Axel Tuchenhagen (6) und Johannes Schmied (8) souveräne Siege für die Seestädter. Auch Florian Mayr (7) hatte beste Chancen, den vierten innerdeutschen Vergleich zu Starnberger Gunsten zu entscheiden: In einer spektakulären Partie stellte der 27-Jährige in überlegener Stellung eine Figur ein, um anschließend mit Springer gegen Dame dennoch einen Mattangriff zu starten. Dieser wurde jedoch nur mehr mit Dauerschach belohnt.

Durch das zweite Remis in Folge haben die Starnberger im Kampf um den Aufstieg in die Landesliga erneut an Vorsprung eingebüßt. Zwei Runden vor Schluss liegen sie noch zwei Zähler vor dem SK Freising und drei Punkte vor Erzrivale SC Gröbenzell. Gewinnen die Starnberger ihr nächstes Heimspiel gegen die SG Vogtareuth/Prutting, sollte ihnen aber die Landesliga-Rückkehr kaum mehr zu nehmen sein. Allerdings hat Vogtareuth an den ersten vier Brettern Österreicher gemeldet.