Bericht über den Besuch des Schachclubs Naumburg in Starnberg

17.-19.10.2003

 

Am 17. Oktober kamen unsere Schachfreunde aus Naumburg am Abend in Starnberg an. Nach kurzer Begrüßung – wir kannten uns ja größtenteils vom letzten Jahr – ging es ab in die verschiedenen Quartiere. Und auch in diesem Jahr müssen wir uns ganz herzlich bei Frau von Godin bedanken, die wieder 3 Schachspieler aufnahm.

 

Gegen 20 Uhr trafen wir uns in unserem Spiellokal im Krankenhaus Starnberg. Bevor es ans Blitzen ging, stärkten wir uns bei einem leckeren Buffet, das Matthias Schäfer organisiert hatte. Da heuer die Beteiligung auch von Starnberger Seite zahlreicher war, blieben keine Reste. Es wurde radikal alles aufgegessen und leergetrunken!

 

Beim anschließenden Blitzturnier in zwei Runden waren unsere Gäste recht erfolgreich. Zwar führten vor dem letzten Spiel Florian Mayr und Harald Feldbacher in der Gruppe A, aber unser Gast Jens Härtig wurde letztendlich Sieger des Abends. In der Gruppe B setzte sich der Naumburger Steffen Kluge im Stichkampf gegen Reinhold Pohle durch, in der Gruppe C gewann – ohne Naumburger Beteiligung – Stefan Winkler.

 

Erwähnt sei noch eine denkwürdige Begegnung mit einem 82-jährigen Patienten des Krankenhauses, Peter Gurin, der gern am Turnier teilgenommen hätte. Aber seine Erkrankung erlaubte nicht eine solch lange Strapaze. Dafür waren die Geschichten aus seinem Schachleben in Petersburg um so interessanter. Nicht nur, dass er so ziemlich alles ,was Rang und Namen hatte, persönlich kannte. Er konnte auch über eine Simultanpartie gegen Capablanca (!) berichten, in der er auf kuriose Weise ein Remis errang.

 

Am nächsten Tag trafen wir uns am Vormittag wiederum im Schachclub Starnberg, um unseren Mannschafts-Vergleichskampf auszutragen. Obwohl diesmal in etwas besserer Besetzung, reichte es nur zu einem 2 ½ - 5 ½, und die Naumburger wurden damit ihrer Favoritenrolle gerecht. Einzig unser Gautinger Gastspieler Ulrich Sperber gewann seine Partie. Die Starnberger müssen also erneut auf die Rückrunde in Naumburg hoffen ...

 

Mittags ging es dann in zwei Gruppen nach München, wo wir uns im Nürnberger Bratwurstglöckl trafen bzw. treffen wollten. Zu fünft gelang es der ersten Gruppe fast eine Stunde lang, den reservierten Tisch zu verteidigen, dann mussten wir kapitulieren. Die zweite Gruppe kam mit über 1 Stunde Verspätung. Ob es nun daran lag, oder ob der Wirtschaft mehr an einem flotten Essen-Trinken-Kassieren lag, eine herzige Stimmung zwischen uns und dem Personal kam nicht auf. Besonders ärgerten sich einige von uns, als versucht wurde, die Brezen mehrfach anzurechnen. Resümee: „Nicht empfehlenswert!“

 

Nach dem Mittagessen gingen einige Naumburger zum Stadtbummel, wir anderen machten uns auf Umwegen zum Valentin-Museum auf. So konnte ich noch ein paar bekanntere Plätze der Innenstadt zeigen, bevor wir uns zum Kaffee im Isarturm niederließen. Nach Kaffee, Kuchen und Karl Valentin wollten wir unbedingt an die frische Luft. Wir genossen einen sonnigen Herbstnachmittag in den Isar-Auen und näherten uns langsam dem Hofbräukeller (nicht mit dem Hofbräuhaus zu verwechseln!), eine „halbe Regenwurmlänge“ vom Max-Weber-Platz entfernt

 

Hier erwartete uns in den Katakomben das ValentinKarlstadt Theater. Ein Teil von uns saß am vordersten Tisch, die anderen „arschlinks“ von uns. Jeder, der dabei war, versteht was ich meine! Mit dem Stück „Ritter Unkenstein“ erlebten wir eine fetzige, ausgelassene musikalische Persiflage auf das wilde Mittelalter, eine schaurig-schöne Reise in das München des 15. Jahrhunderts.

 

Am Sonntagvormittag versuchten wir unseren Gästen im Kloster Andechs die Bayerische Weißwurst näher zu bringen, hatten aber wohl nicht den rechten Erfolg. Einige Naumburger wagten sich kritisch heran, konnten aber dem Geschmack nichts abgewinnen, auch nicht bei Verwendung von scharfem (!) Senf. Andere ließen sich erst gar nicht auf das Abenteuer ein, sondern bestellten gleich einen Allerwelts-Frühstücksteller. Beim anschließenden Blitzen im modifiziertem Rutschverfahren (irgendwie hat’s geklappt!), hatten wir unseren Spaß, mussten aber bald aufbrechen, um den mittäglichen Zug in München nicht zu verpassen.

 

Nach einem Abschlussfoto am Starnberger See(bahnhof), verabschiedeten wir unsere Gäste und freuen uns nun auf den Gegenbesuch in Naumburg im kommenden Frühjahr.

 

Ulrich Fincke